Hier werden, wie vormals im Print-Magazin, verschiedenste CDs vorgestellt.

Soweit nicht anders genannt, alle Reviews von Manfred Hesse

CD Besprechungen - Inhaltsverzeichnis

Rumer – Nashville Tears

(VÖ: 14.08.2020)

Das Album “Nashville Tears“ von Rumer ist in jeder Beziehung ungewöhnlich. Hinter diesem Künstlernamen verbirgt sich die britische Singer/Songwriterin Sarah Joyce, die mit diesem Album dem texanischen Songwriter Hugh Prestwood ein musikalisches Denkmal setzt. Prestwood schrieb so erfolgreiche Titel wie “The Song Remembers When“ (Trisha Yearwood), “Ghost In This House“ (Shenandoah, Alison Krauss), “Hard Rock Bottom Of Your Heart“ (Randy Travis) oder “Back When“ (Vern Gosdin). Lange lebte Rumer in Arkansas und so blieb die Nähe zu Country Music nicht aus. Lange hatte sie nach den traurigsten Songs Ausschau gehalten. Im Fundus von Hugh Prestwood wurde sie schließlich fündig. Mehr als das. Sie stellte 15 Titel zusammen, interpretierte sie neu und schuf damit ein Album, welches für alle Melancholiker ein absolutes Muss darstellt. Teilweise sind unveröffentlichte Songs darunter und so gibt es auch Oasen der Erholung von der Melancholie, etwa beim beschwingteren Titel “Deep Summer In The Deep South“. Manchmal sind die Titel eher Popsongs oder Chansons, losgelöst von Genres, manchmal aber auch richtig Country. Rumer schafft es, die Titel uneitel zu präsentieren und die Arrangements unterstreichen die Songs und dröhnen sie nicht kaputt. So bleibt stets im Vordergrund, welch tolles Songmaterial Hugh Prestwood geschaffen hat. Ihre Interpretation von “The Song Remembers When“ ist eher leise und zart und besteht dennoch gegen den Vergleich zur stimmgewaltigen Trisha Yearwood. Für diesen Song gab es seinerzeit einen Emmy Award. Eine Stunde mit emotionalen, melancholischen Titeln ist sicher nicht für jede Hörerschaft annehmbar. Für Freunde ruhiger, feiner Musik, vorgetragen von der behutsam mit diesem herausragenden Songmaterial umgehenden Rumer, ist das Album “Nashville Tears“ ein Fest.

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The Wildmans – The Wildmans

(VÖ: Mai 2020, CD: 07.08.2020)

Da tun sich vier junge Musikstudenten zusammen, um Musik zu machen. So jung sie auch sind, haben sie teils als Instrumentalisten bereits bedeutende Wettbewerbe gewonnen. Und das Genre? Bluegrass und mehr. Mitten aus dem Herzen der Appalachen, aus Virginia, kommen Eli und Aila Wildman sowie Victor Furtado und Sean Newman. Gemeinsam sind sie The Wildmans. Auf ihrem Debütalbum sind lediglich neun Titel. Aber die haben es in sich. Mit “You’re Gonna Make Me Lonesome When You Go“ beginnt das Album mit einer eher poppigen Bluegrass Nummer. Aber traditioneller als der folgende Titel, “Richmond“ kann man Bluegrass nicht präsentieren. Eine a capella Strophe zu Beginn und begeisternde Instrumentalmusik, lassen drei Minuten Spaß aufkommen. Eine schwere Blues Version bietet “Sitting On Top Of The World“. Experimentell beginnt der Doppel Titel “Monster Ride/Rock Of Ages“, um sich nach und nach zu einem gewaltigen Hörgenuss zu entwickeln. War Teil Eins eine astreine Bluegrass Version, folgt mit “Rock Of Ages“ ein Blues, der das Attribut “Blues des weißen Mannes“ eindrucksvoll unterstreicht. Großes Kino, aber keine leichte Kost. Leichtgängiger ist dafür aber “Rid My Mind“, wie fast alle Titel eingesungen von Aila Wildman. “Lost In A Foreign Country“ ist Jazz pur und das mit akustischen Instrumenten begleitet und demonstriert die musikalische Vielfalt der jungen Musiker. Gleich mehrere Stücke sind fünf, sechs oder gar sieben Minuten lang. Das Album “The Wildmans“ bietet somit eine Dreiviertelstunde anspruchsvolle und virtuos eingespielte Musik, die sich zwar nahe an Bluegrass orientiert, aber vielfältig interpretiert wurde. Hörenswert.

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Travis Denning – Beer’s Better Cold

(VÖ: 15.05.2020)

Für seine erste Veröffentlichung hat sich Travis Denning für eine sechs Titel umfassende EP entschieden. Dafür hat er den “bedeutsamen“ aber zutreffenden Titel “Beer’s Better Cold“ ausgedacht. Das Thema Bier kehrt auch im Opener Titel “Where’s That Beer Been“ wieder. Da fühlt man sich in eine Saloon Atmosphäre mit jeder Menge Testosteronüberschuss versetzt. “After A Few“ stammt aus 2019 und dürfte aufmerksamen Radiohörern sicher bekannt sein. Die rockige Country Version hatte sich in die Top Ten der Charts und auf Platz Eins der Radio Play List katapultiert. Mit 28 Jahren ist Travis Denning ein Jungstar. Er interpretiert aber wie ein altgedienter Künstler. Mit Radio Play Potenzial ausgestattet ist auch der Pop/Rock Country Titel “Tank Of Gas And A Radio Song“.  Mit dem Titelsong “Beer’s Better Cold“ trifft Travis Denning den Zeitgeist mit einer modernen Country Nummer. Da steht ein junger Mann an der Startlinie zu einer Karriere, die für ihn richtig gut werden kann. Dem Mann aus Georgia mit dem Jungengesicht und der rau-heiseren Stimme ist Einiges zuzutrauen. Hoffentlich gibt es bald einen richtigen Longplayer. “Beer’s Better Cold“ ist schon einmal ein wohlschmeckender Appetithappen.

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Kody West – Overgrown

(VÖ: 17.04.2020)

Nach dem Achtungserfolg des Debütalbums “Green“, aus dem Jahr 2017, hat Kody West mit “Overgrown“ wieder ein Studioalbum in Eigenregie produziert. Obwohl ein Mann in den Zwanzigern, verfügt der Texaner mit Stützpunkt nahe Dallas über jede Menge Erfahrung, sowohl als Musiker als auch als Tour Manager. So hat er das nötige Wissen, um sich selbst unabhängig zu präsentieren. Seine Musik ist wohltuend anders und ist oft eher Country Rock und Americana als Country Music. Ausgefeilte Arrangements, die stets auf Gitarrensound gründen, kennzeichnen die meisten seiner Songs. Allerdings scheint sich Kody West dem EP Format verpflichtet und verwöhnt seine Fans nicht mit umfangreichen Alben. “Overgrown“ bietet gerade einmal 8 Titel. Er scheint auch die Titel seiner Songs gern kurz zu fassen. Im Gegensatz zu seiner Musik, die opulent und geradlinig seiner Intension, Musik zu präsentieren, folgt. Mit schweren Gitarrenriffs werden die bitteren Zeilen der Story einer Trennung beim Opener “Loose Ends“ begleitet. Vergleichsweise balladesk bleibt auch der Titel “Alone“ beim gleichen Thema. Mit “October“ stellt Kody West die entscheidende Frage: ist es vorbei? Bei “Short“ überrascht er die Hörer sowohl mit der tatsächlichen Kürze des Songs, als auch mit einer Akustikversion, die direkt aus der Ideensammlung, beinahe unbearbeitet, Eingang auf das Album gefunden hat.  Auch mit “Overgrown“, dem Album namensgebenden Titel, umreißt Kody West das Thema Trennung mit gelungenen Lyrics und abwechslungsreichem Arrangement. Mit diesem Album hat Kody West, der mit seiner Band fast das ganze Jahr über tourt, einen Appetithappen ausgelegt, der in der Tat neugierig macht auf mehr. Vielleicht müssen die Fans nicht wieder 3 Jahre warten.

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Kristian Bush – Southern Gravity (The Complete Collection)

(VÖ: 24.04.2020)

Bereits 2015 veröffentlichte Kristian Bush sein Solo Debütalbum. Die Babypause von Kollegin Jennifer Nettles und das furchtbare Unglück bei der Indiana State Fair, bei dem durch ein Unwetter die Bühne einstürzte und sieben Menschen ihr Leben verloren, hatten tiefe Spuren bei ihm hinterlassen. Als das Projekt Sugarland mit Jennifer Nettles keine Fortsetzung fand, war der Entschluss, es mit einem Soloalbum zu probieren, naheliegend. „Ich hatte ganz vergessen, welch wunderbares Instrument die Stimme sein kann.“ So kommentierte Kristian Bush die Wiederentdeckung seiner Leadstimme. Der Multiinstrumentalist hat also ein “neues“ Instrument“ in sein Repertoire hinzugefügt. Das Album “Southern Gravity“ umfasste seinerzeit 12 Titel. Die ergänzte Neuveröffentlichung fügt sieben Songs hinzu, die bislang in der Schublade lagen. Pop Country, Country Rock und durchaus radiotaugliche Titel charakterisieren die Musik von Kristian Bush. Dass er bei Sugarland hinter der stimmgewaltigen Jennifer Nettles oft etwas zu kurz kam, macht ihn jetzt umso interessanter. Denn er kann sich durchaus hören lassen. Locker flockige Titel wie “Flip-Flops“ bis zu ruhigen Balladen wie “House On A Beach“ lassen ein breites musikalisches Spektrum auf die Hörer wirken. Mit “American Window“, ein klischeehafter Blick auf sein geliebtes Vaterland, startet der Anhang der Complete Collection und setzt das bisher Gehörte nahtlos fort. Mächtig viel Gefühl investiert Kristian Bush in Titel wie “Burning Flowers“ oder der Pop Ballade “My Heart“. Die Lyrics bei “Falling“ sind recht konstruiert, und so setzt der Titel ganz und gar auf Pop Country. Sein Freischwimmer Album aus 2015 hat Potenzial. Doch auch mit den Bonus Tracks wird daraus kein Meilenstein der Country Music.

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Old Dominion – Old Dominion (Deluxe Edition)

(VÖ: 27.05.2020)

Im Januar wurde das Album “Old Dominion“ von der gleichnamigen Band im Wheel Magazin besprochen. Nun gibt es eine Deluxe Edition, die das Sommerloch überbrücken soll. Lediglich drei Bonus Tracks hat die Boygroup der ursprünglichen Trackliste angehängt. “I’m On It“, “Goes Without Saying“ und “Can‘t Get You“ setzen stilistisch und qualitativ fort, was die 12 vorhergehenden Titel boten. Lediglich die Ballade “Goes Without Saying“ ist geschmeidig. Das Deluxe Album endet mit einem unsäglichen Rock Titel, “Can’t Get You“ und hinterlässt einen unnötig schrägen Eindruck, der Country Music Fans eher abschrecken wird.

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Pam Tillis – Looking For A Feeling

(VÖ: 24.04.2020)

Auf dem Cover ihres neuen Albums “Looking For A Freedom“, blickt Pam Tillis lasziv sonnenbebrillt nach oben. Der Schriftzug erinnert an die Flower-Power Zeit. Was mag sich hinter dieser Fassade verbergen? Der Titeltrack deutet es bereits an. Hier geht es um Selbstfindung. Mit “Better Friends“ erklingt eine Ballade, wie aus der Zeit gefallen. Musikalisch zurückgenommen, darf Pam Tillis davon singen, was sie sich in ihrer schwierigen Beziehung wünscht. Country Music? Eher nicht. Im Titel “Dolly 1969“ singt und spricht Pam Tillis über eines ihrer Jugendidole und die Sehnsucht nach dieser Zeit. In der Tat scheinen die Songs aus einer vergangenen Zeit zu stammen. Das Arrangement unterstützt diesen Eindruck und bleibt wohltuend bescheiden. “My Kind Of Medicine“ erzählt eindrucksvoll von einer Einstellung zu den wahrhaft gesunden Dingen im Leben, wie Natur, Haustiere und gute menschliche Beziehungen. Alles Erkenntnisse, die Mann oder Frau mit fortschreitendem Alter zu schätzen wissen. “Dark Turn Of Mind“ ist mehr ein American Chanson denn ein Country Song und Pam Tillis setzt ihre Stimme, wie so oft, jazzig ein. Wieder so ein Titel aus einer anderen Zeit. Nostalgiker werden hier ihre Freude haben. Pam Tillis tut gut daran, nicht zu versuchen, die heutigen Charts zu stürmen. Ihre einzige Nummer Eins (“Mi Vida Loca“) liegt ja auch schon ein Vierteljahrhundert zurück. Die 12 Titel auf “Looking For A Feeling“ sind für ihre Fans sicher ein Genuss. Für den eiligen Konsumenten ist das eher weniger interessant.

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Randy Rogers & Wade Bowen – Hold My Beer Vol. 2

(VÖ: 07.05.2020)

Als 2015 das Volume 1 von Randy Rogers und Wade Bowen unter dem Titel “Hold My Beer“ erschien, hatte eine texanische Zusammenarbeit wieder einmal bewiesen, dass Country Music zeitgemäß und dennoch traditionell gegründet weiter existiert. Gleich mit dem Opener “FM/AM“ des Albums “Hold My Beer Vol. 2“ machen die beiden Texaner Randy Rogers und Wade Bowen klar, dass es wieder um Country Music geht, die erst einmal keinen Pfifferling auf Radio Play und die Charts gibt. Bitter die Erkenntnis bei “Rodeo Clown“, dass “Sie“ ihn wegen eines Rodeo Clowns verlassen hat. Es hätte ein Doktor, ein Anwalt oder so etwas sein dürfen. Aber kein Rodeo Clown. Ganz sicher nicht zur Nachahmung empfohlen, sind die in “Habits“ beschriebenen Gewohnheiten, ob Whiskey oder Frauen oder was auch immer einen kaputt machen kann. Eine Warnung vor dem Festhalten an schlechten Gewohnheiten. Dabei auch noch den gedanklichen Bogen zu Merle Haggard und George Jones zu schlagen, macht diesen Titel dennoch so liebenswert nostalgisch. Und Ole Merle wird noch einmal besungen bei “Let Merle Be Merle“ und dem Apell alles beim Alten zu lassen. Randy Rogers & Wade Bowen lassen musikalisch eine Zeit wiederkehren, die mit den schönsten Balladen, Geschichten und Melodien wahrer Country Music für Unsterblichkeit dieses Genres sorgte. Die beiden Interpreten und offensichtlichen Fans dieser Zeit kriegen es hin, den längst von uns gegangenen Waylon Jennings und dessen Sohn Scooter in ihren Song “Ode To Ben Dorcy“ einzubinden. Und sie vergessen auch nicht einer weiteren texanischen Spezialität Raum zu geben. Der Western Swing mit Unterstützung durch die Formation Asleep At The Wheel bei “Mi Amigo“ sorgt für jede Menge Swing und Spaß. Die Befürchtung des Niederganges der traditionellen Country Music wird im Song “This Ain’t My Town“ Ausdruck verliehen. Bitter, aber da ist absolut was dran. Eine äußerst lehrreiche Ballade folgt mit “Her“, die mit der Quintessenz aufwartet, niemals mit der eigenen Freundin in einer Bar den Durst zu stillen, wenn du nicht mehr vertragen kannst als die Thekenbekanntschaft. Mit “Hold My Beer“ endet das Album gleichen Namens Vol. 2 und wer da nicht die 12 Titel ein zweites Mal startet, dem ist nicht zu helfen. Welch ein Genuss in der heutigen Zeit. Party, Spaß und klasse Country Music, was will man mehr. Honky Tonk Atmosphäre ob mit oder ohne Bier ist garantiert.

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Bobby Bare – Great American Saturday Night

(VÖ: 17.04.2020)

Einer der letzten lebenden großen Interpreten traditioneller Country Music der 1960er und 1970er Jahre lässt mit der erstmaligen Veröffentlichung seines Albums, “Great American Saturday Night“, diese gute alte Zeit wieder auferstehen. Ein Livemitschnitt mit 13 Titeln, die alle von Shel Silverstein geschrieben wurden, lediglich bei zwei Songs ist er Co-Autor. Damals als Konzeptalbum gedacht, schlummerte der Mitschnitt eines Samstagabendkonzertes in der Schublade. Es war also an der Zeit, dem großartigen Shel Silverstein zu gedenken, der 1999 bereits verstarb. Was hat dieser Songschreiber für erfolgreiche Titel erdacht. So ist dieses Album auch eine Hommage an das künstlerische Multitalent aus Chicago. Mit der Feierhymne “Great American Saturday Night“ beginnt das gleichnamige Album. Aber auch nachdenklichere Titel wie “Painting Her Fingernails“ oder “Good Night Little House Plant“ finden Platz in der Trackliste. Der warme Bariton von Bobby Bare schien geradezu geschaffen, um diese Balladen von Shel Silverstein vorzutragen. Beinahe eine Entschuldigung “nur“ ein einfacher Sänger einfacher Songs zu sein, ist der Titel “Living Legend“ und trifft sowohl auf Bobby Bare, als auch auf Shel Silverstein zu. Stichwort ‘einfache Songs‘, mit “They Won’t Let Us Show It At The Beach“ ist ein weiterer Titel wie geschaffen, um die Party Meute zum Mitsingen zu animieren. Die lassen sich auch nicht lange bitten und haben Spaß. Mit “Time“ lebt das vergessene Genre des gesprochenen Songs auf und welche Stimme könnte das besser, als die vom Altmeister Bobby Bare, der im April dieses Jahres seinen 85. Geburtstag feierte. “Me And Jimmie Rodgers“ lässt in mehr als fünf Minuten den Blick weit zurück gehen. Nach beinahe 50 Minuten geht diese Great American Saturday Night zu Ende. Ein sehr sympathischer Rückblick, der endlich veröffentlicht wurde.

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Chris Roberts – Mountain Standard Time

(VÖ: 24.04.2020)

Der Titel dieses Albums soll ein wenig in die Irre führen. Es ist aber sicher nicht die Zeitzone MST auf dem nordamerikanischen Kontinent gemeint. Eher ist der Titel Programm. Denn was Chris Roberts mit den 12, meist selbstgeschriebenen, Titeln auf dem Album “Mountain Standard Time“ vorstellt, ist Mountain Standard Music. Mal Bluegrass, mal Singer/ Songwriter Music, mal traditionell, mal in die Jetztzeit übertragen, das ist Musik zum Zuhören und Zurücklehnen. Mit dem Titel “Something To Brag About“ ehrt Chris Roberts seinen Weggefährten Charlie Louvin, aus dessen Feder der Song stammt. Hier vorgetragen mit der Unterstützung von Ashley Campbell, ja der Tochter von Glen Campbell. Man kann der Stimme von Chris Roberts leicht folgen und seine Texte klar und verständlich wahrnehmen. Die Titel sind von wunderbar eingespielten akustischen Instrumenten umhüllt und nehmen die Hörer ganz einfach in eine Komfortzone mit. “Keep On Rolling“ entfernt sich vom klassischen Bluegrass und verbindet sich mit Rock Music, allerdings balladesk. Americana ist wohl die Heimat des Titels “Sink Or Swim“, erneut mit der Bluegrass Instrumentierung arrangiert. Doch mit “Tracks And Trains“ ist man wieder zurückgekehrt zu traditioneller Musik und dem Standardthema Trains. “The Rarest Flowers“, die es natürlich nur hoch in den Bergen gibt, besingt Chris Roberts mit jeder Menge Gefühl die seltensten Blumen im übertragenen Sinn. “Dying To Live Again“ wird von einem Banjo eingeleitet. Dann übernehmen Gitarre und Mandoline und eine Dobro lässt Töne verschmelzen. Das ist sehr feine Musik. Beim Joni Mitchell Klassiker “Both Sides Now“ scheint sich Chris Roberts stimmlich etwas viel zugemutet zu haben. Mit einem weiteren Klassiker, “Less Of Me“ aus der Feder von Glen Campbell schließt das Album “Mountain Standard Time“ von Chris Roberts und hat die Hörer eine Dreiviertelstunde bestens unterhalten.

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Gretchen Peters – The Night You Wrote That Song – The Songs Of Mickey Newbury

(VÖ: 15.05.2020)

Es ist immer wieder gut wahrzunehmen, dass Interpreten sehr wohl zu würdigen wissen, welche Bedeutung geniale Songschreiber für ihre Musik haben. Einer, dessen Name so gar nicht geläufig ist, ist Mickey Newbury. Dabei hat der Mann aus Houston, Texas, für so viele Interpreten Hits geschrieben. Er sei ein Hippie Cowboy sagte einst Radio Urgestein Ralph Emery über ihn. Selbst konnte Mickey Newbury als Interpret nicht die großen Erfolge landen. Vielleicht ist Gretchen Peters genau die richtige Interpretin um das musikalische Vermächtnis von Mickey Newbury zu verwalten. Ist sie doch selbst eine Songschreiberin, die eher in der zweiten Reihe steht und ihre Kompositionen oft genug anderen Superstars überließ. Mit ihrem Mann Barry Walsh hat sie mit dem Album “The Night You Wrote That Song – The Songs Of Mickey Newbury“ viel Liebe und Hingabe in das Arrangement und ihre Interpretation der 12 Titel investiert. Nach fünf ganz ruhigen Balladen erklingt mit “Why You Been Gone So Long“ erstmals ein rockiger Song, bei dem sich eine Retro Gitarre einbringen darf und ein Piano mal die Führung übernimmt. Mickey Newbury hat für viele Interpreten in unterschiedlichen Genres gearbeitet. Doch schon mit “Frisco Depot“ ist die Laid Back Music zurück. “Leavin‘ Kentucky“ beschreibt den Weg so vieler Interpreten, die sich nach Nashville aufmachten, ihr Glück zu finden. Wer erinnert sich nicht an “San Franzisco Mabel Joy“? So mancher Titel erzählt bittersüße Geschichten voller Melancholie. Gretchen Peters hat das mit ganzer Aufmerksamkeit und Feinfühligkeit aufgegriffen. Dieses Album ist kein Fastfood. Das ist etwas für Feinschmecker und Liebhaber intelligenter, teils konzertanter Unterhaltung mit Tiefgang. Schön, dass es so etwas noch gibt.

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James Robert Webb – James Robert Webb

(VÖ: 27.03.2020)

Stell dir vor, du musst zum Arzt und wirst dort mit Country Music begrüßt. Gibt’s nicht? Vielleicht. Aber vorstellbar. James Robert Webb ist praktizierender Arzt und Country Music Interpret. 2016 war sein Coming Out und nun hat er ein Album mit seinem Namen betitelt. 13 Songs, die von Buddy Cannon produziert wurden, lassen keinen Zweifel daran, dass er ein moderner Country Music Interpret ist. Da rockt es und hat mit Uptempo Stücken ganz sicher Radiopotenzial. Wie bei “Now We’re Gettin‘ Somewhere“, welches zu Beginn gleich für ausgelassene Stimmung sorgt. Doch auch verhaltener kann James Robert Webb interpretieren. “Stories To Tell“, ein Blick auf die ersten musikalischen Einflüsse seiner Karriere. Dabei nennt er sogar George Jones (allerdings nur die flotteren Titel) und erinnert die 1990er Jahre als eine besondere Blütezeit der Country Music. Klingt James Robert Webb zunächst wie einige andere Sänger auch, so entwickelt sich nach und nach ein Eindruck eines grundsoliden Country Traditionalisten, der es aber versteht, in der heutigen Zeit zu punkten. Sicher hat ihm da Buddy Cannon viele Richtungen gewiesen. “Okfuskee Whiskey“ ist so ein Titel, der ganz traditionell gegründet ist und in der Bearbeitung von James Robert Webb so modern daherkommt. „Ich weiß manchmal selbst nicht, wie ich das alles unter einen Hut kriege. Karriere, Beruf und Familie. Aber eins weiß ich, ich kann meine Patienten nicht im Stich lassen und meine Familie geht mir über alles. Die Musik ist ein wundervolles Hobby. Wird ein wenig mehr daraus, dann auch gut.“ So denkt der Mann aus Tulsa, Oklahoma. Da darf auch der Titel “Tulsa Time“, einst von Don Williams in die Charts gebracht, nicht fehlen. James Robert Webb lässt es aber hierbei mächtig fröhlich swingen. Völlig entspannt präsentiert er sein selbstbetiteltes Album und muss gar nicht verkrampft auf Radio Play und die Charts schielen. Dem Mann macht Spaß was er tut. Den Hörern wird es ebenfalls gefallen.

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Jimmy Buffett – Life On The Flip Side

(VÖ: 29.05.2020)

Jimmy Buffett, dem Caribbean Cowboy, scheint mal wieder die Sonne auf den Bauch und er lässt seine Fans mit seinem neuen Album “Life On The Flip Side“ daran teilhaben. Ob er die beste Strandbar im Titel “Down At The Lah De Dah“ besingt oder sich bei “Who Gets To Live Like This“ fragt, wer solch ein Leben leben darf wie er es kann, stets klingen die Songs locker flockig und beschwingt. Pop Music ist das allemal. Seine Versuche Anfang der 1970er Jahre in Nashville als Interpret Karriere zu machen, blieben zunächst ohne nennenswerten Erfolg. Erst als der studierte Journalist seinen Lebensmittelpunkt nach Florida verlegte und ihn die Leichtigkeit der karibischen Musik einfing, sollte sich seine Karriere stetig nach oben verändern. Heute ist er einer der wohlhabendsten Künstler der Pop Country Music. Jimmy Buffett entwickelte eine Musik, die ihn einzigartig macht und die ihm beim Publikum große Beachtung einbringt. Da gibt es sowohl die beliebten Party Songs aber auch die eine oder andere Reflektion mit durchaus intelligentem Tiefgang. Manchmal scheint es als steuerte er in seinem 30. Album einige Lebenserfahrungen bei, die schon hier und da Vermächtnischarakter haben. Oft täuscht die flotte Music über die Botschaften hinweg. “Hey That‘s My Wave“ ist eine Surfer Hymne, gefolgt von einem eher misslungenen Ausflug in Rock Music und der küchenpsychologischen Aussage “The World Is What You Make It“. Bei “Half Drunk“ mixt Jimmy Buffet einen 30er Jahre Jazz in die Track List. Country Fans, auch die Caribbean Pop Country Fans, werden da eher weghören. Im Verlauf der Trackliste reihen sich Titel aneinander, die sich von den eingangs noch lose mit Country verbundenen Klängen immer mehr entfernen. Wenn mit “Book On The Shelf“ nach 14 Titeln das Album “Life On The Flip Side“ endet, hat man schon den Wunsch, wieder Country Music zu hören. Aber so ist er nun mal, der Jimmy Buffett. Die gehörte Musik auf seinem neuen Album, hat streckenweise Schlagercharakter und ist mit der einen oder anderen Lebensweisheit á la Jimmy Buffett überfrachtet. Für eine unbeschwerte Unterhaltung taugt “Life On The Flip Side“ allemal.

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Kenny Chesney – Here And Now

(VÖ: 01.05.2020)

Gewohnt mit schweren Gitarrenriffs und rockig beginnt das 19. Album “Here And Now“ von Kenny Chesney mit dem Titel “We Do“. Der Titelsong ist ein Loblied auf das Leben, so wie es ist. Mit allen Höhen und Tiefen im Hier und Jetzt. Ungewöhnlich, dass ein Mann eine bittere Lebensbeschreibung einer Frau erzählt, die irgendwie im Leben stecken geblieben ist. Kenny Chesney macht das sehr eindringlich bei “Everyone She Knows“. Dass man sein Leben auch verschwenden kann, beschreibt der Titel “Wasted“. Immer wieder sind die Geschichten über das Erwachsenwerden in Country Rock Music gehüllt und sind dem Zeitgeistgemäß, radiotauglich arrangiert. Bei “Heartbreakers“ fragt Kenny Chesney, was wohl aus all seinen Jugendbekanntschaften geworden sei. Und immer sind die Texte umfangreich und zwingen zum genaueren Zuhören. Die Singleauskopplung “Tip Of My Tongue“, eine Liebeserklärung mit leichter Erotik, sollte die Charts erobern, was ja auch gelang. Wenn Kenny Chesney sich mal etwas mehr ruhigeren Songs widmet, kommt seine Stimme viel besser zur Geltung wie bei “Beautiful World“. Den schönsten Song hat Kenny Chesney für den Schluss seines Albums “Here And Now“ aufgehoben. Im Titel “Guys Named Captain“ werden verschiedene Captains der Geschichte beschrieben, um sie alle mit dem eigenen Vater, Captain Vick, zu vergleichen, der die Mandoline spielte und den er so vermisst. Es fällt der Kunstfigur Kenny Chesney bestimmt nicht leicht, sich von seinem Jungenimage zu lösen und sich auf eine erwachsenere Zielgruppe zu fokussieren. Ansätze sind unter den 12 Titeln auf dem Album “Here And Now“ vorhanden. Ein Könner wie er, sollte aber in der Lage sein, seine Karriere den Erfordernissen des Lebens anzupassen.

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Kip Moore – Wild World

(VÖ: 29.05.2020)

Drei Jahre nach seinem Album “Slowheart“ hat Kip Moore wieder ein Studioalbum vorgelegt. Der Mann aus Georgia mit der rauen Stimme hat auf dem neuen Werk “Wild World“ 13 frische Titel am Start. Mit der verhinderten Liebe zu seiner “Janie Blue“ geht es los. Dann folgt ein Western Song der ganz anderen Art, in welchem alle Western Klischees vorkommen, die jedoch in treibendem rockigem Sound verpackt sind. Eine tolle Arrangement Idee. Eine bombastische Verbindung von R&B Sound und Rock Country markiert der Titel “Fire And Flame“, in welchem Erlösung das Hauptthema ist. Der Titelsong handelt vom Ratschlag einer Mutter, sich nicht dem Mammon zu verschreiben und stolz auf das zu sein, was man kann und eine gute Frau zu finden. Textlich und musikalisch kann allerdings der Titel “Red White Blue Jean American Dream“ weniger überzeugen. Bei “She’s Mine“ ist man unwillkürlich an die britische Gruppe Smokie erinnert, die Kip Moore vielleicht nicht einmal kennt. Die Macher bei MCA Nashville haben ganze Arbeit geleistet und die Songs bis an die Grenzen des Machbaren ausarrangiert. Doch das schadet den Songs nicht, weil die Stimme von Kip Moore so einzigartig und anders ist. Sind auch einige leichtgewichtige Songs auf dem Album “Wild World“, so wird es aber nie eintönig. Es sind immer wieder ruhigere Titel eingebunden. Ein besonderes Liebeslied ist “Sweet Virginia“, verbunden mit der Frage an die Liebste, was er nur falsch gemacht hat und wie er für sie sein soll. Sogar romantisch will er werden. Und wie er romantisch sein kann. Bei “South“ versichert er der “Verflossenen“ seine ewige Liebe. Konzeptionell angelegt, ist der Schluss des Albums “Wild World“ von Kip Moore, wo er in den drei letzten Songs die weichere Seite von sich offenbart. Country Music? Nach modernen Maßstäben sicherlich. In Nashville legt man das Genre Country Music sehr weit gefächert aus. Kip Moore ist auf jeden Fall ein Interpret, dem man gern ein ganzes Album lang zuhört. Erfrischend.

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Daryl Mosley – The Secret Of Life

(VÖ: geplant 22.05.2020)

Mit einem Blick zurück auf das eigene Leben in der Singleauskopplung “A Few Years Ago“, beginnt das Debütalbum “The Secret Of Life“ von Daryl Mosley. Debütalbum? Dabei ist Daryl Mosley bereits seit seinem 15. Lebensjahr als Musiker tätig und blickt als heute 55-Jähriger auf einige Jahrzehnte im Musikgeschäft zurück.  Dennoch ist erst jetzt sein erstes Soloalbum erschienen. Als Überschrift über sein musikalisches Schaffen, muss das Genre Bluegrass stehen. Zunächst war er in der Formation New Tradition und wechselte Anfang der 2000er Jahre zu den Osborne Brothers. 2010 spielte er Bass in der Band The Farm Hands, die er im Sommer 2019 wieder verließ, um weniger Auftritte zu absolvieren und sich mehr seinem Songwriting zu widmen. Das ist, neben seiner angenehmen Stimme, sein größtes Talent. Dass er verschiedene Instrumente zu bedienen weiß, versteht sich fast von selbst. Im Titelsong “The Secret Of Life“ geht es schlicht um die Frage, was das Geheimnis des Lebens ist. Da zeigt sich das besondere Songwriting von Daryl Mosley, der in einer unaufgeregten Weise alle die Dinge beschreibt, die ein Leben lebenswert und erfüllt machen. So reihen sich die Geschichten aneinander, die vom einfachen Leben auf dem Land erzählen, vom Vater, der sich um die Familie kümmert und hart arbeitet bis zum einfachen aber intensiven Liebesgeständnis. Eingebettet sind die 11 Titel des Albums “The Secret Of Life“ in warme, von akustischen Instrumenten getragenen, Melodien und sanften Arrangements. Man hört die große Erfahrung von Daryl Mosley als Musiker und Leadsänger. Er weiß einen Song zu transportieren und er lässt Bluegrass ganz stressfrei als Gerüst seiner Stories für sich sprechen. Immer steht eine deutliche Artikulation im Vordergrund. So kann man mühelos seinen feinen Textzeilen lauschen. Bei “The Deal“ betrachtet Daryl Mosley seine moralische Botschaft von der “Rückseite“ und beschreibt, was man bekommt, wenn man mit dem Antichristen einen Pakt schließt. Im Titel “I’d Write You“ treibt er aber seine Bescheidenheit auf die Spitze, indem er besingt, was er tun würde, hätte er die Fähigkeit seine Gefühle in Texten oder Bildern auszudrücken. Doch genau das macht er im Album “The Secret Of Life“. Vielleicht sogar mit einer zu großen Portion Moral und sauberem Image. Dennoch ist dieses Album ein Genuss mit ganz feiner Musik und wohltuendem Gesang.

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John Anderson – Years

(VÖ: 10.04.2020)

Er phrasiert wie eh und je. Das Alleinstellungsmerkmal von John Anderson ist und bleibt seine einzigartige Art des Vortrages. Beinahe 40 Jahre nach seiner ersten Nummer Eins, “Wild And Blue“ aus dem Jahr 1982, gibt es ein neues Album von John Anderson. Fünf Jahre mussten die Fans darauf warten. Vom Cover des neuen Albums “Years“ schaut ein sichtbar gealterter, weißhaariger Mann mit Cowboyhut nachdenklich nach oben. Das lässt vermuten, dass sich in den 10 Songs des Albums die eine oder andere Lebensweisheit verbirgt. Dabei ist John Anderson mit seinen beinahe 65 Jahren in einem, für Country Musiker, “Best Ager“ Bereich. Er klingt stabil, wenn auch gesetzt. Wer seinen Werdegang nicht so genau verfolgte, wird keine allzu großen Unterschiede zu seinen Alben aus der Vorzeit erkennen. Das ist gut so und bemerkenswert zugleich. Wieder einer der “Alten“, die sich gegen die Übernahme ihrer geliebten Musik durch popverwirrte Schnellgeldmacher stemmen. Hier darf Musik einmal individuell sein, wie etwa der Instrumentalpart im Titel “What’s A Man Got To Do“. Ein Song wie er sein muss. Sehr schön. Auch bei “Wild And Free“ scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Wer dabei nicht an die Ära der ganz großen Country Music Interpreten denkt, dem steht vielleicht die Gnade der späten Geburt im Weg. Ja, das Album “Years“ blickt auf viele Jahre Country Music und auf die eigene Karriere von John Anderson zurück und hat ein paar Erkenntnisse im Gepäck. “All We‘re Really Looking For“ ist eine Reminiszenz an die Liebe in ihren vielfältigen Formen. Dass alter Wein mitunter besser wird, gilt auch für die Musik von John Anderson. So wird man gern unterhalten. So wie man sich einen alten Film immer wieder gern anschaut.

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Ashley McBryde – Never Will

(VÖ: 03.04.2020)

Mit einem bärenstarken Beat und eindrucksvollem Arrangement beginnt das Album “Never Will“ mit dem Titel “Hang In There Girl“. Auch mit dem zweiten Song “One Night Standards“ ist klargestellt, dass hier eine andere weibliche Stimme die Country Music aufmischt. Endlich ein Gegenpart zu Chris Stapleton, Like Combs und Co. Rau und bitter kommen manche Texte daher. Etwa bei “Shut Up Sheila“, wo Sheila die Klappe halten soll mit ihrer Moral, da man so sei wie man sei. Auch die treibenden Rockgitarren lassen da keinen Zweifel aufkommen, dass moderne Country Music mit allem Rockimage auch genau das sein kann: Country Music. Mit der selbstzerstörerischen Erkenntnis in dem locker flockig daherkommenden Titel “The First Thing That I Reach For“, dass das Erste nachdem das Verlangen steht, auch das Letzte ist, was man tatsächlich braucht, findet der rote Faden dieses Albums eine Fortsetzung. Selbst eine Reflektion des Tour Daseins in “Sparrow“ ist eine bittere Essenz. Eine Steigerung erfährt das Album textlich im Song “Martha Devine“ in welchem sich eine familiäre Katastrophe Bahn bricht. Eine wunderbar zurückgenommene Ballade ist “Stone“, in der die Erkenntnis thematisiert wird, dass man von den Eltern doch so manches Verhalten vererbt bekam. Und dann der Titelsong “Never Will“, in welchem Ashley McBryde ganz vehement klarstellt, dass sie sich nicht vereinnahmen lassen will. “I didn’t, I don’t, I never will“ lautet deshalb auch die wichtigste Zeile. Das Album “Never Will“ endet ungewöhnlich mit “Styrofoam“ einer Hymne auf Styropor und hinterlässt den Eindruck eines ganz starken Albums. Geniale Texte, die ungeschminkt einen Blick auf, das manchmal harte, Gefühlsleben von Menschen deutlich machen und Songs, die von einer kaum durch Chartorientierung gezügelten Interpretin dargebracht werden. Nach dem Knaller “Girl Going Nowhere“ nun ein weiteres Album von Ashley McBryde, der Frau aus Arkansas, die sich anschickt, die Männerdomäne rockiger Country Music zu erobern.

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Sam Hunt – Southside

(VÖ: 03.04.2020)

Nun ist das zweite Studioalbum von Sam Hunt am Start. “Southside“ heißt es und man musste sechs Jahre darauf warten. Nach der ruhigen Ballade “2016“ zu Beginn, folgt mit “Hard To Forget“ ein Titel, dem gleich acht Autoren zugeschrieben wird. Er beginnt aber mit einem Original Einspieler des Titels “There Stands The Glas“ von Webb Pierce und geht dann über in eine Hip-Hop Version, die auch gern Bro Country genannt wird. Eine lustige Idee. “Kinfolks“ hat jede Menge Radiopotenzial, ist aber ebenfalls dem genannten Genre zuzuordnen. So etabliert sich Sam Hunt eindeutig musikalisch als Vertreter der modernen Country Music und hat doch so viel Country zu bieten. Der ehemalige American Football Spieler hatte erst so gar nichts mit Musik am Hut. Eine der vielen Verletzungen durch den Sport, zwang ihn zu längerer Genesungspause, in der er sich, um die Langeweile zu vertreiben, selbst das Gitarre Spiel beibrachte. Leider sind etliche der 12 Titel seines Albums “Southside“ überproduziert. Erklingt dann einmal ein zurückgenommener Song wie etwa “Sinning With You“, fragt man sich, warum man der, wenn auch modernen, Country Music nicht den Vortritt vor den Hip-Hop Computer Schablonen gelassen hat. Da ist eine Menge Potenzial. Ein wenig mehr Mut und Bekenntnis zu echter Country Music und dann sollte das klappen mit der Karriere von Sam Hunt.

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Lukas Nelson & Promise Of The Real – Naked Garden

(VÖ: 27.03.2020)

Mit der sieben Minuten rockig beginnenden Version des Titels “Entire Different Stars“, werden die Hörer des neuen Albums von Lukas Nelson & Promise Of The Real mit sphärischen, psychedelischen Partien konfrontiert, die unvermittelt in einen Country Music Waltz münden. Damit ist klar, dass sich diese Formation an keine Konventionen halten will. Da wird dem musikalischen Eigensinn freien Lauf gelassen. Die ehemalige Begleitband von Neil Young hat mit ihrem Frontmann Lukas Nelson jede Menge Berührung zur Country Music. Aber auch zu Americana, Songwriter Music, Swing und Jazz. Das musikalische Schaffen des Vaters Willie Nelson halt. Lukas Nelson & Promise Of The Real wird als Country Rock Band bezeichnet. Das kann man unterstreichen. Aber da offenbart sich mehr. Ungewöhnlich die Arrangements, die Tempi Wechsel und nicht zuletzt die Stimme von Lukas Nelson, die so verblüffend dem Vater ähnelt und dennoch eine ganz eigene Intension besitzt. Mit 15 Titeln und einer Spieldauer von über einer Stunde, werden die Konsumenten fürstlich bedient. Besonders Fans von avantgardistischen Bemühungen, verschiedene Einflüsse zu einer eigenen Musikauffassung zu vereinen. Das ist Kunst in ihrer reinen Form. Nicht ein neidischer Blick auf das Chartgeschehen in Nashville. Country Music ist bei manchen Titeln latent vorhanden, manchmal überraschend hervorkommend. Meist jedoch handelt es sich um Rock Music, die oft Retro Charakter hat. “Back When I Cared“ ist solch ein Titel. “Movie In My Mind“ ist eine intensive Liebeserklärung, die in einem sehr aufmerksam machenden Arrangement präsentiert ist. Ähnlich gekonnt, ist das Songwriting bei “Focus On The Music“, welches wieder eigenwillig und hörenswert arrangiert wurde. Manche Titel bekamen Zusätze wie “Alternate Version“ oder “Alternate Mix“. “Out IN L.A.“ wurde als “Extended Version“ präsentiert. Das Album “Naked Garden“ ist so ungewöhnlich wie sein Name oder Name der Band. Nein, Country Music ist das nicht. Durch verschiedene Genres von Rock über R&B bis Alternative reicht der Spannungsbogen. Lukas Nelson & Promise Of The Real haben wieder einmal Musik für Liebhaber nicht reglementierter, von Spielfreude getriebener, künstlerischer Interpretation vorgelegt. Großes Kino.

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Carly Pearce – Carly Pearce

(VÖ: 14.02.2020)

Das zweite Album ihrer Karriere benennt Carly Pearce nach sich selbst. Das klingt nach Angekommen Sein, nach Etablierung. In der Tat hat Carly Pearce, wie wird es in den Staaten immer so gern herausgestellt, hart für ihren Erfolg gearbeitet. Spätestens seit ihrer Heirat mit Country Interpret Michael Ray, der auch als Duett Partner auf dem neuen Album von ihr fungiert, hat Nashville von ihr Notiz genommen. Auch Carly Pearce versucht den Spagat zwischen traditionell gegründeter Country Music und unverhohlenem Country Pop. Dabei hilft oft genug eine gewisse Überproduktion, leider auch bei ihrem zweiten Album. Radio Play garantiert. Sogar feine Balladen wie “Halfway“ bleiben vor dem Zugriff übermotivierter Arrangeure nicht verschont. Da hilft es auch nicht viel, dass hier und da ein “Feigenblatt-Banjo“ mitklimpern darf. Diese zarten Andeutungen von Country Music werden wie bei “Hearts Going Out Of It’s Mind“ gleich wieder von Pop Gedröhne zunichte gemacht. 13 Titel umfasst das Album “Carly Pearce“ von eben jener Interpretin und hinterlässt nicht den gewünschten Effekt, dass man sich an diese Künstlerin im Besonderen erinnern wird. Zu gleichgeschaltet ist die Produktion, um an das schnelle Geld zu kommen. Ein wirklicher A-Ha Effekt stellt sich bei diesen Pop Produktionen nicht ein. Die Konkurrenz ist da einfach zu gewaltig. Warum also die Country Music als Transportmittel hernehmen? Die Songs verklingen und gut.

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Steep Canyon Rangers – North Carolina Songbook

(VÖ: 29.11.2019)

Dass diese Bluegrass Band zum Besten gehört, was Country Music zu bieten hat, ist seit langem bekannt. Deshalb ist auch ein Mitschnitt des Konzertes der Steep Canyon Rangers auf dem “Merlefest“ aus dem Jahr 2019 absolut empfehlenswert. Schon allein der Opener “Stand By Me“ ist absolute Spitze. Doch schon geht es weiter mit dem bekannt treibenden Sound und dem Standard “Don’t Let Your Deal Go Down“. Da wird einem beim Zuhören schwindelig. Könner sind sie alle an ihren Instrumenten, was die Musiker von Steep Canyon Rangers auch eindrucksvoll in Szene zu setzen wissen. Mit “Blue Monk“ folgt ein Instrumental und hat so gar nichts mit einem traurigen Mönch zu tun. “Sweet Baby James“, die James Taylor Ballade, ist hier beinahe a capella eingespielt und setzt ein Ausrufezeichen hinter die Vielseitigkeit der Steep Canyon Rangers. Mit “I’ve Endured“ hat man 6 Minuten Zeit, die Instrumentalparts zu genießen, die die Gesangpassagen umrahmen. Es sind nur 8 Titel auf diesem Livemitschnitt, aber von ganz tollen Musikern dargebracht. Zum Schluss mit “Your Lone Journey“ eine Hommage an den genialen Songwriter Doc Watson, einer getragenen Ballade über die Klage eines auf Erden zurückgebliebenen Partners. Musik für Liebhaber.

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Suzie Candell – Restless

(VÖ: 27.03.2020)

Schon mal von Suzie Candell gehört? Nicht? Dann wird es Zeit. Okay, manche kennen die Sängerin vielleicht aus der Schweiz, wo sie als Suzie Candell & The Screwdrivers bekannt ist. Eine Country Interpretin aus dem Alpenraum? Ja, und wie. Mit jeder Menge Country in der Stimme ausgestattet, verfügt Suzie Candell außerdem über das richtige Timing und die teils lässige, teils gefühlsbetonte Interpretation für Country Music. Mit “California Dreamin‘“ beginnt das Album “Restless“, welches eine Sammlung eigener Songs darstellt, die der Sängerin schon länger auf der Seele und in der Schublade lagen. Dass sie dabei auch auf eine richtig gute Produktion geachtet hat, ist besonders hervorzuheben. Da sind eben richtig gute Musiker am Werk und lassen der Lead Stimme den nötigen Raum, ohne die eigene Brillianz zu verstecken. Da ist der eine oder andere Pop Country Titel dabei und immer wieder moderne echte Country Music Balladen. Suzie Candell spart auch nicht mit Klischees wie bei “Whiskey And Why“, einer wundervollen Schmachtballade. Besondere Aufmerksamkeit zollt sie ihrem Song “Me And This Gun“. Diese bittersüße Ballade scheint direkt aus dem Herzen von Nashville zu kommen. Allerdings ohne überflüssiges Arrangement. Festgelegt ist Suzie Candell nicht. Von Blues über Rock bis zu beschwingtem Honky Tonk, reichen die Songs im Mittelteil des Albums. Dann folgt der Titel, der dem Album den Namen gab. “Restless“ ist eine Liebeserklärung par excellence. Das Album “Restless“ macht richtig Freude und man kann nur hoffen, dass Suzie Candell noch einige Titel mehr in der Schublade hat. Das war mal richtig Country Music aus Europa.

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The Shires – Good Years

(VÖ: 13.03.2020)

Am neuen Album des britischen Duos The Shires ist aus Sicht eines Country Pop Fans nichts auszusetzen. Radio Play garantiert. Natürlich haben sich Ben Earle und Chrissie Rhodes nach Nashville begeben, um dort ihr neues Werk zu produzieren. Dementsprechend überproduziert ist es dann auch. Pop Music durch und durch. Erklingt dann mal die eine oder andere Ballade, ist man oft an bekannte Vorgänger erinnert. Das ständige Treiben der Drums ist man schnell leid. Bemerkenswert, dass es im Mutterland des Beat und herausragender Pop und Rock Music Giganten, Musiker wie The Shires gibt, die sich an Country Music anlehnen wollen.

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Sons Of The Pioneers – The Lost Masters

(VÖ: 13.03.2020)

Ein kleines Schatzkästlein für Freunde der “uralten“ Western Music ist mit dem Album “The Lost Masters“ von den Sons Of The Pioneers geöffnet worden. Unter dem Label Country Rewind erschien diese Zusammenstellung von 16 Titeln, die die Fans dieser besonderen Musik erfreuen möchte. Und nur die Fans dieser Musik. Unendliche B-Western Movies wurden mit den Melodien der Vokalgruppe um Bob Nolan und seinerzeit Roy Rogers untermalt. Heutzutage ein Relikt beinahe aus der Urzeit.


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Kelsea Ballerini -Kelsea

(VÖ: 20.03.2020)

Ja, Ja, in die Fußstapfen oder in eine Nachfolge von Taylor Swift zu kommen, wünschen sich sicherlich viele junge Interpretinnen. Kelsea Ballerini scheint da eine klare Zielrichtung zu haben. Ihr drittes Album, welches mit Ihrem Vornamen betitelt, den Eindruck vermitteln soll, dass es hier um ihr persönlichstes Album geht, hält mit seinen 13 Titeln jede Menge Pop Music bereit. Hier und da schleicht sich ein Pop Country Titel, wie “Homecoming Queen“ hinein. “The Other Girl“ mit der Unterstützung durch Schwester Halsey demonstriert computergestützten Pop Einheitssound, der mit Country Music so gar nichts zu tun hat. Da hilft es auch nichts, dass Kenny Chesney beim Duett “Half Of My Hometown“ seine Finger an Titel gelegt haben soll und für etwas Country Feeling sorgte. Selbst gute Ansätze zu einer Ballade wie bei “Love Me Like A Girl“ werden dem Drum Computer geopfert. Damit ist die Zielgruppe klar umgrenzt. Ob das tatsächlich gute Pop Music ist, wird sich zeigen.

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Jim Lauderdale – When Carolina Comes Home Again

(VÖ: 06.03.2020)

Die Liste seiner Alben ist sehr lang, die Einträge in die Charts dafür sehr kurz. Damit ist klar, dass es Jim Lauderdale bei seiner Musik nicht um Mainstream und Radio Play geht. Er ist ein hochgeachteter Songschreiber, dessen Titel oft genug für andere Stars zu Hits wurden. Ihm brachte es mehrere Grammy Auszeichnungen ein. Sein Album “From Another World“ aus dem Vorjahr setzte auf E-Gitarren Sound und war Americana näher als Country. Mit den 13 Titeln seines neuen Albums “When Carolina Comes Home Again“ verkörpert Jim Lauderdale den Typ des traditionellen Country Music Interpreten. Da werden Country Music Titel mit klassisch eingespielten Banjo-, Mandolinen- und Fiddle Klängen untermalt und der nicht elektronisch aufgehübschte Gesang von Jim Lauderdale, vermittelt eine besondere Geradlinigkeit. Hinzu kommt, dass er ein ausgezeichneter Gitarrist ist. “When Carolina Comes Home Again“ ist tatsächlich ein “Wieder nach Hause kommen“. Dabei gilt Jim Lauderdale unter anderem als ein Wegbereiter der Musikrichtung, die heute Americana genannt wird. Experimente scheinen ihn immer wieder zu reizen. Wenn er bei “It Just Takes One To Wonder“ einen schlageresken Two Step zelebriert oder bei “Cackalacky“ mit leicht schrägem Gesang die traditionelle Musik feiert, kann man nachvollziehen, warum er unangepasst seinen eigenen Weg zu gehen weiß. Das ist erfrischend anders und kommt ohne Computer Gedöns hervorragend aus. “You’ll Have To Earn It“ lässt einen beschwingten Walzer erklingen, “You’ve Got This“ einen Bluegrass Titel und “Mountaineer“ erzählt eine Geschichte wie für Camp Fire erfunden. Da lässt der Meister einmal ausgiebig seine Gitarre sprechen. Bei “Spin A Yarn“ ist man an seinen Chef Partner Ralph Stanley erinnert, bei dessen Clinch Mountain Boys er mitspielte. 13 Titel, die Country Music vom Feinsten transportieren, lassen das Album “When Carolina Comes Home Again“ zu einer Reminiszenz an wirkliche Country Music werden. Dem gereiften Musiker muss man zu seiner Geradlinigkeit und seinem Widerstand gegen allzu moderne Produktionen gratulieren. Wer also einmal wieder Fiddle Sound, Banjo, Mandoline und Gitarre in ausgiebigen Soli hören möchte, ist hier genau richtig. So muss Country.

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Hailey Whitters – The Dream

(VÖ: 28.02.2020)

Oft stecken hinter den großen Erfolgen der Big Player im Musikgeschäft die emsig arbeitenden Songschreiber, Arrangeure und Produzenten, die aus dem Songmaterial einen Hit machen, Hailey Whitters ist solch eine fleißige Schreiberin, die, ob nun autobiografisch oder nicht, mit dem ersten Song, “Ten Year Town“ auf ihrem Album “The Dream“, die Gefühlswelt der Musiker/innen und Intepret/innen beschreibt, die Tag für Tag auf ihren Durchbruch warten und trotz aller Frustrationen die Hoffnung nicht aufgeben. Ein gelungener Einstieg in ein Album. Nachdenklich und melancholisch ist auch “Red Wine And Blue“. Hailey Whitters, die aussieht wie die jüngere Ausgabe von Miranda Lambert, trägt diesen Song mit einer Girlie Stimme vor, die aber über viel Bitterkeit verfügt. Mit “Dream Girl“ wird dann auch ein Girlie Thema intoniert. Eine Barbekanntschaft gibt bei “Janice At The Hotel Bar“ einige Lebensweisheiten preis und bei “The Devil Always Make Me Think Twice“ beschreibt Hailey Whitters, dass man oft wieder besseren Wissens handelt. 12 Titel einer ganz sicher talentierten Songschreiberin haben jede Menge, auch manchmal trauriges, Unterhaltungspotential. Musik ganz unaufgeregt, die die Texte im Vordergrund belässt und eine Stimme, die so unfertig und dennoch so wissend klingen kann. “The Dream“ von Hailey Whitters ist ein feines Album, welches mehrere Annäherungen durchaus benötigt. Mit einer Aneinanderreihung von “Kalendersprüchen“ im letzten Titel “Living The Dream“ endet “The Dream“ und wird beinahe zu einem Konzeptalbum.

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Midland – Live From The Palomino

(VÖ: 28.02.2020)

Wer diese Band nicht gern einmal live erleben möchte, hat das immense Potenzial des texanischen Trios noch nicht schätzen gelernt. Das Album “Let It Roll“ und die gleichnamige Tour zementierten 2019 den Ruhm der Musiker aus Texas. Im legendären Palomino Club in Kalifornien wurde dann das vorliegende Live Album aufgenommen. Tolle 10 Titel, tolle Musik, tolle Stimmung und zurück bleibt das blöde Gefühl, nicht dabei gewesen zu sein. So herrlich traditionell und dennoch so frisch präsentiert, haben Cameron Duddy, Jess Carson und Frontmann Mark Wystrach eine Form gefunden, Country Music auf ganz hohem Niveau einzuspielen, welche alle Lügen straft, die sagen, dass traditionelle Country Music ausgedient hat. Man muss halt wissen, wie man diese Musik verpackt. Kamen die Songs auf dem Album noch sehr “Retro“ daher, so ist dieser Live Mitschnitt ein mitreißendes Erlebnis. Jetzt warten die Fans auf eine Fortsetzung. Hoffentlich nicht zu lange.

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Hayseed Dixie – Blast From The Grassed

(VÖ: 14.02.2020)

Hayseed Dixie ist die Band, die provozieren will. Die seit ihrem Debütalbum “A Hillbilly Tribute To AC/DC“ mit welchem sie Rock Titel mit elektrisch verstärkten Instrumenten in “Rockgrass“ transformierte, einen eigenen Weg geht. Ihre Musik wird mal als Rockgrass, dann als Comedy Rock oder Parody Bluegrass beschrieben. Spaß haben die Musiker sicher. Im neuen Album “Blast From The Grassed“ haben sie diesmal 12 Pop Klassiker aufs Korn genommen. Von “Africa“ über “Staying Alive“ und “Tainted Love“ bis “Dancing Queen“ und “Eternal Flame“ reichen die sicher nicht immer ernst gemeinten Neubearbeitungen durch Hayseed Dixie. Wem’s gefällt. Musikalisch auch recht gekonnt in Szene gesetzt, kann solche Musik bestimmt für eine pfundige Party taugen. Mit Country Music oder Bluegrass hat das aber absolut nichts zu tun. Schnell weiterschalten.

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Brent Cobb – No Place Left To Leave

(VÖ: 07.02.2020)

Von der Neuveröffentlichung seines Albums “No Place Left To Leave“, welches bereits 2006 als Download veröffentlicht wurde, verspricht sich der Singer/Songwriter Brent Cobb endlich die Aufmerksamkeit, die seine Musik verdient. Er ist ein Southern Rocker, was er auch gleich zu Beginn mit dem Opener „Richland“ lautstark unter Beweis stellt. Doch gleich mit dem Titelsong, gleitet er in eine Americana Ballade, die geschmeidig bleibt. Auch als Outlaw lässt sich der Mann aus Georgia gern bezeichnen. Seine Musik ist unangepasst, autark und nicht hitgetrieben. Dennoch hat sich Brent Cobb als Songschreiber für etliche Top Interpreten wie etwa Luke Bryan, Kellie Pickler, Kenny Chesney, Miranda Lambert, Little Big Town, The Oak Ridge Boys einen Namen gemacht. Mit dem Titel “Bar, Guitar And A Honky Tonk Crowd“ macht er klar, was ihm besonders am Herzen liegt. Wer dabei aber an eine feine Honky Tonk Music denkt, wird überrascht sein über die fetten Gitarrenriffs und die unverhohlene Rock Music. Mit “Dirt Road In Georgia“ hat er eine Ballade im Gepäck, die die weiche Seite von ihm zeigt. Eine Hommage an seine Heimat. “Black Creek“ ist dann gute Singer/Songwriter Music, von akustischer Gitarre begleitet. Das Album schließt mit einem reinen Blues. “Hold Me Closely“ verklingt und eine gute halbe Stunde intelligenter Musik endet. Die Wiederveröffentlichung dieses Albums hat, gerade in unserer Neuzeit, absolut eine Berechtigung.

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Lukas Nelson & Promise Of The Real

(VÖ: 25.08.2017)

Bereits drei Jahre alt ist das Album “Lukas Nelson & Promise Of The Real“ welches den Namen der Band trägt, mit der der Sohn von Willie Nelson schon seit einigen Jahren Musik macht. Natürlich trägt er schwer an den ständigen Vergleichen mit dem “Übervater“. Aber er hat die Skills des herausragenden Gitarre Spielens geerbt und weiß damit eindrucksvoll umzugehen. Gleich zu Beginn dauert der Opener “Set Me Down On A Cloud“ einmal über sieben Minuten. Hier ist eine Rockband am Werk, die zunächst die Begleitband von Neil Young war. Hat man die ersten Titel des Albums gehört, erstaunt die stimmliche Ähnlichkeit zwischen Vater und Sohn nicht mehr und man kann Lukas Nelson mit voller Aufmerksamkeit zuhören. Unangepasst ist auch er in seiner Musik, die sich an keine Regeln zu halten scheint. Blues, Rock, American Chanson, Jazz und was auch immer findet man in Sequenzen, auch bei Balladen wie “Just Outside Of Austin“. Der Song “Carolina“ kommt als Rumba daher und ist wohl mit Schmunzeln arrangiert. “Runnin‘ Shine“ ist eine ganz fein produzierte Ballade, die sehr autobiografisch ist. Damit man nicht allzu sehr in Country Music versinkt, hat Lukas Nelson dann mit “Find Yourself“ einen R&B Knaller auf das Album gepackt. Und so wechseln die Genres mit mancher Überraschung und man hat nach den 12 Titeln jede Menge von dem musikalischen Erbe, welches Lukas Nelson in sich trägt, aufgesogen. Sehr anspruchsvoll bisweilen und alles andere als Chartmucke.

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Eleven Hundred Springs – Here ‘Tis

(VÖ: 17.01.2020)

Mit seiner Band Eleven Hundred Springs hatte sich 1998 Frontmann, Sänger, Gitarrist und Bandleader Matt Hillyer sein persönliches Herzensprojekt realisiert. In der Folgezeit wechselten die Besetzungen der Band, da Matt immer auf der Suche nach noch perfekterem Sound war. Heutzutage sind als Musiker, neben Matt Hillyer (lead guitar, lead vocals) noch Steven Berg (upright and electric bass, backing vocals) noch Jordan Hendrix (fiddle), Chad Rueffer (lead guitar, backing vocals, some lead vocals), Ray Austin (steel guitar, dobro) und Christian Dorn (percussion) bei Eleven Hundred Springs an Bord. Mittlerweile gibt es mit “Here ‘Tis“ das 14. Album der Band aus Texas. In einer Rezension war zu lesen: “es gibt Bands, die spielen Country Music und es gibt Country Bands.“ Eleven Hundred Springs gehören eindeutig zur ersten Kategorie. Songwriting, Instrumentierung, Arrangement, alles ist Country Music. Aber Vorsicht für alle Fans der modernen, rockorientierten, chartstürmenden Songs, die oft am Rand dessen rangieren, was man Country Music nennen darf. Hier erklingt Musik, wie Country Music in vergangenen Jahrzehnten klang, die vor allem in den Honky Tonks in Texas die Menschen zum Tanzen und Abfeiern animierte. Gleich zu Beginn, bei “This Morning It Was Too Late“, wird man über vier Minuten mit einer Ballade verwöhnt, die auf Text setzt und zum Träumen verleitet. “Here ‘Tis“ bietet “nur“ 10 Titel, dafür aber laden wunderbar ruhige Laid Back Arrangements zum Zuhören ein oder Swing und Two Step lassen die Tanzbeine unruhig werden. Wie heißt es im Titel “Looking Back“? „Wenn ich zurückblicke, ich würde nichts ändern.“ Hoffentlich gilt das auch für diese Musik, damit wir auch in Zukunft daran erinnert werden, wie wunderbar entspannend Country Music sein kann. Da stört kein übertriebenes Arrangement, man hört einfach nur die Band spielen. Da dürfen Fiddle und Steel Guitar ungehindert Melodien führen und ein einfaches Drums Equipment bleibt unaufgeregt relaxt. Welch feine 35 Minuten Entspannung mit feiner Musik!

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Frank Foster – The Way It Was

(VÖ: 10.01.2020)

Kurz vor seinem 30. Geburtstag hatte Frank Foster wohl genug von seinem Job als Arbeiter bei einer Ölfirma. Er startete eine Profikarriere als Singer/Songwriter in seiner Heimat Louisiana. Nun hat er mit “The Way It Was“ sein achtes Album am Start. Er geht seinen Weg als unabhängiger Künstler mit eigenem Verlag und eigenem Management. Das macht ihn frei von Beeinflussung und frei vom Diktat der Radiostationen. Das merkt man seiner Musik auch an. Das Album beginnt mit “Sunday Dinner“ und einem Orgel Intro. Das geht in eine, von Piano begleitete, 2 Minuten Ballade über, die ein sonntägliches Mittagessen mit Gebet in der Familie beschreibt. Mit dem Titelsong “The Way It Was“ wird diese Retrospektive noch einmal unterstrichen und auch die Musik versetzt die Hörer in eine Zeit, die an die eigene Jugend erinnert. Klar, dass Frank Foster seiner Heimat, den Südstaaten, mit dem Song “Sweet Home Dixie“ eine Hommage widmet. Mit dem “Prison Song“ wandelt sich Stimme und Ausdruck. Ein fetter Blues dringt rockig aus den Lautsprechern. Doch gleich darauf sind die Balladen “A Few More Miles“ und das vier Minuten Werk “Old Friend“ wieder im Erzählmodus mit ganz entspannter Musik. Das toppt Frank Foster noch mit seiner fünf Minuten Ballade von “Katie And Bobby“, ein Titel, der mit einem besonderen Gitarren Sound für eine sphärische Atmosphäre sorgt. Zum Schluss hat Frank Foster noch eine Raw Version in petto. Ein lustiger Schluss eines beeindruckenden Albums. Wie schön, dass es solche Künstler gibt. Gern mehr davon.

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Hawktail – Formations

(VÖ: 10.01.2020)

Fiddlerin Brittanny Haas, Bassist Paul Kowert, Gitarrist Jordan Tice und Mandolinist Dominick Leslie sind die Instrumentalisten der Formation Hawktail. Diese vier außergewöhnlichen Musiker treiben ihre Virtualität in ungeahnte Höhen. Was da in den sieben Titeln des Albums “Formations“ erklingt, ist konzertante Akustikmusik auf Weltmeisterniveau. Sieben Instrumentaltitel mit einer Gesamtlänge von 36 Minuten lassen die Herzen von Fans akustischer, traditionell gegründeter Musik höherschlagen. Ein hoher Anspruch scheint den Instrumentalvirtuosen als Maxime zu gelten. Man hört und staunt. Allerdings ist diese Art von Musik nur etwas für absolute Fans. Sehr speziell, aber unglaublich gekonnt. Ein Geheimtipp also.

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Little Big Town – Nightfall

(VÖ: 17.01.2020)

Die Messlatte haben sich die vier Mitglieder der Band Little Big Town in den vergangenen Jahren selbst sehr hochgelegt. Mit dem Album “Nightfall“ soll die Karriere der Country Pop Band aus Alabama fortgesetzt werden. Mit “Next To You“, der Liebesbezeugung, dass man besser schläft, wenn der Liebste nebenan liegt, beginnt das Werk. Nach drei Minuten ist der Song erzählt. Die Produzenten haben dann noch ein über eine Minute dauerndes Ooh, Ooh, Ooh-Outro angehängt und damit den Song endgültig in die Pop Music katapultiert. Auch der Titelsong “Nightfall“ kann den Bezug zu Country Music nur schemenhaft andeuten. Drum Computer, flaches Arrangement und ein Text, der wenig Aussagekraft besitzt, das ist Pop Musik par excellence. Bis als fünfter Titel “Over Drinking“ erklingt, sucht man Country Music vergebens auf dem Album “Nightfall“ von Little Big Town. Doch die aufkeimende Hoffnung auf echte Country Music wird mit dem Titel “Wine, Beer, Whiskey“ zunichte gemacht. Dieses Bro-Monstrum könnte jede Party kurz vor dem Koma untermalen. Mit “The Daughters“ keimt noch einmal Country Music auf. Darin wird die Frage gestellt, ob es neben dem Gottvater und dem Sohn auch einen Gott für Töchter gibt. Zu allgegenwärtig scheinen die gesellschaftlich festgezurrten Verhaltensregeln für Töchter. Ähnlich “Sugar Coat“. Da wird eine bittere Klage über das Leben geführt. Also, geht doch. Für ein Country Music Album ist das aber zu wenig. Schaut man aus dem Blickwinkel der Pop Musik auf “Nightfall“ von Little Big Town, hat man ein tolles Album eines top abgestimmten Gesangsquartetts vor sich. 13 Titel bieten eine Menge ausgefeilter Arrangements und die Pop Musik Fans werden die Ausflüge in die Country Music sicher tolerieren. Country Fans wissen, dass die wenigen Top Ten Platzierungen von Little Big Town in den Country Charts ihren Grund haben.

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Phil Vassar – Stripped Down

(VÖ: 17.01.2020)

Seit mehr als 20 Jahren versorgt Phil Vassar seine Fans mit gefühlvollen und geschmeidigen Balladen. Seine erfolgreichsten Titel, “In A Real Love“ und “Just Another Day In Paradise“ liegen nun auch schon beinahe zwei Jahrzehnte zurück. Er ist immer noch da und ist sich und seiner Musik treu geblieben. So ist auch sein neues Album “Stripped Down“ geprägt durch konzertant arrangierte Balladen. Das kann er halt am besten. Aber er kann auch rockiger wie bei “Perfect World“ oder bei “Takes Me Back Again“. Doch dabei ist er immer noch recht geschmeidig anzuhören. Die Nähe zur Pop Music ist bei ihm latent, lenkt aber nicht von „seiner“ Country Music ab. Mit seiner leicht angerauten Stimme transportiert er seine Texte eingängig. Im neuen Album gleichen sich die meisten der „nur“ 8 Titel doch sehr. Man bekommt das Gefühl von einer Endlosschleife. Nicht unattraktiv, aber wie aus einem Guss. Wie er selbst über sein Album sagt, sei Weniger oft Mehr. So seien die Songs die Essenz seines musikalischen Schaffens. Phil Vassar wollte sich und sein Piano möglichst unverstellt präsentieren. Dann sagt er etwas, dass man heutzutage nur zweimal unterstreichen kann: „Wir neigen in Nashville zu Überproduktionen, einfach weil wir es können und ich denke, das ist etwas außer Kontrolle geraten. Ich wollte etwas tun, was Garth Brooks in Las Vegas getan hatte. Nur er und seine Gitarre.“ Übertragen auf Phil Vassar bedeutet das, nur er und sein Piano. Obwohl ihn bei der Single “This Is Where The End Starts“ seine Tochter Haley als Gesangspartnerin unterstützt. “Stripped Down“ mag für die Fans ein Highlight sein. Allerdings droht solch eine Produktion im großen Topf der Mainstream Music unterzugehen.

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Sideline – Breaks To The Edge

(VÖ: 10.01.2020)

Nach dem vielbeachteten Vorgängeralbum der Bluegrass Formation Sideline “Front And Center“ liegt nun das aktuelle Werk “Breaks To The Edge“ vor. In den Bluegrass Alben Charts steigt das Album unaufhörlich dem Spitzenplatz entgegen. 12 Titel, wieder abwechslungsreich zusammengestellt von Coverversionen bis zu Eigenkompositionen, sind ein Aushängeschild für Bluegrass Music. Nicht nur, dass die sechs Musiker allesamt absolute Könner an ihren Instrumenten sind, auch der Satzgesang, vom High Tenor bis zum knackigen Bass, ist von bester Qualität. Dabei verzichten Sideline auf experimentelle Ausflüge. So können alle Hörer an dieser Musik ihren Spaß haben. Sind auch die Inhalte oft gar nicht so fröhlich wie die Melodien es suggerieren, die hohe Geschwindigkeit mit der viele Titel eingespielt sind, lassen keine Langeweile aufkommen. Mit “Diggin‘ My Own Grave“ geht es fulminant los und Sideline zeigen gleich einmal, welche Könner da zu Werke gehen. Danach folgt die für Radio Play ausgekoppelten Single “Return To Windy Mountain“, in welcher das Landleben besungen wird. Mit “Southern Wind“ findet sich auf dem Album “Breaks To The Edge“ von Sideline eine ganz feine Ballade, die einmal nicht von der Bluegrass Power getrieben ist. Das Album endet mit “Down In The Willow Garden“, einer rabenschwarzen Mörderballade, die alle großen Bluegrass Formationen wie etwa Flatt & Scruggs oder The Stanley Brothers im Programm hatten. Traditioneller geht’s nicht und ist dennoch frisch erzählt und eingespielt. Zwölfmal Bluegrass vom Feinsten, zwölfmal Spaß beim Hören. Was will man mehr? Ach ja, die Musiker gehören vorgestellt. Steve Dilling am Banjo, Jason Moore am Bass, Skip Cherryholmes an Gitarre und Mandoline, Zack Arnold an Gitarre und Mandoline, Jamie Harper an der Fiddle und Jakob Greer an Gitarre und Gesang blicken auf eine lange Karriere als Musiker zurück. Das dringt aus jedem Song der Gruppe Sideline. Absolut empfehlenswert.

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White Owl Red – Afterglow

(VÖ: 26.02.2020)

Freunde des Genres Americana dürfen sich auf das vierte Album von Singer/Songwriter Josef McManus freuen. Sein musikalisches Soloprojekt hat er White Owl Red genannt und das neue Album heißt “Afterglow“. Mit dem Titelsong geht es auch los. Dann reihen sich die musikalisch erzählten Geschichten wie Perlen auf der Schnur aneinander. Die Mischung aus Americana, Indie Rock, Folk und Country macht die Musik von White Owl Red so interessant. Da steht jemand für seine Auffassung von Musik aufrecht und schielt nicht unbedingt auf Radio Play. Das verspricht eine kurzweilige halbe Stunde Unterhaltung. Von “Hell And The Blues“, “I Walk The Line (For You)“, den konzertanten Balladen “Through Is Through“ und “Wake Up“ bis zum Schlusstitel “Working Class Heroes“, sind das ohne Ausnahme eigenwillige und in ihrer Darbietung herausragende Songs. Für die musikalische Ausgestaltung hat sich Josef McManus etliche Gastmusiker eingeladen. Gesanglich etwas Unterstützung hatte er durch Tonia Smith und Reggae Singer Sage Grey. Der eigene Gesang ist nicht perfekt, passt aber zum Gesamtkonzept, dem Eitelkeiten fern zu liegen scheint. “Afterglow“ muss man mehrfach hören um die Gedanken des Künstlers nachzuvollziehen. Ein Nachglühen ist also durchaus gewünscht.

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Ronnie Dunn – Re-Dunn

(VÖ: 10.01.2020)

Lässt man mal außen vor, dass Ronnie Dunn mit Partner Kix Brooks vom Anfang der 1990er Jahre bis tief in das erste Jahrzehnt der 2000er Jahre die Charts zu ihrem Wohnzimmer machten und sich vor Preisen und Ehrungen als bestes Country Music Duo nicht retten konnten und außer Acht lässt, dass die “Wiedervereinigung“ der beiden Musiker nach mehr oder weniger erfolgreichen Solokarrieren mit dem Album “Re- Boot“ in 2019 nur ein kurzes Aufflackern längst vergangener Zeiten zuließ, ist die Veröffentlichung eines “Re-Dunn“ Albums auf den ersten Blick nicht verlockend. Doch weit gefehlt! Zum einen singt da nicht irgendwer, sondern einer der besten Sänger der Country Music. Zum anderen ist die Songauswahl etwas ganz Besonderes. 24 (!) Titel, die von der Popschnulze “It Never Rains In Southern California“ aus 1972 und “Long Cool Woman (In A Black Dress)“, dem Hollies Titel aus der gleichen Ära bis hin zu Eric Claptons “Wonderful Tonight“ oder “I’m Not In Love“ von der Gruppe 10 CC einen ganz großen Bogen schlagen. Ganz bewusst hat Ronnie Dunn die Cover Songs aufgenommen. Allesamt Klassiker von ihm neu interpretiert und, wie von ihm gewohnt, beeindruckend eingesungen. Ursprünglich sollte es ein reines Rock Song Cover Album werden. Aber Ronnie Dunn konnte doch nicht ganz ohne Country Music. Dann fanden so wunderbare Titel wie “Amarillo By Morning“ oder “The Cowboy Rides Away“, die George Strait Nummern oder “Drinking Thing“, “Ashes By Now“, “Ridin‘ My Thumb To Mexico“, “I Can’t Help It (If I’m Still In Love With You), “Together Again“ oder “That’s The Way Love Goes“ Eingang in die Tracklist. Okay, das Album ist nur zum Teil Country, sogar die Country Cover Songs sind manchmal aus ihren ursprünglichen Komfortzonen herausgeholt worden. Aber es ist immer ein Genuss, dieser Stimme zu lauschen. Dazu ist die tolle Mischung der vielen Titel Garant für einen kurzweiligen Musikabend. Mag es wieder die Fans geben, die sich mehr Country Music von Ronnie Dunn gewünscht hätten, wer bei “Peaceful Easy Feeling“ in der Interpretation von Ronnie Dunn nicht ins Träumen gerät, dem ist einfach nicht zu helfen. Eine tolle Überraschung ist das Album “Re-Dunn“. Hoffentlich gibt es in Zukunft wieder ein „redone“.

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Michael Ray Fain – Country Side

(VÖ: 01.01.2020)

In einer Zeit, in der zum einen immer mehr Künstler sich keine eigene Website leisten, sondern lediglich auf Facebook, Instagram und Co. zu entdecken sind und in einer Zeit, in der es immer mehr Missbrauch mit persönlichen Daten gibt, haben Fans es außerordentlich schwer, sich über etliche Künstler ihrer Wahl zu informieren. So auch im vorliegenden Fall. Wer ist Michael Ray Fain? Wo kommt der Mann her? Welchen Hintergrund hat er als Musiker? Ist das Album “Country Side“ sein Debütalbum? Fragen über Fragen. Das alles ist aus Europa kaum zu beantworten. Michael Ray Fain stammt aus Virginia und hat mit dem Album “Country Side“ ein mit 8 Titeln knapp gehaltenes Werk vorgelegt. Dafür steckt in dem Werk drin, was der Titel vermuten lässt. Traditionelle Country Music. Seine Qualitäten als Sänger sind nicht überragend und manches Arrangement, wie bei “Lil Miss Hollywood“ strapazieren die Zuhörer etwas. Ob man einen Titel wie “Mason Jars & Guitar Strings über 6:21 Minuten ziehen muss, ist auch zu hinterfragen. “Love Will Find A Way“ ist ein Duett. Doch mit welchem weiblichen Part? Also, das klingt alles ein wenig nach einem Selbstverwirklichungstrip. Eine große Karriere wird es da nicht geben. Gehört, gewundert und vergessen.

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Joey Greer – Frontier

(VÖ: 01.01.2020)

Und wieder ein neuer Name, ein neues Gesicht, eine neue Stimme und kaum Infos dazu. Texaner ist Joey Greer und stammt aus einem sehr gläubigen Elternhaus, in welchem er schon sehr früh mit Musik in Verbindung kam.
Sein Album “Frontier“ umfasst 10 Tracks und ist eine Mischung aus Southern Rock und Country. Da geht es zum Teil heftig ab. “Two Steps Away“ etwa ist so ein Knaller. Manche Ballade ist intensiv und kraftvoll zugleich. Joey Greer hat eine Stimme, die diese verschiedenen Genres recht gut bedienen kann. Da fällt das Zuhören nicht schwer. Absolut radiotaugliche Songs hat er auf seinem Album “Frontier“ untergebracht. “Right Here With Me“ beispielsweise. Rockfans kommen bei “Good Enough“ auf ihre Kosten. Wenn zum Schluss die Hymne “How Great Though Art“ als Familienkooperation erklingt, ist ein großer Bogen durch verschiedene Musikrichtungen gespannt. Das sollte zukünftig etwas strukturierter und zielgerichteter angelegt werden und man wird sich auf weitere Produktionen von Joey Greer freuen dürfen.

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Chase Rice – The Album Pt. I

(VÖ: 24.01.2020)

Der ehemalige American Football Spieler Chase Rice hatte erste Beachtung mit seiner Auffassung von Country Music im Jahr 2012 nachdem er in einer Reality Show 2010 auf sich aufmerksam machte. Als er dann auch noch als Mitautor des Erfolgstitels “Cruise“ für Florida Georgia Line genannt wurde, war der Weg frei für eine eigene Karriere als Country Interpret. Mit “The Album PT. I“ lässt er sein viertes Album auf die Menschheit los. Um es gleich vorweg zu nehmen, Chase Rice ist ein Vertreter des Bro Country, des Rock-Pop Country und der es ganz unverhohlen auf Radioplay abgesehen hat. So strotzen seine Arrangements von allerlei Tricksereien und eingängigen fetten Beats. Wenn dann mal eine Ballade wie “Best Night Ever“ erklingt, ist sie mit einem “O-ho, he-O“ Chor hinterlegt und mit Echoeffekten verseucht. Das mag Disco Country Fans begeistern. Mit Country Music hat das aber nix zu tun. Das ist sehr schade. Da sich der O-O-O- Chor einfach nicht vertreiben lässt, ist dieses Album mit seinen 8 Songs nicht unbedingt in ein gut sortiertes Country Music Regal einzuordnen.

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Dustin Lynch – Tullahoma

(VÖ: 17.01.2020)

Dustin Lynch ist ein Country Music Interpret, der aus der Music Mafia Schule zu kommen scheint. 2012 legte er erste Spuren im Business von Nashville. Nach seinem 2017 er Album “Current Mood“ hat er nun sein viertes Album vorgelegt. “Tullahoma“ ist sein Heimatort unweit von Nashville. Seine Musik ist rockig angelegt und setzt auf Radioplay. Damit ist er nicht allein auf weiter Flur. Sowohl seine Songs als auch seine Stimme und vor allem das Arrangement der 11 Songs auf “Tullahoma“ sind verwechselbar uniformiert und bieten erst einmal keinen Punkt zum Aufmerken. Auch das Duett mit Lauren Alaina “Thinking ‘Bout You“ kann von den allzu absehbaren Beats und Effekten nicht ablenken. Selbst recht gut angelegte Balladen wie “The World Ain’t Yours And Mine“ werden kaputt getrommelt. Das ist Musik, die nicht für Kopfhörergenuss geeignet ist. Fette Partystimmung geht sicher. Mann, ist das schade, wenn gute Interpreten so einen gleichgeschalteten Sound produzieren, der von den angesagten Pop Interpreten nicht zu unterscheiden ist. So wird man der Country Music nicht gerecht.

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Die ausführlichen Besprechungen der folgenden Alben sind hier: Archiv

Blake Shelton – Fully Loaded: God’s Country

(VÖ: 13.12.2019)

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Wade Hayes – Who Saved Who

(VÖ: 13.12.2019)

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Tracy Byrd – Live At Billy Bob’s Texas

(VÖ: 08.11.2019)

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TJ Walker – The Long Game

(VÖ: 15.11.2019)

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Brett Kissel – Now Or Never

(VÖ: 01.01.2020)

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Duke Weddington & Higher Ground Bluegrass – Auburn Sky

(VÖ: 27.12.2019)

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Jesse Friszell – Rose Gold Renegades

(VÖ: 20.12.2019)

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George Ducas – Yellow Rose Motel

(VÖ: 06.12.2019)

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Brantley Gilbert – Fire & Brimstone

(VÖ: 04.10.2019)

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Cody Jinks – After The Fire

(VÖ: 11.10.2019)

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Cody Jinks – The Wanting

(VÖ: 18.10.2019)

 

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Gary Allan – Smoke Rings In The Dark (Deluxe Edition)

(VÖ: 26.10.1999)

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Old Dominion – Old Dominion

(VÖ: 25.10.2019)

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Toby Keith – Greatest Hits: The Show Dog Years

(VÖ: 25.10.2019)

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Allison Moorer – Blood

(VÖ: 25.10.2019)

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Old Crow Medicine Show – Live At The Ryman

(VÖ: 04.10.2019)

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LeAnn Rimes – Live At Gruene Hall

(VÖ:25.09.2019)

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Kiefer Sutherland – Reckless & Me

(VÖ: 26.04.2019)

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Ned LeDoux – Next In Line

(VÖ: 08.11.2019)

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Hootie And The Blowfish – Imperfect Circle

(VÖ: 08.11.2019)

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Sarah Lee Langford – Two Hearted Rounder

(VÖ: 08.11.2019)

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Miranda Lambert – Wildcard

(VÖ: 01.11.2019)

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Jon Pardi – Heartache Medicine

(VÖ: 27.09.2019)

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The Cumberland River Project – The Cumberland River Project

(VÖ: 06.03.2020) !!! – Vorankündigung –

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Lady Antebellum – Ocean

(VÖ: 15.11.2019)

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Luke Combs – What You See Is What You Get

(VÖ: 08.11.2019)

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Clint Black – Still Killin‘ Time

(VÖ: 08.11.2019)

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Micky & The Motorcars – Long Time Comin‘

(VÖ: 01.11.2019)

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Livewire – Wired!

(VÖ: 25.06.2009)

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The Oak Ridge Boys – Down Home Christmas

(VÖ: 25.10.2019)

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Wade Bowen – Twelve Twenty-Five

(VÖ: 08.09.2019)

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Jason Aldean – 9

(VÖ: 22.11.2019)

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Florida Georgia Line – The Acoustic Sessions

(VÖ: 18.10.2019)

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King Calaway – Rivers

(VÖ: 04.10.2019)

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Lainey Wilson – Redneck Hollywood

(VÖ: 13.09.2019)

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BaCoN – Sizzling at the Rattlesnake Saloon

(VÖ: 2019)

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Tim Grimm – Heart Land Again

(VÖ: 27.09.2019)

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Eric Paslay – Live In Glasgow

(VÖ: 20.09.2019)

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Kevin Daniel – Things I Don’t See

(VÖ: 20.09.2019)

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Home Free – Dive Bar Saints

(VÖ: 06.09.2019)

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Jenny Anne Mannan – Carnies & Cowboys

(VÖ: 03.09.2019)

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Trisha Yearwood – Every Girl

(VÖ: 30.08.2019)

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Riley Green – Different `Round Here

(VÖ: 20.09.2019)

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T.G. Sheppard – Midnight In Memphis

(VÖ: 20.09.2019)

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The Grascals – Straighten The Curves

(VÖ: 20.09.2019)

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Lakeside – Moving On

(VÖ: 13.09.2019)

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Crystal Gayle – You Don’t Know Me

(VÖ: 06.09.2019)

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Zac Brown Band – The Owl

(VÖ: 20.09.2019)

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The Highwomen – The Highwomen

(VÖ: 06.09.2019)

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Kevin Fowler – Barstool Stories

(VÖ: 23.08.2019)

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Justin Moore – Late Nights And Longnecks

(VÖ: 23.08.2019)

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Heartland – I Loved Her First – The Heart Of Heartland

(VÖ: 26.07.2019)

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Midland – Let It Roll

(VÖ: 23.08.2019)

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Ty Herndon – Got It Covered

(23.08.2019)

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Rodney Crowell – Texas

(VÖ: 16.08.2019)

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CAAMP – By And By

(VÖ: 26.07.2019)

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Tanya Tucker – While I’m Livin‘

(VÖ: 23.08.2019)

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Vince Gill – Okie

(VÖ: 23.08.2019)

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Tracy Lawrence – Made In America

(VÖ: 16.08.2019)

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Willie Nelson – Ride Me Back Home

(VÖ: 21.06.2019)

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William Lee Golden – My Life’s Work

(VÖ: 19.07.2019)

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Malenco – Berries For The Old Town
(VÖ: 26.07.2019)

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Zane Williams – The Oak Tree And The Weed
(VÖ: 17.06.2019)

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Jared Rogerson – Branch Of The Tree
(VÖ: 02.07.2019)

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Aaron Watson – Red Bandana
(VÖ: 21.06.2019)

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Bruce Robison & Kelly Willis – Beautiful Lie
(VÖ: 21.06.2019)

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Dale Watson – Live Deluxe…Plus
(VÖ: 19.07.2019)

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Jim Lauderdale – From Another World
(VÖ: 21.06.2019)

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The Steel Wheels – Over The Trees
(VÖ: 11.07.2019)

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Darryl Worley – Second Wind: Latest And Greatest
(VÖ: 26.04.2019)

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Lonesome River Band – Outside Looking In
(VÖ: 24.05.2019)

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Rodney Atkins – Caught Up In The Country
(VÖ: 09.05.2019)

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Blue Moon Rising – After All This Time
(VÖ: 17.05.2019)

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Liam Kennedy-Clark – Another Habit
(VÖ: 24.05.2019)

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Ian Noe – Between The Country
(VÖ: 31.05.2019)

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Dustin Sonnier – Between The Stones And Jones
(VÖ: 24.05.2019)

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Tim Bluhm – Sorta Surviving
(VÖ: 29.03.2019)

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Steve Earle & The Dukes – Guy
(29.03.2019)

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Adam Carroll – I Walked In Them Shoes
(VÖ: 12.04.2019)

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Horse Mountain: Songs From The Attic
(VÖ: 2019)

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Reba McEntire – Stronger Than The Truth
(VÖ: 05.04.2019)

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Aaron Lewis – State I’m In
(VÖ: 12.04.2019)

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Brooks & Dunn – Reboot
(VÖ: 05.04.2019)

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Randy Rogers Band – Hellbent
(VÖ: 26.04.2019)

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Markus Rill & The Troublemakers – Songland
(VÖ: 03.05.2019)

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Marty Brown – American Highway
(17.05.2019)

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Brent Moyer – Doing Better Now
(VÖ: 26.04.2019)

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George Strait – Honky Tonk Time Machine
(VÖ: 29.03.2019)

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Clay Walker – Long Live The Cowboy
(VÖ: 21.01.2019)

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Detentions – Yes It Is
(VÖ: 11.01.2019)

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Thomm Jutz, Eric Brace, Peter Cooper – Riverland
(VÖ: 8. Februar 2019)

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Joe Nichols – Never Gets Old – Traditional Country Series
(VÖ: 31. August 2018)