Hier werden, wie vormals im Print-Magazin, verschiedenste CDs vorgestellt.

Soweit nicht anders genannt, alle Reviews von Manfred Hesse

CD Besprechungen - Inhaltsverzeichnis

Amanda Cook – Narrowing The Gap

(VÖ: 26.03.2021)

Bluegrass Fans dürfen sich freuen. Amanda Cook und ihre Band haben ein neues Album veröffentlicht. “Narrowing The Gap“ liefert mit zehn Tracks jede Menge atemberaubend eingespielte und gesungene Bluegrass Music. In der Tat, hat sie damit erneut einen engen Schulterschluss mit allen Freunden der akustischen und traditionsbasierten Musik hinbekommen. “Narrowing The Gap“ ist bereits das vierte Album für die Interpretin aus Virginia, die in Florida geboren wurde und schon sehr früh in der Band des Vaters mitmischte und das dritte Album unter dem Mountain Fever Records Label. 2014 erschien ihr Debütalbum “One Stop Along The Road“, von welchem sie den Titel “Get On Board“ auch für das neue Album übernommen hat. Mittlerweile hat sie in ihrer Band ganz hervorragende Musiker um sich geschart und präsentiert auf ihrem neuesten Werk eine Bluegrass Music, die frisch und voller Schwung mit tollen Melodien aber auch manchmal mit nachdenklichen Texten aufwartet. Bereits mit dem Opener “Get On Board“, ein absoluter “Catchy Song“, hat sie die volle Aufmerksamkeit der Hörer gewiss. Das treibende Banjo von Carolyne VanLierop-Boone gibt dem Song den Sound des Zuges, in den Amanda auffordert einzusteigen. Mit dem Folgetitel “Lonesome Leaving Train“, den sie mit dem Grammy Award Nominee Thomm Jutz geschrieben hat, erzählt sie die anrührende Geschichte einer jungen Braut, die sich weit in den Westen aufmacht ihren Liebsten zu treffen aber nicht findet, was sie sucht. Beide Titel sind als Single bereits erfolgreich ausgekoppelt. Die dritte Singleauskopplung ist “West Virginia Coal“ und beschreibt das harte Leben in den Kohleminen in Virginia. Hinzu kommen feine Balladen wie “When You Came Back Down“ oder “Curtains“ mit denen Amanda Cook eindrucksvoll ihre Stimme zur Geltung bringt. Den Schluss bildet “Where Are You Darling“ und lässt die Hörer noch einmal teilhaben an den feinen Instrumenten und macht garantiert Lust auf mehr. Bluegrass Music vom Feinsten, modern und eindringlich. Das macht richtig Laune.

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Brett Kissel – What Is Life?

(VÖ: 09.04.2021)

Mit dem ungewöhnlichen Opener Track, in welchem Brett Kissel erzählerisch die Frage aufwirft, was eigentlich das Leben ausmacht, beginnt das Album “What Is Life?“ und markiert bereits sein neuntes Studiowerk. Der Kanadier Brett Kissel, der in seiner Heimat schon hoch dekoriert wurde, begreift sich als Storyteller, der allerdings die breite Palette der Genres von Pop Country über Traditional Country und Accoustic Music in seine Titel einarbeitet. Vielleicht ist manches Element, wie etwa die gesprochenen Liebeserklärungen seiner drei, noch recht kleinen, Kinder viel zu viel des Guten. Mag er auch noch so stolz auf seine Familie sein, das hält eher davon ab, ihn als Künstler ernst zu nehmen. Hat man das Album “What Is Life?“ mit seinen 11 echten Tracks (die drei Kinder Schmusereien werden abgezogen) gehört, bleibt der Eindruck, dass hier ein Künstler mit Hang zur einfachen Psychologie den Hörern den Weg in eine bessere Welt zeigen möchte. Ob das ankommt, mögen die Konsumenten entscheiden. Ansprüche sind sicher wichtig und gut, man sollte es aber nicht übertreiben. So kann man das Album “What Is Life?“ von Brett Kissel durchaus abhaken und sich anderen Werken zuwenden.

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Brian Kelley – BK’s Wave Pack

(VÖ: 13.04.2021)

Wäre es nicht Brian Kelley, die eine Hälfte des erfolgsverwöhnten Duos Florida Georgia Line, man müsste die EP “BK’s Wave Pack“ vom “Beach Cowboy“ als Pop Country Schlagerzeug abtun. Und mit vier Songs auf diesem unbedeutenden Werk, verwöhnt der sehr von sich überzeugte Kelley seine Fans nicht gerade. Dass er sich des Genres Caribbean Country Music widmet, zeigt eine andere Seite des sonst doch im Duo mit Kollege Tyler Hubbard eher rockigen Interpreten. Allerdings hat dieses Genre bereits Kenny Chesney für sich okkupiert. Schaut man auf die Texte der vier Songs der EP “BK’s Wave Pack“, so wird man auch nicht gerade in Begeisterungsstürme ausbrechen. Schlagerhaft und oberflächlich, gerade mal zum Abfeiern geeignet. Das braucht niemand und in einer Zeit, in der die Fans nach guter Unterhaltung gieren, sollte man sich doch etwas mehr Mühe geben. Solch ein Produkt fällt durch.

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Morgan Wade – Reckless

(VÖ: 19.03.2021)

Ein Debütalbum ist immer eine besondere Aufmerksamkeit wert. Bei Morgan Wade, die zu ihrem Erstlingswerk die tiefenpsychologische Suche nach ihrem Selbst in den Fokus stellt, muss man einfach hinhören. Irgendwo zwischen Rock, Pop und Country scheint sie sich gefunden zu haben. Dass die teils nebulösen Arrangements verschleiern, was die junge Frau ausdrücken möchte, hindert den Blick auf das, was die Sängerin aus Florida zu sagen hat. Zudem möchte sie sich interessanter machen, indem sie ihr Alter geheim hält. Dass das nicht lange gut geht, sollte in der heutigen Zeit einer 26-jährigen Frau klar sein. Zehn Songs umfasst das Album “Reckless“ und beginnt mit dem Titel “Wilder Days“, in welchem Morgan Wade das Spannungsfeld einer jungen verliebten Frau zu einem älteren Mann thematisiert. So sind die meisten Songs auf der Thematik der bitteren Enttäuschung und der Hoffnung auf Erlösung aus der kleinstädtischen Enge durch den “Prinzen“ geprägt und lassen das Album “Reckless“ einerseits sehr authentisch wirken und kann in seiner Intensität durchaus berühren. Andererseits ermüdet die Melancholie trotz der motzigen Interpretation von Morgan Wade. Wären da nicht die feinen Balladen wie “Mend“ oder “Met You“, die beinahe ungeschminkt tiefe Einblicke in die Emotionen der Texte geben, bei denen Morgan Wade überall mitwirkte und ihren Stempel aufdrückte, das Album wäre beinahe im vielfältigen Musikgeschäft nicht weiter aufgefallen. So aber ist “Reckless“ von Morgan Wade allen empfohlen, die fernab von Chartmucke immer Freude an intensiver Singer/Songwriter Music haben. 

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Steve Gulley & Tim Stafford – Still Here

(VÖ: 19.03.2021)

Eine ganz besondere Melancholie liegt über dem Album “Still Here“ von zwei der besten Musiker des Bluegrass der Gegenwart. Tim Stafford, der Bluegrass Professor, musste erleben, dass sein Partner beim Album “Still Here“, Steve Gulley, nach kurzem schwerem Kampf gegen den Krebs im August letzten Jahres verstarb. Steve Gulley war für Tim Stafford ein ebenbürtiger Gitarrist und mit ihrem Projekt “Still Here“ haben die beiden ein, an traditionellen Bluegrass angelehntes, Album aufgenommen. Mit den 11 Titeln schielen Steve Gulley & Tim Stafford nicht auf großen Ruhm, sondern lassen die Melodien einfach fließen und vor allem, sie geben sich den Klängen hin und steuern mit zurückgenommenem Gesang eindeutig das Ziel an, die Bluegrass Tradition in die heutige Zeit zu transportieren. Zu erzählen haben die beiden Musiker auch eine Menge. Einzelne Titel herauszugreifen scheint unnötig. Solch eine Musik sollte man einfach auf sich wirken lassen. Da ist so viel Achtsamkeit auf das Arrangement verwendet und jegliche Eitelkeit vermieden, dass man beinahe andächtig zuhören muss. Da haben sich zwei Musiker gefunden, die sich als Gitarristen und als Sänger gesucht und gefunden haben. Gulley und Stanford arbeiten traditionelle Songs auf und lassen sie in die Neuzeit hineingleiten. Da dürfen Banjo und Fiddle genauso stattfinden, wie die virtuos gespielten Gitarren der Musiker Steve Gulley & Tim Stafford. Ja, mit “Still Here“ ist klar, Steve Gulley ist immer noch unter uns. Posthum, aber sehr präsent. Das Album “Still Here“ ist absolut hörenswert und eine feine Erinnerung an Steve Gulley.

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The Golden Roses – Devil’s In The Details

(VÖ: 19.03.2021)

„Texanische Country Music ist nur ein bisschen störrischer und etwas abseits.“ So werben The Golden Roses auf ihrer Homepage für ihre Musik. In der Tat haben sich John Mutchler, Kopf der Band und Frontmann, Troy Wilson am Bass, Shawnee Rose an den Drums und Fiddlerin Heather Rae Johnson für eine sehr traditionelle Art der Country Music entschieden. Sie machen Honky Tonk Dance Hall Music, gewürzt mit Western Swing, einer Prise Bluegrass, ja sogar etwas Bakersfield Sound. Tanzbare, eingängige 12 Titel haben The Golden Roses auf ihr zweites Studioalbum gepackt. Mit einem a capella Intro zum Song “When I’m Gone“ geht es gleich einmal mit viel Schwung los. Ein augenzwinkernder Answer Song folgt mit “San Antonio By Sundown“ gefolgt vom Titelsong “Devil’s In The Details“, eine feine von der Fiddle geleitete Laid Back Ballade. Als ein Fan sich den Lieblingshut von John Mutchler schnappte, war der ziemlich sauer und schrieb prompt den Titel “Song About My Cowboy Hat“. Die Gesangsqualitäten sind vielleicht nicht High End aber für diese Laune machende Musik gerade richtig. Man kann also auch mit solch traditioneller Musik richtig Party machen. Der “Song I Can’t Write“ wurde doch geschrieben und wer könnte sich der herrlich jammernden Steel Guitar bei “No Guitars In Prison“ entziehen? Mit dem Two Step herausfordernden “That Old House“ endet das Album “Devil’s In The Details“ von The Golden Roses. Ungewöhnlich wie der Bandname ist die Musik in der heutigen Zeit. Der geneigte Konsument wird aber ganz sicher prima unterhalten und darf hoffen, dass solche Country Music nicht vom Einheitsgedudel der Pop Country Industrie verdrängt wird. Es muss nicht immer die Radio Play oder Chart stürmende Musik sein, um gute Unterhaltung zu bieten. Die Dreiviertelstunde mit The Golden Roses ist ein liebenswerter Ausflug in die „störrische“ Country Music aus Texas.

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Midland – The Sonic Ranch

(VÖ: 19.03.2021)

In den, besonders für Künstler, schweren Corona Zeiten erinnern viele Musikschaffende die Fans an sich selbst und ihre Musik. Manche veröffentlichen EP’s mit bereits fertiggestelltem Material, welches nie auf einer Bühne gespielt werden konnte. Andere packen jede Menge Songs aus ihrer Vergangenheit in ein umfangreiches Album, manchmal durch einige wenige Neuheiten ergänzt. Und was macht eine Band, die 2018 noch mit dem ACM Award für die beste Vocal Group Of The Year ausgezeichnet wurde? Die Gruppe Midland lässt mit ihrem neuen Album die Konsumenten in ihre Bandvergangenheit blicken. In die Anfänge aus dem Jahr 2014 und die Band hat mit “The Sonic Ranch“ sowohl das riesige Areal der Recording Studios an der Grenze zu Mexiko im Blick, als auch die legendäre Atmosphäre, die schon viele eigenwillige und authentische Country Music Produktionen hervorgebracht hat. Nachdem sich der Videoregisseur Cameron Duddy mit Jeff Carson einer Band anschloss, war die Urzelle von Midland gefunden. Ein weiterer Kumpel von Cameron Duddy ist Mark Wystrach, der als Unterwäsche Model seinen Lebensunterhalt bestritt. Das Trio Midland war komplett. Beim Label Big Machine bekamen sie ihre Chance und 2017 erschien ihr Debütalbum “Midland“ als EP. Das Album “On The Rocks“ folgte im gleichen Jahr und 2019 erschien das Album “Let It Roll“. Beide Alben kletterten bis an die Spitze der Alben Charts. Fans von Midland werden sich verwundert die Ohren reiben, wenn sie die 12 Titel auf “The Sonic Ranch“ hören. Dabei fängt alles ganz flüssig und “Midland geschmeidig“ mit einer Adobe House Version von “Fourteen Gears“ an. Mark Wystrach’s Stimme schmeichelt und kratzt an der Grenze zum Pop. Für manche sind Midland nicht Country genug, für andere sind sie in der heutigen Zeit genau das Gegenteil. Eine “Raw Version“ von “Cowgirl Blues“ folgt und ist alles andere als umwerfend. Das aber war ganz sicher die Absicht von Midland, den Fans zu zeigen, wie alles begann und wie es zum typischen Midland Sound kam. So fallen die weniger begeisternden Titel, wenn beispielsweise Jeff Carson singt, weniger ins Gewicht. Dafür erkennt man die Charismatik von Mark Wystrach umso deutlicher. Seine Stimme und der Retro Sound machen den Erfolg der Band aus. Mit “This Town“ endet das Album “The Sonic Ranch“ von Midland. Diese Laid Back Ballade, unterstützt von Hammond B3 Organ und Piano, lässt die Hörer mit einem entspannten und vergnüglichen Gefühl zurück. Dieser Blick in das “Making Of“ der Band Midland ist ein gelungener, wenn auch riskanter, Schachzug in der heutigen Zeit auf sich aufmerksam zu machen.

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Brent Funkhouser – The Next Karaoke Star

(VÖ: 03.03.2021)

Americana Songs am laufenden Band hat Brent Funkhouser auf sein Erstlingswerk gepackt. Bob Dylan lässt grüßen, Red Dirt Sound á la Turnpike Troubadours gemischt mit Singer Songwriter Balladen teils mit Celli unterlegt, das begegnet den Hörern seines selbst produzierten Albums “The Next Karaoke Star“. Leider ist das Werk technisch nicht überzeugend. Der Sound ist dumpf, irgendwie unaufgeräumt und hinterlässt eine düstere Stimmung. Absicht oder nicht, wenn der Anspruch an sich und die Botschaft überzogen wird, kann es leicht passieren, dass sich Konsumenten abwenden. Die herausgehobene Single “The Blues, Mary“ ist solch ein Beispiel. Mit fünfeinhalb Minuten viel zu lang, durch die Streichersequenzen überladen und einfach “too much“. Leider kann Brent Funkhouser mit seiner Stimme keine höhere Aufmerksamkeit erlangen. Ein weiteres fünfeinhalb Minuten Werk, “I Really Mean“ ist langatmig und wenig begeisternd. Der zehnte und letzte Titel ist wieder fünf Minuten lang und so bringt es das Album auf 42 Minuten Langeweile. Keine Abwechslung, dem Blues viel zu viel Raum gewährt und dazu weder stimmlich noch instrumental, geschweige denn im Arrangement ausgearbeitet, taugt dieses Album eher dazu als Ladenhüter zu enden.

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Corb Lund – Agricultural Tragic Deluxe

(VÖ: 26.06.2020)

Fleißig ist er, der Corb Lund. Vielfach in seiner Heimat Kanada mit Preisen bedacht, hat er seit seinem ersten Album “Modern Pain“ aus dem Jahr 1995 mittlerweile mit dem neuen Album “Agricultural Tragic“ sein zehntes Studioalbum veröffentlicht. Mit “90 Seconds Of Your Time“ beginnt das Album recht ungewöhnlich mit einem Sound irgendwo zwischen den Beatles, Rolling Stones und ja was eigentlich? Mit “Old Men“ folgt eine Ballade mit Country Sound bevor mit dem Duett mit Jaida Dreyer, “I Think You Oughta Try Whiskey“ ein bestenfalls Thekenknaller erklingt. 16 Titel umfasst das Album “Agricultural Tragic“ und die wahre Tragik wäre es, wenn in Kanada keine besseren Interpreten zu finden wären, die man mit Preisen bedenken könnte. 

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Mark Chesnutt – Live From The Honky Tonk

(VÖ: 12.02.2021)

Ja, er ist einer der ganz großen Abräumer der 1990er Jahre. Die fetten Jahre sind für Mark Chesnutt aber scheinbar vorbei. Seine letzte Nummer Eins, “I Don’t Want To Miss A Thing“ stammt aus 1998. Natürlich sind alle seine Nummer Eins Titel auf dem Livemitschnitt seines Konzertes im Honky Tonk “The Trap“ in Nashville vertreten. Das Doppelalbum präsentiert einen Mark Chesnutt “at his best“. Medleys mit Songs von Waylon Jennings, George Jones oder Johnny Cash ergänzen die Bestenliste seiner eigenen Erfolge. Hinzu kommen einige Coverversionen von sehr bekannten Titeln. Insgesamt 27 Songs bekommt man geboten. Die knalligen Drums, fetten Gitarrenriffs und ein stets präsenter Mark Chesnutt versetzt die Hörer in jene Zeit und man bekommt eineinhalb Stunden Country Music, die man auch so nennen darf. Konzertmitschnitte sind ja immer so eine Sache. Hier jedoch hat es sich gelohnt. Das ist feine Musik, gut in Szene gesetzt, ohne überflüssig lange Saalakustik. Wer Mark Chesnutt noch nicht auf dem Schirm hatte, wird hier hervorragend bedient. Die Fans reihen das Album sicher in ihre Sammlung ein. Was mit “It’s A Little Too Late“ begann, endet mit “I Don’t Want To Miss A Thing“, in welchem die Band erst einmal Konzertathmosphäre schaffen darf, bevor Mark Chesnutt seinen größten Charterfolg präsentiert. Das Album “Live From The Honky Tonk“ ist sicher kein Muss aber ein “Nice To Have“.

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Aaron Crawford – Honky Tonk Electricity

(VÖ: 03.2021)

Aaron Crawford stammt aus Seattle, Washington, ganz im Nordwesten der USA. Country Music aus diesem Teil der Staaten? Na ja, wie man’s nimmt. Aaron Crawford ist ein Musiker, der Country Music mit Seattle Sound verbindet. Was mit Bands wie Nirvana, The Foo Fighters oder Pearl Jam unter der Bezeichnung Grunge als eine Spielart der Rock Music begann, fügt Aaron Crawford zu seiner Country Music hinzu. Da ist schon mal jede Menge Rock im Gepäck. Aber auch absolut radiotaugliche Balladen wie “It Ain’t Complicated“, das nach den ersten drei Titeln seines neuen und vierten Albums “Honky Tonk Electricity“ für eine Atempause sorgt. Die elf Titel des Albums lassen keinen Zweifel, Aaron Crawford fühlt sich der traditionellen Country Music verpflichtet. Das drückt sich durch seine Texte und auch durch Instrumentierung aus. Allerdings versteht er es, seine Arrangements mit den Rock Elementen geschickt zu verbinden. Heraus kommt eine frische, moderne Mischung, die ganz sicher in den Charts und im Radio gewürdigt werden wird. Nach dem Titel “This Town“, der wieder jede Menge Rock präsentiert, erzählt Aaron Crawford in der gefühlvollen Ballade “Priceless“ von den nicht erfüllten Träumen, die Eltern nicht mehr realisieren konnten. Die Botschaft an den Sohn lautet: egal, was das Leben kostet, du bist unbezahlbar. “Hotel Lovin‘“ ist dann wieder ein rockiger Titel, der an die 1960er Jahre erinnert. Eine Erinnerung an den Tag der Vermählung lässt Aaron Crawford im Titel “Wedding Day Rewind“ mit flotten, beinahe poppigen Klängen aufblühen. Wie es sich für einen Independent Künstler gehört, ist auch ein Titel wie “Drunk Or Stoned“ mit von der Partie. Was zu Beginn mit dem Titelsong “Honky Tonk Electricity“ eine noch etwas eigenwillige Interpretation von Country Music darstellte, Song für Song wird man mit der Music von Aaron Crawford vertrauter. Also ganz ehrlich, es gibt weniger unterhaltsame Produktionen. Das macht schon Spaß beim Zuhören.

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Clint King – How Do I

(VÖ: 03.2021)

Was kann ein Musiker wie Clint King in Corona Zeiten anderes tun, als ein eigenes Album zu veröffentlichen? Er hat mit so vielen Künstlern auf der Bühne gestanden und mit seinem Gitarre Spiel manches Konzert absolviert. Mit “How Do I“ stellt er erstmals seine eigene Country Music vor. Gleich nach dem, mit Laura Turner geschriebenen Titelsong, erklingt mit “Sad Song“ ein Titel, der zum großen Teil aus der Melodie von “Mamas Don’t Let Your Babies Grow Up To Be Cowboys“ besteht. Das Clint King dann eine Abwandlung einbindet, macht die Verwirrung nicht kleiner. Manches Arrangement klingt ungewöhnlich unfertig. Aber halt, das ist nach eigenen Angaben eher beabsichtigt. So hat Clint King etliche Titel im One Take Verfahren aufgenommen, um eine möglichst hohe Authentizität herzustellen. Dabei stehen natürlich seine Fähigkeiten als Gitarrist im Vordergrund. Meist sind seine Songs leichtes Singer/Songwriter Material wie bei “My Forever“ mit der Harmoniestimme von Laura Turner. “Smokey Eyes“ scheint eine Hommage an den Gitarren Sound der 1950er Jahre zu sein. Durchaus nachvollziehbare Melancholie zieht sich durch die zehn Titel des Albums “How Do I“ von Clint King. So bei “When It’s My Time To Die“ mit den Gedanken wie es sein wird, wenn man gehen muss. Der Schlusstitel “Endure“, ein von Piano getragenes Instrumentalstück drückt aus, was gerade in der Pandemiezeit viele Menschen beschäftigt. Was kommt noch alles auf uns zu und was müssen wir noch ertragen? Dieses Album ist eher etwas für Liebhaber ruhigerer Klänge und ein Beispiel dafür, dass ein toller Gitarrist nicht immer ein guter Geschichtenerzähler ist.

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Nick Norman – Nick Norman

(VÖ: 05.03.2021)

Nick Norman, schon mal gehört? Wer das recherchieren will, muss tief graben. Eher geheim gehalten werden soll, dass der Sänger aus South Carolina schon mehrere Anläufe machte, im Musikgeschäft Fuß zu fassen. Country Music war bislang nicht darunter. Nun also mit dem Debütalbum “Nick Norman“ im neuen Genre, hat er ein elf Titel umfassendes Album veröffentlicht, welches einen Bogen spannt zwischen Soul, R&B, Pop und ein wenig Country. Eine Klavierballade, “All In“, die verdächtig an James Blunt erinnert, eine Metapher bei “The Cock Crows“ wird von Jamey Johnson unterstützt, eine R&B Ballade mit Partnerin Rebecca Lynn Howard oder “Rolling In The Grave“, welches als Singer/Songwriter Titel beginnt und sich in einen Partysong wandelt bei dem Josh Abbott mit schrammelt, alle diese Titel können nicht darüber hinwegtäuschen, dass Nick Norman in der Country Music nicht angekommen ist. Lediglich beim Titel “Life Is Good“ entdeckt man seine Country Stimme. Ist halt nicht so leicht, das alte Training der Stimme als Pop Barde abzulegen. Dabei kann der Sänger tatsächlich intensiv und gekonnt phrasieren und weiß seine Stimme wandelbar einzusetzen. Country Rocker Lee Brice, der Jugendfreund von Nick Norman, zögerte nicht, ihn als Produzent unter Vertrag zu nehmen. Schnell sind die Titel gehört und das war es aber auch.

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Reba McEntire – Women To The Front

(VÖ: 05.03.2021)

Auch Reba McEntire konnte nicht widerstehen, dem quasi Berufsverbot durch die Corona Pandemie eine EP als Lebenszeichen von sich zu veröffentlichen. Sechs Titel erinnern an die beeindruckende Liste von Songs, die Reba in die Charts brachte. Der Opener “I’m A Woman“ aus dem Jahr 1979 war aber keine Chartplatzierung für Reba McEntire sondern für Jeanne Pruett. Doch schon der folgende Song, “Is There Life Out There“ war 1992 eine Nummer Eins. “My Sister“, “State Of Grace“ und “I Won’t Stand In Line“ waren auch eher weniger erfolgreich für den Top Star der 1990er Jahre mit dem feuerroten Haarschopf. Zum Schluss der EP “Women To The Front“ erklingt dann mit “How Was I To Know“ wieder ein Titel aus der langen Reihe der Nummer Eins Erfolge für Reba McEntire. In der Tat ist es schön von Reba wieder was zu hören, ihr letztes Album stammt ja aus 2019. Diese EP muss aber nicht in jedes Regal einsortiert werden.

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Tony Smith – Stir The Embers

(VÖ: 2021)

Country Music made in Australia hat Tony Smith mittels Crowd Funding in ein Album gepackt. Und er hat einiges zu erzählen. Sein Leben von und mit der Natur, die Naturgewalten wie riesige Feuersbrünste, Flutkatastrophen oder der tägliche Kampf, der Erde eine Ernte abzuringen. All dies prägte den Mann aus dem kleinen Ort Wentworth im australischen Bundesstaat New South Wales. Seine Songs sind ruhige Balladen, die auch die Beziehungen zwischen Liebenden nicht auslassen. “Lean On Me“ ist eine geradlinige Ballade voller Zuversicht. “Smoke And Mirrors“ zieht eine Lebensbilanz und “Dirt Kids“ beschreibt wie „schmutzige“ Kinder aufwachsen. Dem Titelsong des Albums “Stir The Embers“ widmet Tony Smith fünfeinhalb Minuten und zeichnet ein Bild vom Lagerfeuer in welchem die Glut angefacht werden muss. Der Geist der alten Gitarre, die in der Zimmerecke steht, inspirierte ihn zu “The Ghost Of This Guitar“, eine locker flockige Ballade. Das Album “Stir The Embers“ entfacht beileibe keine Glut beim Zuhören. Es bietet aber einen liebenswerten Blick nach Down Under. Rein und unschuldig kommen die Titel daher und sind befreit von allem, was auf Chart Music deuten könnte. Wenig spektakulär und dennoch als Unterhaltung durchaus geeignet.

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Trace Adkins – Trace 25: Dreamin‘ Out Loud

(VÖ: 27.02.2021)

Auf 25 Jahre Chartpräsenz blickt Trace Adkins zurück und veröffentlicht das Album “Trace 25: Dreamin‘ Out Loud“. Neun seiner Top Platzierungen in den Charts hat er nun erneut veröffentlicht. Mit “There’s A Girl In Texas“ über “(This Ain‘t No) Thinkin‘ Thing“ bis “You’re Gonna Miss This“ und “Ladies Love Country Boys“ feiert Trace Adkins seine Nummer Eins Charterfolge seit seinem ersten Erscheinen in den Bestenlisten seit 1996. Seine Fans haben all diese Titel natürlich schon in der Sammlung. So ist auch dieses Album lediglich ein Versuch nicht in Vergessenheit zu geraten. Ist ja auch schon einige Zeit vergangen seit seinem letzten Studioalbum “Something’s Going On“ aus 2017. Es wäre allemal schöner den hünenhaften Country Interpret Trace Adkins mal wieder live in Action zu sehen und zu hören.

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Clint Roberts – Rose Songs

(VÖ: 26.02.2021)

Clint Roberts stammt aus einer kleinen Stadt in North Carolina und hat sich seine musikalischen Skills nach und nach selbst beigebracht. Angefangen hatte alles mit einer Ukulele. Über Banjo kam er zur Gitarre und in Berührung mit dem Merle Travis Picking Style. Damit verfügt der junge Mann über ausreichend Mittel, seine Musik dem Publikum als One Man Band näherzubringen. Nach eigenen Angaben hat die Arbeit an seinem Debütalbum “Rose Songs“ mehr als 5 Jahre gedauert. „Rose Songs ist für mich ein Abschließen mit vielen Dingen aus meiner Vergangenheit und gleichzeitig ein hoffnungsvoller Blich in meine Zukunft.“ So beschreibt Clint Roberts sein Outcoming Project. Gleich mit den ersten Balladen “Nero’s Waltz“ und “The Drifter“ malt er eindrucksvolle musikalische Bilder. Zudem verfügt er über eine “völlig normale“ Stimme, die ihn aber ganz nah an die Hörer herankommen lässt. Die ersten beiden Songs sind als Bonus Tracks No. 11 und 12 in jeweiliger Akustikversion angefügt. In bester Singer/Songwriter Manier dauern viele Titel über vier Minuten. Ein Blick auf die Lyrics bei “Nero’s Waltz“ offenbart eine politische Satire gegen den, wie Clint Roberts es ausdrückt, unternehmerischen und kulturellen Nihilismus in Amerika, der gern unter dem Deckmantel höherer Tugend und gottgegebenen Rechts präsentiert wird. Feine Laid Back Balladen wie “Annabelle“ folgen dem Anspruch von Clint Roberts, ein Album mit tiefer gehenden Botschaften zu präsentieren. “Amarillo“, “Broken Horns“ oder “Carolina Moon“ setzen diesen Anspruch fort. An dem Titel “Chrysalis“ hat Clint Roberts über fünf Jahre gearbeitet und ihn regelrecht konstruiert. Heraus kam eine fünfeinhalb Minuten dauernde bittere Ballade über die Einsamkeit. Musikalisch ist das Album “Rose Songs“ von Clint Roberts eher im Americana angesiedelt. Eine knappe Stunde voller klagender Balladen könnte dem einen oder der anderen leicht zu viel werden. Hörenswert ist das aber allemal.

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Dale Watson – Dale Watson Presents The Memphians

(VÖ: 26.02.2021)

Was hat man als Fan von Dale Watson schon alles erleben dürfen. Er ist und bleibt ein Unikum. Sein neues Werk verblüfft erneut. Nachdem er seinen Wohnsitz nach Memphis verlegte, konnte er sich wohl der musikgeschichtlich Hochbedeutung dieser Stadt nicht entziehen. So entstanden zehn Instrumentaltitel, die, wie aus der Zeit gefallen, die 1950er Jahre musikalisch zurückholen. Mit dem typischen Gitarrensound, wie einst hierzulande von Ricky King zelebriert, und mit der Hammond B-3 Organ garniert, erklingen die Titel mal im Pop Sound jener Jahre oder swingend zum Tanzen einladend. Mit “Deep Eddy“ huldigt Dale Watson dem Stargitarristen Duane Eddy unverblümt. Mit diesem Projekt dokumentiert Dale Watson einmal mehr seine Fähigkeiten mit den sechs Saiten seiner Gitarren umzugehen. Bei “Hernando’s Swang“ sieht man die Petticoats der Damen fliegen und die Bleistiftbinder der Herren, die nur mühsam in den Jacketts gehalten werden. Typisch für Dale Watson, dass er den letzten Titel des Albums “Dale Watson Presents The Memphians“ dem Gitarristen Gary Claxton gewidmet hat, der sich im Januar 2011 im Alter von 50 Jahren das Leben nahm. Dale Watson hat mit diesem Album ganz sicher all jenen eine Freude gemacht, die die Musik jener Zeit noch live erlebt haben. Aber auch jenen, die gern einmal über den Tellerrand der Einheitssuppenschüssel der Pop Music hinausschauen möchten. Eine tolle Idee und zudem hervorragend eingespielt und arrangiert.

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Hailey Whitters – Living The Dream (Deluxe Edition)

(VÖ: 26.02.2021)

Das Album “The Dream“ aus dem Jahr 2020 von Hailey Whitters hatte trotz sehr vielen Lobpreisungen der Fachpresse in de USA offensichtlich nicht den erhofften kommerziellen Erfolg. Was tun in Zeiten von Corona? Na klar, man nimmt die 12 Songs, möbelt alles ein wenig auf, fügt fünf weitere Titel hinzu und verkauft das Ganze als Deluxe Edition unter dem Namen des letzten Songs des Vorgängeralbums “Living The Dream“. So sind die ersten 12 Titel die bekannte Popmusik von Hailey Whitters, die sich immer noch im Girlie Image zuhause fühlt. In den Pop Arrangements sorgt man mit etlichen Tricks die Gesangsqualitäten der Sängerin aus Iowa auf die Sprünge zu helfen. Hailey Whitters hat Songs u.a. für Little Big Town geschrieben. So ist auch der erste Deluxe Titel, “Fillin‘ My Cup“ mit Little Big Town zusammen eingesungen. Interessanter wird es bei “Glad To Be Here“ dem Duett mit Brent Cobb. Allerdings wird auch hier dem Pop gehuldigt. “How Far Can I Go“ mit Trisha Yearwood, “How To Break A Heart“ mit Unterstützung durch Lori McKenna und Hillary Lindsey und schon gar nicht der Schlusstitel “The Ride“ feat. Jordan Davis können dem ursprünglichen Material des Albums “The Dream“ mehr Glanz verleihen. Ein netter Versuch aber völlig unnötig als drittes Album überhaupt, ein aufgewärmtes Produkt den Fans unterjubeln zu wollen. Man möchte Hailey Whitters zurufen: „Hailey, werde erwachsen.“

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Ray Stevens – Great Country Ballads

(VÖ: 02.2021)

Ganz ohne Frage ist Ray Stevens einer der letzten ganz großen Sänger der Country Music der 1960er und 1970er Jahre. Mit nunmehr über 80 Lebensjahren demonstriert er noch einmal, was er aus den zwölf großen Balladen der Country Music machen kann. Er beginnt mit “Please Help Me I’m Falling“ und “Crazy“ führt dann mit “City Lights“, “Your Cheatin‘ Heart“, “Bouquet Of Roses“ und “Crying Time“ bis zu “Til I Get It Right“. Bewundernswert, dass sich Ray Stevens in diesem Alter noch einmal dem Publikum stellt. Allerdings wird sein Publikum nur aus wenigen Puristen, Nostalgikern und Sammlern bestehen. Das ist in der tat nicht mehr zeitgemäß. Aber Ray Stevens macht noch einmal auf unvergessene Klassiker der Country Music aufmerksam. Kaum zu glauben, dass es dafür heutzutage noch ein Publikum gibt. Ray Stevens ist zu wünschen, dass er bei bester Gesundheit weiter Spaß an der Musik hat. Einige wenige Fans werden mit ihm feiern.

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Carly Pearce – 29

(VÖ: 19.02.2021)

Es wurde langsam Zeit, dass Carly Pearce ihr Girlie Image ablegt, was ihr mit der EP “29“ auch gelang. Schade, dass sie einen steinigen Weg gehen musste, um nicht nur die Teenager Zimmer zu erreichen. Eine Scheidung, nach wenigen Monaten Ehe, hat tiefe Wunden bei ihr hinterlassen. Das unterstreicht Carly Pearce gleich zu Beginn mit dem Song “Next Girl“. Darin versucht die “Ex“ der Neuen zu sagen, was sie erwarten wird. In einer Zeile taucht dabei der Zweifel an der eigenen Schuld auf. Verstärkt wird das Thema Trennung und Schuld im Titel “Should Have Known Better“. Der Ex hatte es geschafft die Schuld an der Trennung ihr in die Schuhe zu schieben. Das hat autobiographische Züge. “Liability“ stellt die Lügen, die der Ex ihr auftischt, in den Vordergrund und arbeitet weiter an dem roten Faden der EP “29“. Mit dem Titelsong “29“ gibt es keinen Zweifel mehr. Diese Songs musste Carly Pearce schreiben, um sich selbst zu therapieren. Persönlicher geht es nicht. Alle Fans berührender Geschichten um zerbrochene Beziehungen bekommen hier einen authentischen Einblick in die Bitterkeit danach. Mit den sieben Titeln auf “29“ zeigt Carly Pearce die verletzte Frau und keinesfalls das Girlie von einst. Ein Album das voller Emotion von einer berührend eingesungenen Intensität ist. Das ist Country Music in modernem und mit viel Aufmerksamkeit eingearbeiteten Arrangement. Carly Pearce und “29“ ist absolut hörenswert.

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Dale Harper & The Highlanders – Ghost Town

(VÖ: 02.2021)

Seit den späten 1980er Jahren ist Dale Harper als Musiker, Singer/Songwriter und Bandleader unterwegs. Stets hat der Mann aus West Virginia Country Music und Southern Rock gespielt und diese Genres verbunden. Er stellt den Typ des Outlaws dar, wie es besser kaum geht. So fängt sein Album “Ghost Town“ auch mit dem Titel “Call Me An Outlaw“ an. Gelungener Groove, kraftvoller Gesang und feine Gitarrenriffs rahmen den Song ein. Eine tolle Ballade in zurückgenommenem Tempo ist “Funny How Sounds“. Dale Harper überschreibt seine Homepage mit: „I’m an analog man in a digital world!“ Wie sympathisch. Von sich selbst gibt er nur preis, dass er das Gitarre Spiel von seinem Vater bereits mit 8 Jahren lernte. Als der Vater wenige Jahre später starb, warf es den pubertierenden Dale aus der Bahn. Nach eigenen Angaben hatte er jede Menge auf dem Kerbholz bevor er zu Gott fand, was ihn wieder auf den rechten Weg führte. In der Country Rock Ballade “Ghost Town“ skizziert Dale Harper das Leben in einer verlassenen Stadt, die einst prosperierte. Mit dem Titel “On And On“ schließt sich eine weitere intensive Ballade an, die die 5 Minuten überschreiten darf. Manche Geschichte muss eben länger erzählt werden. Dale Harper schafft es, sowohl an George Jones als auch an Travis Tritt oder Waylon Jennings zu erinnern. Gerade bei “You’re Not Here“. Alle Achtung. Mit “The Gift“ setzt er seinem Vater ein musikalisches Denkmal. Darin beschreibt er das Geschenk seiner ersten Gitarre und seinen Weg, der sich daran anschloss. Mit einem fetzigen “What’s Going On“ á la Lynard Skynard schließt das Album “Ghost Town“ von Dale Harper und hinterlässt das wohlige Gefühl, dass es solche ursprüngliche Country Rock Musik noch gibt. “I’ve never been in Nashville.“, singt Dale Harper in “The Gift“. Und das scheint auch gut so zu sein. Im Übrigen von seinen Bandkollegen der Highlanders (eine Hommage an seine schottischen Vorfahren) hervorragend in Szene gesetzt.

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Willie Nelson – That’s Life

(VÖ: 26.02.2021)

Das 71. (!) Solo Studio Album von Willie Nelson ist nach 2018 (Album “My Way“) erneut dem vielleicht größten Entertainer, Frank Sinatra, gewidmet. Willie Nelson lässt mit den 11 Titeln jede Menge American Chansons und Jazz erklingen. Jazz Fans kommen da sicher auf ihre Kosten. Warum wird das in einem Country Music Magazin vorgestellt? Na ja, erstens handelt es sich um Willie Nelson, einen der letzten Urgesteine u.a. der Country Music. Zweitens setzt Willie Nelson fort, was er seine ganze Karriere hindurch immer wieder getan hat. Er verbindet Jazz und Country oder widmet sich ganz dem Jazz. Übrigens schadet ein Blick über den Tellerrand hinaus ja nicht. Country Music Fans werden hier nicht fündig. Ob “That’s Life“, “I’ve Got You Under My Skin“ oder “Learning The Blues“, mit dem Album “That’s Life“ ehrt ein ganz Großer der Country Music einen ganz Großen der modernen Musik.

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Jacob Bryant – Practice What I Preach Deluxe Edition

(VÖ:02.2021)

Bereits im Februar 2019 erschien das Album “Practice What I Preach“ von Jacob Bryant mit 12 Songs. Jetzt in der Saure Gurken Zeit der Pandemie erscheint eine Deluxe Version, die um fünf Titel erweitert wurde. Der Mann aus Georgia präsentiert Musik, die mehr Rock als Country beinhaltet. Harte Gitarrenriffs, donnernde Drums und Hard Rock Arrangements stressen mehr als sie gefallen können. Die Deluxe Version setzt fort, was vor zwei Jahren als Debütalbum für Jacob Bryant begann. Hoffentlich wird sich die Country Music nicht weiter in eine solche Richtung verändern. Das hat mit Country Music nur noch am Rande zu tun.

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Florida Georgia Line – Life Rolls On

(VÖ: 12.02.2021)

So sehr lange sind Tyler Hubbard und Brian Kelley als Duo Florida Georgia Line nicht unterwegs. Dennoch haben sich die beiden einen Namen gemacht als moderne Country Music Interpreten, die 2012 als ihr erstes Album erschien, als Erneuerer hochgejubelt wurden. Mittlerweile sind ihre Titel, wie auf dem neuen Album “Life Rolls On“ schon beinahe traditionell, betrachtet man die Entwicklung der Country Rock Music der jüngsten Zeit. Modern ist ja absolut okay, neue Wege gehen ebenso. Was aber mit diesen “Erneuerern“ losgetreten wurde, ist manchmal schwer zu ertragen. Wenn Florida Georgia Line beispielsweise ihr “I Love My Country“ zelebrieren, wünscht man sich etwas mehr Geschmeidigkeit und weniger Druck. Nach den 16 Titeln dieses Albums ist es aber auch mal wieder gut mit der Moderne. Da ist so viel Pop-Rock Gedöns unterlegt, dass einem der Gedanke an Country Music schon mal verloren geht. Nach dem unsäglichen “America First“ Gefasel hat man hierzulande vielleicht genug von der Red White And Blue Verherrlichung. Leider sind Florida Georgia Line solche Vertreter und dokumentieren dies mit dem Titel “U.S. Stronger“. Verspielte Arrangements und Computer Zeug, das macht beim Zuhören nicht gerade Spaß. Von guter, wirklich konstruierter anspruchsvoller Musik mal ganz zu schweigen. Diese Dreiviertelstunde des Zuhörens kann verdammt lang sein.

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Randy C. Moore – Lufkin

(VÖ: 05.01.2021)

Ganz sicher ist Randy C. Moore einer der bestausgebildetsten Musiker, Interpret und Songschreiber. Der Mann aus Humble, Texas, studierte in Nashville an der Belmont University Songschreiben und Aufnahmetechnik. Er war Opening Act für etliche der ganz großen Stars wie LeAnn Rimes, Vince Gill, David Allen Coe und seine Songs wurden von vielen Stars aufgenommen. Als Songschreiber ist er sehr gefragt uns seine Radio Show wird weltweit ausgestrahlt. Nach seinem ersten Album “Hxy 59“ liegt nun das zweite Album “Lufkin“ vor und bietet mit 10 Songs eine gute halbe Stunde mit ruhiger, stimmungsvoller Musik. Das Konzept ist so einfach wie genial. Randy C. Moore erzählt aus dem normalen Leben seiner Heimat. Die texanische Kleinstadt Lufkin steht hier stellvertretend für so viele kleine Orte auf dem Land, wo das Leben zwar manchmal hart, aber auch auf die wenigen wirklich wichtigen Dinge reduziert ist. So handeln die Songs von Randy C. Moore von der Hausmusik, vom Fischen mit dem Vater, vom Cowboy, vom Abhängen im Saloon, vom besten Freund des Menschen oder von den Träumen vom Erfolg, die so viele Künstler in Nashville haben. Das alles in Laid Back Balladen verpackt, bietet das Album “Lufkin“ feine Erzählkunst, die mit schöner Musik unterlegt ist. Da gibt es keine Ausreißer in Stil oder Genre. Das ist aus einem Guss und präsentiert eine selten gewordene Lässigkeit im Vortrag. Wohlwissend, dass man mit diesem Songmaterial keine Charts stürmen wird. Gerade deswegen ist “Lufkin“ von Randy C. Moore absolut hörenswert.

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Lucas Hoge – Sunday Sessions

(VÖ: 22.01.2021)

Tiefer christlicher Glaube ist in der amerikanischen Gesellschaft fest verankert. Die Verehrung Gottes und seines Sohnes, ist zudem für viele gläubige Menschen auch hierzulande ein fundamentaler Ankerpunkt des Lebens. Ein Bekenntnis zum Glauben an Gott ist das Album “Sunday Sessions“ von Lucas Hoge. Der Mann aus Nebraska hat 10 Titel auf das Album gepackt, die instrumental fein eingespielt und mit viel Achtsamkeit arrangiert und letztlich produziert wurden. Lucas Hoge, der als Frontmann mehrere Bands, meist mit christlicher Botschaft, fungierte, ist ein überzeugter und überzeugender Erzähler der frohen Botschaft von der Allgegenwart Gottes. Selbst wenn man die Lyrics nicht Zeile für Zeile nachvollziehen kann, gibt die Inbrunst, mit der Lucas Hoge seine Songs vorträgt, ein Wohlgefühl beim Zuhören. Da steckt Titel für Titel Hoffnung und Vertrauen auf die Gnade Gottes drin. Auch wenn viele Menschen diese Seite menschlichen Daseins negieren oder ablehnen, ist es immer beeindruckend, auf Menschen wie Lucas Hoge zu treffen. Ob “Sweet By And By“, “Power In The Blood“ oder “How Great Thou Art“, von einem eindrucksvollen Sänger wie Lucas Hoge vorgetragen, man kann sich diesem Genre schwer entziehen. Einen Sonntagmorgen kann man ganz sicher mit dieser Musik wunderbar gestalten. Gerade in Zeiten, die viele von uns verunsichern. Ist man gläubig oder nicht, Lucas Hoge hat für sich und sicher für viele Überzeugte und Zweifler eine fest gefügte Antwort. Es lohnt sich da einmal hinzuhören. Schöne Musik ist es allemal. Eine allgegenwärtige virtuos gespielte Dobro sorgt für ein echtes Wohlgefühl. 

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Mary Chapin Carpenter – The Dirt And The Stars

(VÖ: 07.08.2020)

Fans feiner Lyrics, die manchmal so verblüffende Wendungen nehmen, und Fans ganz ausgeklügelter Musik mal als Americana, mal als American Chanson und selten als Country Music Anlehnung wissen um die Qualitäten von Mary Chapin Carpenter. Die Sängerin aus New Jersey ist seit über 30 Jahren eine ganz bedeutende Künstlerin dieser Genres. Sie als Country Sängerin zu bezeichnen, wäre nicht gerecht. Sie ist viel mehr. Fast immer stemmt sie sich gegen Mainstream und bietet ihren Fans musikalisches Seelenfutter vom Allerfeinsten. Leichte Unterhaltung ist einfach nicht ihr Ding und so lässt sie ihre Titel auch gerne mal vier, fünf oder bis zu sieben Minuten weilen. Da versteht es sich von selbst, dass die musikalische Untermalung nur von richtigen Könnern ihres Fachs gestaltet wird. Das ist immer eine Freude zu hören. Den Andeutungen und Narrativen ihrer Songs zu folgen, ist nicht immer leicht.  Country Music sucht man auch auf dem Album “The Dirt And The Stars“ vergebens. Mary Chapin Carpenter kann ihre Vergangenheit in der Folk Music Szene nicht verleugnen. Allerdings hat sie dieses Genre mit ihren Ansprüchen angereichert. Ihre Stimme, die oft dunkel dann aber wieder angehoben intensiv die Hörer fasziniert, ist ein weiteres Alleinstellungsmerkmal für die Sängerin. Oft sind bittere Lebensweisheiten die Inhalte ihrer Songs. So wie bei “Asking For A Friend“ oder bei “It’s Ok To Feel Sad“. Die nachdenklichen Parts werden gern von Piano und Cello untermalt oder von Mary Chapin Carpenter mehr gehaucht als gesungen. Mit dem Titelsong “The Dirt And The Stars“ blickt eine Frau in ihren besten Jahren mit einer wissenden Sehnsucht auf das zurück, was damals leicht und flüchtig war. Da ist eine Künstlerin auf dem Zenit ihres Ausdruckes und anspruchsvoller Botschaften angekommen. Das ist keine leichte Kost und damit umso wertvoller in der heutigen Ex und Hopp Zeit. Ob eine B3 Organ oder eine wunderbar nostalgisch gespielte halbakustische Gitarre die Songs umschmeicheln, da ist jede Menge Raum gelassen für diese künstlerischen Elemente. Das allein ist das Hören des Albums “The Dirt And The Stars“ von Mary Chapin Carpenter wert. Welch ein Genuss. Mit zwei Bonus Tracks ist das Album somit auf 13 Songs und über eine Stunde Spieldauer eine echte Bereicherung gut sortierter Musiksammlungen.

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Michael Hearne – Better Days

(VÖ: 18.01.2021)

Es gibt sie noch, die Singer und Songwriter, die mit eher leisen Tönen und feinen Texten begeistern können. Michael Hearne ist solch ein Könner. Der so untypisch zurückhaltende Texaner, macht seit über vierzig Jahren eine Mischung aus Folk und Country Music und unterhält seine Hörer auf eine unaufdringliche und dennoch eindringliche Weise. Wenn er etwa bei “Tennessee Road“ an den großen Elvis Presley erinnert oder bei “A Song For John Prine“ an den 2020 verstorbenen Meister des Songschreibens gedenkt, Michael Hearne setzt eine liebgewonnene Tradition fort. So sind seine Songs eine Demonstration, wie man auch ohne Arrangement Tricks gute musikalische Unterhaltung präsentieren kann. Die Nähe seiner Heimat zu Mexico hat ihn sicher für den Titel “Una Mas, Por Favor“ inspiriert. Man möchte einstimmen: davon darf es ruhig etwas mehr sein. Zum Schluss des Albums “Better Days“ erinnert er mit “Mother Nature“ daran, dass wir doch nur ein kleiner Teil eines großen Ganzen sind. So verbindet Michael Hearne Aussagen mit feiner Musik, die sowohl unterhält aber auch einmal innehalten lässt. Das ist beileibe keine charttaugliche Radio Play Music. Und genau das macht den Wert dieses Albums aus. Eine Ruhe Oase in der oft so übertrieben hektischen Zeit, von der wir uns so gern einmal eine Pause wünschen. “Better Days“ von Michael Hearne ist so eine Möglichkeit des Entspannens.

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The Small Town Sinners – Union Ave

(VÖ: 05.11.2020)

Punk, Grunge, Blues, Rock trifft manchmal auf Country. Die drei Männer und die Frau, die vermutlich die Jungs der Band voll im Griff hat, das sind The Small Town Sinners. “Union Ave“, mit dem Coverbild aus Bakersfield, ist das Debütalbum der Band. Sie entziehen sich jeglicher Versuche, sie in eine Musikrichtung zu verorten. Das ist Avantgarde pur und somit keine einfache Kost. Wenn mal Songs wie “Where We Go“ im Bob Dylan Sound ertönen oder “Cheaters Love Song“ á la Townes Van Zandt, ist die außergewöhnliche musikalische Anspruchshaltung der Band greifbar. “Union Ave“ ist ein ganz und gar ungewöhnliches Album. Mit 15 Titeln ist dieser Ausflug in die Hemisphäre der Musik für Fans von Kunst fernab des Mainstream ein fetter Happen. Country Music Fans werden hier sicher nicht fündig. Interessant aber dennoch.

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Tony Kerr – Crying My Heart Out Over You

(VÖ: 2021)

Fans alter Country Music Songs oder Titel aus längst vergangener Zeit, aufgepasst: Das Album des irischen Country Sängers Tony Kerr, “Crying My Heart Out Over You“, bietet genau das. Wunderbar nostalgische Titel, wie den Titelsong oder den Merle Haggard Klassiker “Silver Wings“. Oder “Don’t Let Me Cross Over“, eine Nummer Eins für Carl & Pearl Butler im Jahr 1962. Wer bei “Back In Love By Monday“ nicht ins Schwärmen gerät, hat allerhöchstens die Gnade der späten Geburt. Nicht zu vergessen, das Duett mit Leona Williams, “Just Between The Two Of Us“, welches einst Merle Haggard mit Ehefrau Bonnie Owens einsang. Das Album des hierzulande recht unbekannten Iren Tony Kerr ist eine liebevolle Erinnerung an alte Zeiten. Aber nicht nur das. Tony Kerr ist ein richtig guter Country Sänger und mit diesem Album rührt er an das Herz eines jeden Fans guter alter Country Music. Oh wie selten gibt es solches heutzutage. 

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Branded Bluegrass – Somebody‘s Child

(VÖ: 11.01.2021)

Ein Familienprojekt von Larry Norfleet, Jesse Norfleet und Tristen Norfleet, ergänzt durch Upright Bass Player Mike Martin ist unter dem Bandnamen Branded Bluegrass am Start. Alle Mitglieder spielten schon länger in verschiedenen Bands der Bluegrass Music. So ist auch das Album “Somebody‘s Child“ weitestgehend als Bluegrass Album zu hören. Etwas Gospel, etwas Storytelling Country, alles in feine akustische Instrumentierung gehüllt, und fertig ist das Paket. Mit der Single “Mama‘s Kitchen Table“ geht es los. In dem kleinen Heim spielte sich das Leben rund um den Küchentisch halt ab. Leider können die Lead Vocals mit der Virtuosität der Instrumente nur schwerlich mithalten. 12 Songs umfasst das Album der Band aus Kokomo, Indiana. Besondere Highlights sind aber nicht darunter. So fließen die Melodien dahin und nach 40 Minuten hat man sich kurzweilig unterhalten.

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Catherine Britt – Home Truths

(VÖ: 15.01.2021)

Freunde der australischen Country Music werden Catherine Britt sicher kennen. Ihr erstes Studioalbum stammt bereits aus 2001. Nach einer Lehrzeit in Nashville kehrte Catherine Britt auf den fünften Kontinent zurück und arbeitete dort sowohl solo, als auch in einem Bandprojekt. Ihr Album “Home Truths“ ist eine Rückkehr zu der Country Music, die sie früher präsentierte. Eher traditionell gegründet und dennoch leichtgängig und absolut radiotauglich. Zu Beginn erläutert sie im Song “I’m A Country Song“ ihr Country Feeling. Sie ist gereift, auch weil das Leben sie durch eine Brustkrebserkrankung schwer geprüft hat. Nun als mehrfache Mutter hat sie das Girlie Image vergangener Tage abgestreift. Bei “Country Fan“ hat sie sich den australischen Vorzeige Country Sänger Lee Kernaghan als Duett Partner gesichert. Bei “Hard To Love“ mischt Jim Lauderdale mit. Catherine Britt kann stimmgewaltig mit etlichen der ganz hochdekorierten Sängerinnen der Neuzeit mithalten. Mit viel Empathie und Kraft interpretiert sie ihre Songs in welchen sie Erfahrungen wie das Mutter Sein in “Gonna Be Momma“ besingt oder die bitteren Wahrheiten wie im Titelsong “Home Truths“. Das Album ist aufmerksam arrangiert und bietet sowohl den Fans moderner Interpretationen als auch Traditionalisten genügend Songs die gefallen. Mit diesen Titeln des Albums “Home Truths“ von Catherine Britt ist man angenehm unterhalten.

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Scott MacKay – Stupid Cupid

(VÖ: 08.01.2021)

Aus Kanada kamen schon immer bemerkenswerte Interpretinnen und Interpreten der Country Music. Vom legendären Hank Snow bis zur Pop Country Überfliegerin Shania Twain. Aber auch Terri Clark, k.d. lang, Anne Murray oder jüngst Tenille Townes haben es über ihr Heimatland hinausgeschafft, als Stars der Country Music große Beachtung zu erlangen. Da kommt plötzlich ( okay seit 2012) ein Scott MacKay her und macht mit ganz besonderer Beziehung zur Country Music auf sich aufmerksam. Er fühlt sich der Country Music der 1950er und 1960er Jahre verbunden und so ist sein drittes Album “Stupid Cupid“ auch in Arrangement und Instrumentierung dieser Zeit entlehnt. Nach dem Albumtitel “Stupid Cupid“ und anschließend “11 Yellow Roses“, zwei flotte Two Step Dance Songs, folgen mit “Opposites Attract“ und “Romance Novel“ ruhigere Balladen. Nachdenklich machend und mit einer ins Herz gehenden Mundharmonika untermalt, ist der Titel “They’re Makin‘ Love Below Us“. So wechseln sich flotte Rhythmen mit langsamen Balladen ab und versetzen die Hörer wieder in die Zeit der guten alten Country Music. Zum Schluss gibt es noch etwas Lebenshilfe mit den nur gesprochenen Zeilen zu “God Walks Into A Bar“. In jeder Hinsicht außergewöhnlich für die heutige Zeit ist das Album “Stupid Cupid“ von Scott MacKay.

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Morgan Wallen – Dangerous – The Double Album

(VÖ: 08.01.2021)

Der Mann wird bereits als der kommende Superstar der Country Music gehandelt. Gemessen an seinen Download Zahlen ist Morgan Wallen ganz sicher auf diesem Weg. Nach zwei EPs und seinem ersten kompletten Album “If I Know Me“ aus 2018 folgt nun mit “Dangerous – The Double Album“ ein Mammutprojekt, welches mit 30 Titeln und eineinhalb Stunden Spieldauer für die Fans ein ganz dickes Paket darstellt. Die Corona bedingte Zwangspause im Tour Plan generierte jede Menge Zeit um neue Songs zu schreiben. Und so folgte Song auf Song. Morgan Wallen wollte nach eigenen Angaben kein Doppel Album machen, als er anfing zu schreiben. Schon gar nicht sollten “Lückenfüller“ produziert werden. So ist er stolz auf jeden einzelnen Track auf seinem neuen Album. Treibende Rhythmen, starke Erzählungen in modernes Arrangement gepackt, so zieht es sich durch vielen Songs. Gleich die ersten Titel lassen die Zuhörer in seiner Musik versinken. In “Sand In My Boots“ entwickelt sich eine Geschichte um eine sich anbahnende Beziehung, erzählt in feinster Modern Country Music. Gleich darauf folgt mit “Wasted On You“ das Bild eines verkaterten Morgens mit der Erkenntnis, dass er selbst Schuld hat wenn die Beziehung kaputt geht. Es folgen einige Songs, die sich um Whiskey als vermeintlichen Helfer drehen. Da sind auch einige Country Pop Rock Arrangements dabei. Dann aber gibt es wieder feine Country Music, etwa mit der modernen Ballade “Wonderin‘ Bout The Wind“. Mit Kollege Chris Stapleton bestellt er bei “Only Thing That’s Gone“ beim Bartender den letzten, starken Drink. Mit der Ballade von Jason Isbell “Cover Me Up“ hinterlässt Morgan Wallen einen ganz starken Eindruck. Intensiv, kraftvoll und voller Emotion. Immer wieder geht es in den Texten um das Leben in den kleinen Orten, die man kaum Städte nennen kann und das Erstaunen, in einer anderen, beispielsweise Nashville, Welt die Augen zu öffnen. Beim Titelsong “Dangerous“ muss man schon sehr fit sein um den in rasendem Tempo gesungenen Versen folgen zu können. Das ist ein poporientierter Titel, auf den man gut hätte verzichten können. Bei der Fülle an Titeln kann man leicht den Überblick verlieren. Manches klingt ähnlich. Dennoch ist das Album “Dangerous“ von Morgan Wallen ein gelungenes Projekt, welches den Interpreten richtig gut präsentiert. Feine Balladen wechseln sich mit rockigeren Songs ab. Da mussten wohl jede Menge Songs einfach mal veröffentlicht werden. Offensichtlich hat Morgan Wallen noch viel mehr auf der Pfanne. Sonst hätte er aus diesem Doppelalbum sicher zwei getrennte Werke gemacht. Man darf gespannt sein, was von ihm noch zu hören sein wird.

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Steve Earle & The Dukes  – J.T.

(VÖ: 04.01.2021)

Steve Earle ist ein Ausnahmekünstler aber auch einer, an dem sich die Geister scheiden. Zum einen ist er ein genialer Songschreiber und Produzent, auch als Interpret hat er große Erfolge eingeheimst. Als Vater hatte er ganz sicher Defizite. Am 23.08.2020 starb sein Sohn Justin Townes an einer Überdosis Heroin. Vater Steve Earle, selbst immer mit diesen Dämonen kämpfend, musste seinen Sohn vor ihm gehen lassen. Das ist harter Tobak. Er setzt noch einen drauf, indem er ein Tribute Album für seinen Sohn veröffentlicht. Mit dem Album “J.T.“ setzt er posthum Justin Townes Earle, den er nach seinem musikalischen Hero Townes Van Zandt benannte, ein Denkmal. Zehn Songs seines Sohnes nahm er mit seiner Band The Dukes auf und ergänzte um seine eigenen persönlichen Worte im letzten Titel “Last Words“. Das ist kein Album zum Feiern obwohl mit Titeln wie “They Killed John Henry“ oder “I Don’t Care“ und “Harlem River Blues“ eine beinahe fröhliche Beschwingtheit einhergeht. Das Album “J.T.“ ist nur etwas für Steve Earle Fans. Dass Steve Earle nach seinen Tribute Alben für Guy Clark (“Guy“) und Townes Van Zandt (“Townes“) nun auch für seinen Sohn ein Tribute machen musste, ist bewegend und hat mit fröhlicher Unterhaltung nichts zu tun.

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The Infamous Stringdusters – Dust The Halls: An Acoustic Christmas Holiday!

(VÖ: 04.12.2020)

Für ihren innovativen Umgang mit Bluegrass Music sind The Infamous Stringdusters u.a. mit einem Grammy dekoriert worden. Alle fünf Musiker aus Nashville sind Meister ihres Fachs. Hinzu kommt, dass die Band immer wieder mit intelligenten Ausflügen in die Welt der Musik aufwarten und mal Bluegrass, mal akustische Aufarbeitungen unterschiedlicher Genres angehen. Zunächst wollte die Band nur Konzerte geben. Mittlerweile haben sie zehn Studioalben produziert. Ein Christmas Album stand erst einmal nicht auf der To Do Liste. Mit “Dust The Halls: An Acoustic Christmas Holiday!“ hat sich das geändert. Zehn der bekanntesten Christmas Songs haben The Infamous Stringdusters überarbeitet. Diese akustische Präsentation ist sowohl absolut hörenswert, als auch ganz sicher eine liebenswerte Abwechslung unter den Christmas Produktionen, welche manchmal hart an der Grenze zum Kitsch vorbei schrammen. Nicht so hier. Von “Joy To The World“, tatsächlich macht der Titel Laune, über “Little Drummer Boy“ und “Jingle Bells“, das jazzige “Christmas Is Coming“ bis zu “Holy Night“ spannen The Infamous Stringdusters einen Bogen, der sowohl die Festlichkeit berücksichtigt, als auch fröhliche Unterhaltung bietet. Das ist ein selten zu beobachtendes Können im Zusammenhang mit Christmas Alben. Also unbedingt für das nächste Weihnachtsfest vormerken. Mit dem Titel gebenden Schlusstitel, “Dust The Halls“, haben The Infamous Stringdusters allen Staub weggefegt und die Ankunft des Herrn gebührend vorbereitet.

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Sturgill Simpson
– Cuttin‘ Grass Vol.1 – The Butcher Shoppe Sessions (VÖ: 16.10.2020)
– Cuttin‘ Grass Vol.2 – The Cowboy Arms Sessions (VÖ: 11.12.2020)

Als sich Sturgill Simpson 2020 von einer Covid 19 Erkrankung erholt hatte, durchstöberte er seinen Songfundus. Die Idee dahinter: er wollte alte Songs neu interpretieren, sie bis auf den Kern entkleiden und schauen, ob sie sich auch überarbeitet hören lassen können. Falls nicht wären es eben keine guten Songs. Okay, Sturgill Simpson benutzte dafür einen Kraftausdruck. So ist er halt. Sperrig, unangepasst, oppositionell aber irgendwie mit besonderen Gaben ausgestattet. Als Singer/Songwriter ist er unter seinen Kollegen hochgeachtet und so war es für ihn auch kein Problem für sein Projekt “Cuttin‘ Gras“ die Creme de la Creme der Instrumenten Zauberer zu gewinnen. Gleich einmal 20 Songs hat er auf den ersten Teil des Projektes unter dem Untertitel “The Butcher Shoppe Sessions“ gepackt. Bluegrass ist das Genre und bietet mit beinahe einer Stunde jede Menge toller Bluegrass Music. Hinzu kommt die Stimme von Sturgill Simpson, die den Mann aus Kentucky zu einem Outlaw macht und herrlich traditionell klingt. Dabei kann Sturgill Simpson auch ganz anders und manche Produktion von ihm hat seine Fans schon mal verwundert die Köpfe schütteln lassen. Am Album “Cuttin‘ Grass Vol.1 – The Butcher Shoppe Sessions“, welches auch im gleichnamigen, von David Ferguson und John Prine geleiteten Studio produziert wurde, gibt es nichts zu meckern. Feine Bluegrass Music, tolle Songs.

Das Nachfolge Album “Cuttin‘ Grass Vol.2 – The Cowboy Arms Sessions“ bietet noch einmal 12 Titel im klaren Bluegrass Gewand. Von “Call To Arms“ über “Hero“ und “Tennessee“ bis “You Can Have The Crown“, wieder haben die Übersetzungen von Sturgill Simpson Songs in das Bluegrass Genre bestanden. Hier und da schlich sich ein schlichtes Singer/Songwriter Arrangement ein, welches dem Hörgenuss jedoch zugutekommt. Noch einmal hält Sturgill Simpson eine gute halbe Stunde Country Music bereit, die keinen Zweifel daran lässt, dass hier ein sehr bewusst traditionell arbeitender Musiker am Werke ist. Und so widmet er den letzten Song, “Hobo Cartoon“ der ganz alten Zeit indem er Jimmie Rodgers und Bing Crosby ehrt und sich in die „Roarin‘ 20s“ wünscht. Wer auch nur ansatzweise mit Bluegrass etwas anfangen kann, sollte sich die beiden Alben “ Cuttin‘ Grass Vol.1 – The Butcher Shoppe Sessions“ und “Cuttin‘ Grass Vol.2 – The Cowboy Arms Sessions“ nicht entgehen lassen. Hörgenuss ist garantiert.

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Aaron Watson – American Soul

(VÖ: 08.01.2021)

Wie Aaron Watson bereits bei seinem letzten Album “Red Bandana“ aus 2019 erläuterte, symbolisiert dieses Accessoire für ihn das Herz der einfachen, hart arbeitenden Menschen. Etwas “old school“ wie er selbst sagt, aber zeitlos. Diesem Thema hat er sich auch in seinem neuen Album “American Soul“ gewidmet. In den zehn Titeln geht es um klassische Country Music Themen. Die Freitagabend Sause, die bittere Erkenntnis des Verlassenwerdens, die in Stein gemeißelten Tugenden der „wahren Amerikaner“ und das Wissen, dass nur der eigene Hund ihn noch nie enttäuschte. Auch der Whiskey wird ausreichend zitiert, so dass das Album “American Soul“ genau auch das beinhaltet, was sich Aaron Watson unter der amerikanischen Seele vorstellt. Der Texaner aus Amarillo stellt nun sein achtes Studioalbum vor und bleibt mit der Musik der traditionellen Ausrichtung treu. Wenngleich die Arrangements gern mit rockigeren Sequenzen aufwarten. Nein, Texas Honky Tonk ist das nicht, aber durchaus kurzweilig. Die Charts hat Aaron Watson bislang noch nicht gestürmt und auch mit diesem Album wird das schwer möglich sein. Trotz teils vieler Liedstrophen sind die Botschaften einfach und vorhersehbar. Es muss ja nicht immer die Spitze sein. Oft genügt es, einfach “old school“ zu sein und sich nicht zu verbiegen.

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Barry Gibb – Greenfields – The Gibb Brothers Songbook Vol.1

(VÖ: 08.01.2021)

Wer erinnert sich noch an die großen Erfolge der Bee Gees, die in den 1960er und 1970er Jahren der Popmusik weltweit ihren Stempel aufdrückten? Von den drei Brüdern lebt nur noch der älteste. Nun hat Barry Gibb im Gedenken an seine verstorbenen Brüder Robin und Maurice im gemeinsamen Songbook gekramt. Mit der Unterstützung des Produzenten Dave Cobb hat er für eine Neuveröffentlichung vieler der Erfolgssongs der Bee Gees etliche namhafte Stars, nicht nur der Country Music, als Duett Partner gewinnen können. Keith Urban, Little Big Town, Alison Krauss oder Dolly Parton und andere. Wer könnte sich besser als Partnerin bei “Too Much Heaven“ eignen, den Falsettgesang von Barry harmonisch zu begleiten, als Alison Krauss? Die Gruppe Little Big Town ist bei “Lonely Days“ und “How Deep Is Your Love“ vertreten. Bei letzterem Titel greift mit Tommy Emmanuel ein wahrer Meister an der Gitarre ein und so entstand ein viereinhalb Minuten Werk. Der ersten Zeile des letzten Titels “Butterfly“ ist vielleicht der Albumtitel “Greenfields“ entlehnt. Dort heißt es: „Green fields where we used to wander.“ Seine Affinität zu Country Music hat Barry Gibb beinahe zu einem Bürger Nashvilles werden lassen. Deshalb die vielen Stars der Country Music als Partner. Längst ist er eine Ikone der Popgeschichte. Mit Dolly Parton holte er sich zum Titel “Words“ ebenfalls eine Ikone ins Studio. Obwohl das Album sofort in fast allen Chartlisten bis ganz nach oben kletterte, ist und bleibt es Musik Popmusik. Sicher für eingefleischte Fans der Bee Gees eine liebenswerte Erinnerung an lange vergangene Zeiten. Vielleicht denkt der fast 75-jährige Barry auch schon an sein musikalisches Vermächtnis. So gesehen hat Barry Gibb mit “Greenfields – The Gibb Brothers Songbook Vol.1“ alles richtig gemacht. Sicher wird ein Vol. 2 bald folgen.

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Markus Rill – New Crop

(VÖ: 11.12.2020)

Für die Verwirklichung eines langen gehegten Wunschs, ein akustisches Album aufzunehmen, hat sich Markus Rill, der “Dylan aus München“, die Mitarbeit von Robert Hasleder gesichert, der ihn mit seinen Fähigkeiten, beinahe alle Instrumente spielen zu können, die mit Saiten bespannt sind, unterstützt. Markus Rill hatte in der Vergangenheit immer wieder auf sich aufmerksam gemacht. Zum einen mit seinen Songtexten, die eindrucksvoll gekonnt Geschichten erzählen können. Zum anderen mit der Mischung aus Folk, Rock, Country, Americana, die seine Alben bislang gefüllt hat. Seine rauchige Stimme verleiht seinen Balladen oft einen melancholischen Hintergrund. So sind auch die 10 Titel auf dem Akustik Album “New Crop“ sehr ruhig arrangiert. Die Corona Pandemie brachte Markus Rill und Robert Hasleder auf die Idee, im eigenen Kellerstudio zu produzieren. Bis auf den Dylan Song “Man In The Long Black Coat“ stammen alle anderen Titel von Markus Rill selbst. Damit beweist er einmal mehr, dass ihn seine Qualität als Songschreiber hierzulande zur Elite seiner Zunft zugehörig macht. Hinzu kommt, dass auch Markus Rill sehr wohl in der Lage ist, sich auf seiner Gitarre eindrucksvoll zu begleiten und in Szene zu setzen. Dennoch ist das Album “New Crop“ eher etwas für Freunde von Singer/Songwriter Music. Diese Songs sind für intensives Zuhören geschrieben und wer sich darauf einlässt, wird mit einer guten halben Stunde feiner Unterhaltung belohnt. Unzählige verschiedene Instrumente lassen Markus Rill und Robert Hasleder erklingen und schaffen einen wunderbaren Klangteppich, der die Zuhörer sicher manchmal zum Träumen bringt. Es ist immer wieder schön zu wissen, dass es Musiker gibt, die sich nicht dem Diktat der Dudel Musik unterwerfen. Wenn es wieder möglich ist, lohnt sich ganz sicher ein Konzertbesuch von und mit Markus Rill.

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Willie Nelson – American Outlaw All-Star Concert

(VÖ: 11.12.2020)

Einen Sampler ganz besonderer Art, ist das Album “Willie Nelson – American Outlaw All-Star Concert“, welches die Songs von Willie Nelson so richtig abfeiert. Gleich zu Beginn schmettert Chris Stapleton “Whiskey River“, gefolgt von Lee Ann Womack und “Three Days“. Dann geht es Schlag auf Schlag. Nach Margo Price unterstützt von Steve Earle geben Nathaniel Rateliff, Lyle Lovett feat. Ray Benson, Vince Gill, Jamey Johnson, The Avett Brothers, Norah Jones, Jack Johnson und Eric Church das Mikrofon einander weiter. Dann folgt eine Reihe von Willie Nelson Titel, bei denen er sich wiederum Partner/innen suchte. Von Sheryl Crow und Emmylou Harris über Jimmy Buffet, Kris Kristofferson, Rodney Crowell bis zu George Strait. Mit “Georgia“, diesmal von Jamey Johnson interpretiert und “City Of New Orleans“ von Willie selbst, feat. Susan Tedeschi und Derek Trucks, bietet das Album gleich zwei über 5 Minuten Titel. Bei letzterem ließ Willie Nelson der Dame den gesanglichen Vortritt, die den Song wohltuend aufpeppt. The Avett Brothers, die Folkrocker aus North Carolina, machen aus “Bloody Mary Morning“ einen mitreißenden Mix aus Bluegrass- und Folk Rock. Danach lässt sich die Soul- und Jazzkönigin Norah Jones von ihrer Band The Little Willies unterstützen, mit der sie ihrer Leidenschaft für “Country Goes Jazz“ frönt. Wenn Jack Johnson sein “Willie Got Me Stoned“ (…and took all my money) intoniert, ist ein Schmunzeln nicht mehr zu verhindern. Da hätte was dran sein können. Wann hört man einmal einen weichgespülten Eric Church? Bei “Me And Paul“ etwa auf diesem außergewöhnlichen Album. Wenn Emmylou Harris “Pancho And Lefty“ anstimmt, laufen Schauer über den Rücken. Der Einsatz von Willie zu diesem seinem Epos tut sein Übriges. Nicht zu vergessen seine Gitarre Trigger, die so unverkennbar ist, wie der Meister selbst. Das Album “Willie Nelson – American Outlaw All-Star Concert“ ist eine ganz besonders gelungene Zusammenstellung, die sowohl Konzertathmosphäre, als auch ganz tolle Duette und Erinnerungen an vergangene Zeiten bietet. 23 Titel und beinahe eineinhalb Stunden richtig guter Unterhaltung. Was, bitte schön, will man mehr?

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Dean Brody – Boys

(VÖ: 18.11.2020)

Zu Beginn seines siebten, mit acht Titeln knapp bemessenen, Albums “Boys“ stellt der Kanadier Dean Brody mit dem Opener “Boys“ den Unterschied zwischen einem Heranwachsenden und einem Mann heraus. Während die Jungen noch nicht in der Lage sind ihre Ich Bezogenheit zu überwinden, sind erwachsene Männer fähig, auf das andere Geschlecht mit Empathie, Rücksicht und Respekt zu reagieren. Eine schöne Theorie. Brody wird bei diesem Song von der amerikanischen Country Interpretin und Songschreiberin Mickey Guyton unterstützt. Mit “Lightning Bug“ wird das Thema des Titels so seicht, dass die Ooh, Ooh, Ooh‘s dem Popschnulzencharakter gerecht werden. Doch mit “Can’t Help Myself“ hat er die Kurve zum Bad Boy gekriegt. Eine unmissverständliche Warnung an alle, die seiner kleinen Tochter Böses antun würden, besingt Dean Brody in “I’d Go To Jail“. Nötigenfalls würde er auch ins Gefängnis gehen. Eine besondere Liebeserklärung folgt mit “Stay Up“ und er hat das Country Feeling wieder. Eine, heutzutage kaum zu erlebende, Unbeschwertheit besingt Dean Brody im Titel “Canadian Summer“ mit der Beschreibung, was man alles Schönes machen kann im “kanadischen Sommer“. Seine “Bucket List“ im gleichnamigen Titel enthält alles, was ein richtiger Kerl so benötigt. Bier jeglicher Art und Label, von Heineken über Shiner, Yuengling, Bud Light oder Moosehead. Okay?! So pendeln die Titel seines Albums “Boys“ zwischen sentimentalen Balladen und Männerfantasien. Meist in gute Country Music gehüllt, ist das Album leicht verdaulich hörenswert.

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Easton Corbin – Didn’t Miss A Beat

(VÖ: 13.11.2020)

Fünf Jahre ist es her, seit Easton Corbin ein Studioalbum veröffentlichte. Pandemie Zeit ist EP Zeit. So hat auch Easton Corbin gerade mal sechs Titel auf seine EP “Didn’t Miss A Beat“ gepackt. Zwischen dem Opener „Turn Up“, der Hoffnung auf eine Nacht mit der Angebeteten und dem Schlusstitel “Here’s To The Next One“ hat Easton Corbin einige intime Gedanken und nachvollziehbare Gefühlslagen in eingängige Country Music gehüllt. Von der Selbsterkenntnis, zu viel zu trinken und das Leben nicht ernst genug zu nehmen bis zur Erkenntnis, dass aus getrennten Beziehungen keine Freundschaften entstehen können, Easton Corbin lässt die Konsumenten teilhaben, an den so banal normalen Irrungen und Wirrungen des Lebens. Schade, dass es diesmal nur sechs Titel sind.

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Russell Dickerson – Southern Symphony

(VÖ: 04.12.2020)

Das zweite Album von Russell Dickerson hat er etwas hochtrabend “Southern Symphony“ genannt. Mit der Feier Hymne “Never Get Old“ beginnt das Album und hat etwas mehr Wiederholungen in den Versen als in der Entwicklung des Textes. Mit “Home Sweet“ ist sowohl die vertraute Heimat als auch die Nähe zur Liebsten gemeint. In die Irre führen soll der Titel “Love You Like I used To“, in welchem Russell Dickerson beteuert, dass er seine Partnerin nicht mehr liebt wie bisher. Sondern immer mehr und mehr. Noch ein “Eineinhalb Vers Song“ ist “Forever For A Little While“, in welchem man umsonst auf eine Fortsetzung der Story hofft. Stattdessen werden Lyrics bis zur totalen Ermüdung wiederholt. Mit dem Duo Florida Georgie Line zelebriert Russell Dickerson einen modernen Rock Country, der weder begeistert noch aus dem modernen Angebot heraussticht. Der Titelsong ist zweifelsohne eine Liebeserklärung an die Heimat. Russell Dickerson stammt aus Tennessee und so ist dieser Song übertragbar auf den gesamten Süden der USA. Bei allen der 10 Songs des Albums “Southern Symphony“ hat Russell Dickerson als Songschreiber mitgewirkt und es scheint, als sei aus seinem Schreibstift oft mehr Text gekommen als nötig gewesen wäre. Dann wieder sind Texte so wenig ausgearbeitet und auch durch Musik oder Arrangement nicht attraktiver geraten. Hat man die zehn Titel konsumiert bleibt leider kein bleibender Eindruck.  

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Garth Brooks – Fun

(VÖ: 20.11.2020)

Lässt man einmal all die Vermarktungsspielchen beiseite, die dazu dienen sollen, dem geschäftstüchtigen Mega Star Garth Brooks noch mehr Einnahmen zu generieren, ist das lange angekündigte neue Album “Fun“ eine Demonstration des Könnens dieses Ausnahmeinterpreten der Country Music. Mit dem Opener “The Road I’m On“, ein Country Song mit Groove und jeder Menge Garth Brooks, jubelt er, dass er wieder auf Tour sein kann und was er so vermisst hat. Das klingt, als wäre er nicht etliche Jahre in musikalische Rente gegangen. “That’s What Cowboys Do“ ist ein Titel, der verblüffend in Sujet und Arrangement an seinen ehemaligen Mitbewerber George Strait erinnert. Ein wenig rockiger kommt dann eine Hymne auf das Kneipenleben, welches „Er“ gerne jeden Tag leben würde, “All Day Long“. Mit Ehefrau Trisha Yearwood singt Garth Brooks dann das Duett “Shallow“, welches einst Lady Gaga und Bradley Cooper zu einer Filmhymne machten. Zweifelsohne ein Wagnis, doch Yearwood/Brooks können das einfach. Ganz im Gegensatz zum Titel “Amen“, lässt Garth Brooks bei diesem Song den Bad Boy raushängen. Ein Bekenntnis für Gefühle und den Mut, diese auch zu zeigen, besingt er bei “The Courage Of Love“. Mit “Message In A Bottle“ (nicht verwechseln mit dem Welthit von The Police) erklingt ein wenig Caribbean Sound und man würde sich nicht wundern, würde Jimmy Buffet mit in den Song einsteigen. Für Freunde der getragenen Ballade hat Garth Brooks auf seinem Album “Fun“ den Titel “Stronger Than Me“ platziert. Einen kleinen Einblick in ein “Bandleben“ gibt Garth bei “(A Hard Way To Make An) Easy Livin‘“. Ein starkes Statement liefert der Titel “Where The Cross Don’t Burn“ in welchem die Rassenthematik ebenso angesprochen ist, wie die Besinnung auf das Wesentliche im Leben. Wenn dann ein betagter (leider jüngst verstorben) Charley Pride eine Strophe beisteuert, ist Emotion garantiert. 14 Songs umfasst das Album “Fun“ von Garth Brooks und macht in der Tat Spaß beim Zuhören. Eine musikalische Reise durch verschiedene Themen und Arrangements, die von einem überzeugenden Garth Brooks vorgetragen wurden. Das Warten hat sich nicht nur für Garth Brooks Fans absolut gelohnt. Dieser Kerl kann’s einfach. 

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Granger Smith – Country Things – Vol.2

(VÖ: 27.11.2020)

Wer bereits bei der Veröffentlichung des Albums “Country Things – Vol.1“ von Granger Smith Appetit bekommen hatte auf Country Music des Texaners Granger Smith, hat nun die Möglichkeit die acht Titel aus Vol.1 erneut auf dem Nachfolgeralbum “Country Things – Vol.2“ zu hören. Zusätzlich gibt es 10 weitere Songs, einige von seinem Alter Ego Earl Dibbles jr.. Mit diesem Schachzug hatte Granger Smith erstmals etwas mehr Aufmerksamkeit erlangt. Denn seine Bemühungen, in Nashville Fuß zu fassen, waren nicht von großem Erfolg gekrönt. Zurück in Texas machte er seine Country Music weiter, die man auch in der modernen Form als richtige Country Music bezeichnen muss. Da werden halt die Geschichten der Familie und deren Lebensumständen erzählt und auch die “Beziehungskisten“ werden ausgiebig strapaziert. Earl Dibbles jr. sorgt zudem für die Karikatur des Blue Collar Man und seinen einfachen Vergnügungen im Saloon, oder so. Einige der Songs wie etwa “Mexico“ oder “Hate You Like I Love You“ haben durchaus Potenzial. Leider werden sie durch die Pop Country Effekte der Produktion zu Massenware degradiert. Dass es auch anders geht zeigt der Titel “6 String Stories“ der trotz modernem Arrangement eine eindringliche Ballade bleibt. “That’s Why I Love Dirt Roads“ ist mit einem treibenden Beat ein absolut radiotauglicher Song. Die “Earl Dibbles jr.“ Titel, “Workaholic“, “Diesel“ oder “Country And Ya Know It“ erinnern an die gute alte Zeit der Comedians á la Grandpa Jones oder Minnie Pearl. Die Pandemie mit Covid 19 hat so manche Pläne von Musikern auf der ganzen Welt gestört oder gar zerstört. Warum sollte man sonst erst ein Album mit 8 Songs herausgeben und wenige Wochen später die “Gesamtausgabe“ des Albums mit 18 Titeln folgen lassen? Granger Smith hat damit eine leichte Unterhaltung platziert, leider viel zu viel Pop Elemente in seine Country Music einfließen lassen.

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Little Texas – God Blessed Texas: The Singles 1992 – 1996

(VÖ: 2020)

Die texanische Band Little Texas um Frontmann Tim Rushlow hatte zwischen 1991 und 1997 ihre erfolgreichste Zeit. Kraftvoller Country Rock, gefühlvolle Balladen mit feinem Harmoniegesang waren ihre Markenzeichen. Während die fetten Uptempo Songs wie “Kick A Little“ oder der Titelsong “God Blessed Texas“ für jede Menge Spaß gesorgt haben, sind die feinen Balladen wie “My Love“ oder “What Might Have Been“ zu den größten Erfolgen von Little Texas geworden. Nun also ein fast vollständiger Überblick über die, in den Charts platzierten, Titel aus dem 1990er Jahrzehnt. Mit den 23 Tracks auf dem Album “God Blessed Texas: The Singles 1992 – 1996“ sind Fans echt gut bedient, die bislang noch nicht viel von Little Texas gehört haben. Kurz vor dem Jahrtausendwechsel löste sich die Band auf und sowohl Tim Rushlow als auch Bandkollege Brady Seals versuchten Solokarrieren, die allerdings nicht richtig in Gang kamen. Auch eine Wiedervereinigung 2007 der Band, allerdings ohne die Solokünstler Rushlow und Seals, blieb auch in den Startblöcken stecken. Lediglich vier Alben als Little Texas Band verbuchen die Musiker aus Arlington, Tx, plus ein Greatest Hits Album, die alle recht gut liefen. Die Zeit dieser Musik ist schon eine Weile her. Sie macht dennoch immer noch Freude beim Zuhören. Wer bei “Amy’s Back In Austin“ und den herzzerreißenden Lyrics mit dem verlassenen Mann nicht mitfühlt, der braucht etwas Nachhilfe in Emotions. “God Blessed Texas: The Singles 1992 – 1996“ ist eine sehr schöne Zusammenstellung der Musik der Band Little Texas aus dieser Zeit. Das hat schon Retro Charakter.

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Collin Raye – Scars

(VÖ: 20.11.2020)

Beinahe hätten wir Collin Raye nicht mehr auf dem Schirm gehabt. Lange, sehr lange Zeit hat er keine musikalischen Lebenszeichen von sich gegeben. Das letzte Album “Never Going Back“ stammt aus dem Jahr 2009. Nun aber hat sich der 60-jährige Collin Raye an ein “Debütalbum“ getraut. Als Songschreiber war er bisher nicht in Erscheinung getreten. Mit seinem Bruder Scotty Wray schrieb er beinahe alle der 14 Songs auf seinem Album “Scars“. Scotty Wray war es auch, der als Bandmitglied von Miranda Lambert seine “Chefin“ bewegen konnte, am Titelsong “Scars“ als Duett Partnerin mitzuwirken. In diesem Titel geht es um die Verletzungen, die das Leben mit sich bringen kann. Wenn falsche Entscheidungen, Auseinandersetzungen und Enttäuschungen eben Narben auf der Haut aber auch auf der Seele hinterlassen. Collin Raye hat seine Songs auf dem Album “Scars“ sehr an Pop Music und den Beat der 80er Jahre angelehnt. Wenn er dann wieder Country Music zulässt, wie bei “Loved By An Angel“, ist er wieder der Collin Raye, den man gern in Erinnerung hat. Bei “Rodeo Girl“ lässt es der Sänger aus Arkansas in texanischem Honky Tonk swingen, dass es eine Freude ist zuzuhören. Immer wieder ist die Musik eher Americana als Country aber kraftvoll, toll arrangiert und absolut hörenswert. So wechseln sich Uptempo Stücke mit Laid Back Balladen ab, die zudem mit viel intelligenten Texten gespickt sind. “I’ve Got A Lot To Drink About“, “Young As We’re Ever Gonna Be“ oder der Schlusstitel “Mama Sure Could Sing“ zeugen davon. Das Album “Scars“ von Collin Raye mit fast einer Stunde Musik mit ihm und, wer möchte kann ja mal mitraten bei welchem Titel, Vince Gill, ist eine sehr gelungene Produktion. Da kommt ein Star der 1990er Jahre wieder zum Vorschein und beugt sich nicht dem Diktat der Jetztzeit. Das wird nicht nur seine Fans begeistern.

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Lee Brice – Hey World

VÖ: 20.11.2020)

Mit dem Vater Sohn Ding “Atta Boy“ startet Lee Brice sein fünftes Studioalbum “Hey World“. Der Country Rocker beschreibt bei “One Of Them Girls“ eine erste Begegnung mit einer schwer einzuschätzenden Frau. Mehr Testosteron schüttet er aus bei “More Beer“, ganz im Rocker Style. Mit einem leisen Murmeln eines kleinen Baches wird “Memory I Don’t Mess With“ eingeleitet. Ein eher weicher Song, der aber textlich kaum überzeugen kann. Zu schlagerhaft ist das Schmachten nach der “Einen“. Leider hat man bei der Produktion auf Computerspuren gesetzt und das eintönige Bum-Bum-Bum und die wiederkehrenden Produktionsgimmicks zeugen von Sparsamkeit. Zunehmend wandelt sich der Rocker im Verlauf des Albums zum Schmusesänger. Dabei überzeugt er als harter Kerl viel mehr. Und dann hat er mit “Country Knows“ eine Hymne auf seine Lieblingsmusik rausgehauen, die ganz sicher vielen Country Music Fans aus der Seele gesprochen ist. Country weiß, wie er sich fühlt, rettet seine Seele und heilt seine Wunden. Das, in eine eingängige Melodie gekleidet, was braucht man mehr? Der Song “I Hope You’re Happy Now“ mit Duettpartnerin Carly Pearce ist neben “One Of Them Girls“ erneut ein Chartstürmer Titel. Mit dem Titelsong “Hey World“ endet das Album. Die Welt da draußen soll ihn einfach mal in Ruhe lassen. Genug der schlechten Nachrichten. Alles was er möchte, ist mal zur Ruhe zu kommen. Was für ein Statement in diesen krisengeschüttelten Zeiten. Das Album “Hey World“ ist eine feine Unterhaltung und zeigt den Country Rocker Lee Brice von einer sehr einfühlsamen Seite.

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The Swon Brothers – Nashlahoma

(VÖ: 20.11.2020)

Aus der Familien Gospel Formation Exodus sind Zach und Colton Swon längst entwachsen. Als Duo The Swon Brothers, haben sie seit 2009 nun ihr viertes Album, “Nashlahoma“ vorgelegt. Die Wortschöpfung zeigt einmal mehr, dass Nashville für viele Country Musiker einfach ein Muss ist und dennoch haben die Brüder aus Oklahoma im zweiten Wortteil ihre Heimat nicht vergessen lassen wollen. Im Opener “Best Of The Best“ reihen sich Superlative an Superlative um nur unzureichend zu beschreiben was die Angebetete sein kann. Und die Anschmachtungen setzen sich auch bei “Drink You Up“ und “Good To You“ fort. Eine Lobpreisung aller Mütter dieser Welt wird in “Mommas“ thematisiert. Die Titel sind oberflächlich arrangiert und mit Computerunterstützung etwas zu viel Pop Music als Country. Zudem ragt kein Titel heraus, der sich aus dem modernen Gedudel erheben könnte. Lediglich der Titel “Travellin‘ On“, für den The Swon Brothers Vince Gill als Gesangspartner gewinnen konnten, stich etwas heraus. Nach 12 Titeln bleibt der Eindruck, dass sich die Verbindung von Nashville und Oklahoma nicht zu einer homogenen Masse vermischen lässt. Anhörbar ist das Album “Nashlahoma“ sicherlich. Überzeugend nicht. Schon allein die Extended Version des besten Titels “Travelin‘ On“ ist Beweis genug, dass ein toller Song nicht ausreicht, um ein gutes Album zu produzieren.

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Brad Paisley – Christmas (Deluxe Version)

(VÖ: 06.11.2020)
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Home Free – Warmest Winter

(VÖ: 02.10.2020)
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Mitchell Tenpenny – Neon Christmas

(VÖ: 23.10.2020)
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Alle Jahre wieder, kommt nicht nur das Christuskind, es werden auch wieder Christmas Alben aller Art angepriesen. Nicht ganz einfach, weil die Anzahl der traditionellen Weihnachtssongs begrenzt ist. Was bleibt, sind Interpretationen dieser allzu bekannten Weisen, die bisweilen arg weit hergeholt sind. Unter den Corona Einschränkungen haben die Musikschaffenden in aller Welt zu leiden. Dennoch muss man nicht, wie im Fall von Brad Paisley vorgehen, der sein “Christmas“ Album aus dem Jahr 2006 nun erneut unter die Leute bringen will. Zu den unveränderten 10 Titeln des alten Albums, kommen heuer 4 neue Tracks hinzu. Die allerdings strapazieren die Konsumenten bis zur Grenze des Erträglichen. “Kung Poo Buckaroo Holiday“, eine posthume Persiflage mit George Jones und Little Jimmie Dickens wartet mit so vielen Piep Tönen auf, die die nicht veröffentlichbaren Textstellen überlagern, dass manchmal nur noch Pieps zu hören sind. Was soll das? Natürlich feiert sich Brad Paisley wieder als Ausnahmegitarrist bis zum Exzess. Dieses Album ist absolut entbehrlich.

Auch von der zurzeit wohl besten Vokalgruppe, Home Free, gibt es ein Christmas Album. “Warmest Winter“ heißt das Werk und beginnt zunächst in gewohntem Stil mit dem Titel “Christmas Don’t Be Late“. Dann geht es bei “Christmas In L.A.“ über in eine jazzige Stimmung, die keinen Spielraum mehr lässt, um das irgendwie in eine Weihnachtsstimmung einzuordnen. Home Free experimentieren immer gern mit Songs aus verschiedenen Genres. Doch ob das bei einem Christmas Album derart ausgelebt werden muss, bleibt fraglich. Da ist man richtig froh, dass sich mit “Tennessee Christmas“ mit Sängerin Rachel Wammack und “Christmas In Dixie“ von und mit Alabama“ zwei “gängige“ Weihnachtstitel auf das Album “Warmest Winter geschafft haben. Immer wieder beeindruckend, wie Home Free mit ihren Satzgesängen ganz besondere Stimmungen erzeugen können. Dennoch kann dieses Album keine Vorfreude auf Weihnachten erzeugen.

Mitchell Tenpenny hat eine EP mit dem Titel “Neon Christmas“ vorgelegt. Was zunächst mit einer richtig guten Version von “O Holy Night“ beginnt, wandelt sich zu einem R&B Sound bei “Snow Angels“. Der Titelsong “Neon Christmas“ soll wohl dem bekanntesten Pop Weihnachtssong von Wham Konkurrenz machen. Diese sieben Songs müssen unter keinem Weihnachtsbaum erklingen.

So weit die Weihnachtsfeier-CD-Ecke

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Steve Azar – My Mississippi Reunion

(VÖ: 23.10.2020)

Steve Azar ist ein Interpret, der ganz sicher mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Nicht weil er ein sehr empathischer Mensch ist, der schon sehr früh in seiner Karriere entschied, sich für benachteiligte und missbrauchte Kinder einzusetzen. Der Singer/Songwriter aus Greenville, Mississippi, verfügt über ein besonderes Charisma. Hinzu kommt seine Stimme, die ihn sowohl Blues als auch Country überzeugend interpretieren lässt. Mit dem Album “My Mississippi Reunion“ lässt Steve Azar acht seiner früher aufgenommenen Songs als Remastered Versions wieder auferstehen. Hinzu kommen drei neue Songs wie “Rosedale“, “Midnight“ und “Coldwater“, welches er mit Kumpel Cedric Burnside aufgenommen hat. Das Album ist eine erneute Hommage an seine Heimat Mississippi. 11 Titel hat Steve Azar für sein Album “My Mississippi Reunion“ ausgewählt, die seinerzeit nicht den Sprung in die Charts schafften. Hörenswert allemal. Allerdings sicher nur für Sammler oder Fans von Steve Azar begehrenswert.

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Tanya Tucker – Live From The Troubadour

(VÖ: 23.10.2020)

Sie ist wahrlich kein Teenie mehr, so wie 1972 bei ihrem Identifikationssong “Delta Dawn“, welcher ihr den Beinamen Delta Dawn Girl bescherte. Ihr teils ausschweifendes Leben hat ihr manche Spur ins Gesicht gezeichnet und ihre letzte Nummer Eins liegt nun auch schon über 30 Jahre zurück. Doch ein Stehauf Frauchen ist die Texanerin aus Seminole all die Jahre gewesen. Als sie 2019 nach zehn Jahren Abstinenz wieder ein Studioalbum vorlegte, bekam sie postwendend zwei Grammys für das Werk. Was ist es, dass diese Sängerin auszeichnet? Ist es die Stimme, die so unfertig klingt und dennoch so einprägsam ist. Oder ist es die Professionalität, mit der Tanya Tucker alle Hindernisse in ihrer Karriere überwinden konnte? Selbstironisch kommentierte sie 2019 bei dem Live Konzert im legendären Klub Troubadours in West Hollywood, dass sie zum ersten Mal dort auftreten dürfe. Der Mitschnitt dieses Konzertes ist eine Retrospektive ihrer erfolgreichsten Songs von “What’s Your Mamas Name“ über “Would You Lay With Me (In A Field Of Stone)“, “Strong Enough To Bend“ bis zu “Texas (When I Die)“. Mit 16 Titeln haben die Produzenten Brandi Carlisle und Shooter Jennings ein üppiges Album aufgelegt. Zudem ist die, Corona bedingt, zurückgenommene Live Atmosphäre gut eingefangen und man spürt die Sehnsucht nach dem ehemals aus den Fugen zu geratenen Klubs in Kalifornien. Das Album schließt mit “Amazing Grace“, welches nach den ersten Zeilen in “Delta Dawn“ übergeht. Über eine Stunde Musik von Tanya Tucker, die auch in gesetzterem Alter kaum von ihrer Faszination verloren hat.

Trace Adkins – Ain’t That Kind Of Cowboy

(VÖ: 16.10.2020)

“Ain’t That Kind Of Cowboy“ ist die neue EP von Trace Adkins. Sechs Titel sind nicht gerade üppig, aber Trace Adkins füllt dermaßen den Raum, dass Hörgenuss garantiert ist. Der große Mann aus Louisiana blickt nun auch schon auf fast ein Vierteljahrhundert seiner Karriere, die 1997 mit (This Ain’t) No Thinkin‘ Thing“ seine erste Nummer Eins zeitigte. Mit seinem Bass/Bariton hat er immer sofort die ungeteilte Aufmerksamkeit der Hörer. Damit spielt er zuweilen gekonnt. So zum Beispiel bei “Big“. Nach diesem doch recht poppigen Titel, folgt mit “Running Into You“ eine feine Trennungsballade, die Trace Adkins sehr gefühlvoll interpretiert. So wechseln die “Männer“ Songs mit gefühlvollen Titeln und man wünschte, es wäre ein komplettes Album geworden.

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Ward Thomas – Invitation

(VÖ: 09.10.2020)

Lust auf Pop Music in Reinform, die sich mit dem Anflug von Country Elementen zu verkleiden sucht? Dann ist das neue Album des Zwillings Dous aus Großbritannien, Ward Thomas, genau richtig. Die Schwestern, die im Abstand von 10 Minuten das Licht der Welt erblickten, werden vom sehr begüterten Vater in jeder Weise unterstützt. Das Album lässt zunächst mehrere Titel erklingen, die so was von Pop Music sind. Mit “Dear Me“, ein a capella Stück, lassen Catherine und Lizzy Ward Thomas ihre nahe Verwandtschaft in ihrem sehr dichten Harmoniegesang deutlich werden. Dann geht es weiter mit Computer Drums und allem Pop Gedöns. “Wait Up“ könnte im aktuellen Radio Play durchaus einen Platz ergattern. “Painted Legacy“ ist eine niedliche Pop Ballade. Wenn bei “Halfway“ die Ward Thomas Zwillinge den Pop Star James Blunt unterstützen, ist die Ausrichtung des vierten Albums zementiert. Warum das Album mit dem alten Fleetwood Mac Song “Landslide“ endet, wo doch Natalie Maines von den Dixie Chicks (neuerdings nur noch Chicks) seinerzeit die Trauben schon sehr hoch gehängt hat, ist ein netter Versuch dem Girlie Pop Album “Invitation“ von Ward Thomas mehr Tiefe zu geben.

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BlackHawk – Just About Right Live From Atlanta

(VÖ: 02.11.2020)

Vielleicht sind die Live Mitschnitte von Konzerten in Zeiten der Auftrittsverbote eine gute Möglichkeit, den Fans etwas dieser besonderen Atmosphäre ins eigene Heim zu bringen. Mit dem Album “Just About Right: Live From Atlanta“ tun Henry Paul, Randy Threat, der den viel zu früh verstorbenen Van Stephenson ersetzte, und Dave Robbins, als Band BlackHawk zu Superstars geworden, genau dies. Allerdings stammt der Mitschnitt ihres Konzertes im Eddie’s Attic in Atlanta, Georgia, schon aus dem Jahr 2017. Dafür bietet das Album 22 Titel, die alle die großartige Karriere von BlackHawk dokumentieren. Zudem haben BlackHawk mehr auf Akustik gesetzt als auf den Studioalben mit denen die, in Nashville gecasteten, Musiker in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre die Charts gestürmt haben. Eine Stunde und 38 Minuten Musik in Liveatmosphäre und mit der einzigartigen Stimme von Henry Paul, sind eine gute Ablenkung von der erzwungenen Konzertabstinenz der Jetztzeit. So fehlen die großen Erfolge wie “I’m Not Strong Enough To Say No“, “Every Once In A While“ oder “Like There Ain’t No Yesterday“ nicht im Set Up. Mit “Goodbye Says It All“ geht das Album los und endet mit “Big Guitar“. Jede Menge BlackHawk und jede Menge Erinnerungen an die erfolgreichste Zeit der Band. Etwas Neues gab es seit 2014 nicht mehr von ihnen, sieht man einmal vom Christmas Album des Vorjahres ab.

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Chris Stapleton – Starting Over

(VÖ: 13.11.2020)

Nach dem grandiosen Erfolg seines Debütalbums “Traveller“ aus dem Jahr 2015 und den beiden Nachfolgern “From A Room: Volume 1 und Volume 2“ aus 2017 warteten die Fans ungeduldig auf ein neues Album des stimmgewaltigen Sängers, Songschreibers, Gitarristen und Produzenten Chris Stapleton aus Lexington, Kentucky. Gleich zu Beginn stellt Chris seine Top Seller Single “Starting Over“ vor. Mit einfachen aber eindrucksvollen Worten kann Chris Stapleton darin eine Liebeserklärung skizzieren, die für ein ganzes gemeinsames Leben reichen wird. Mit einem fetten Blues geht es bei “Devil Always Made Me Think Twice“ weiter und “Cold“ im gleichen Genre verpackt, thematisiert eindringlich eine herbe Enttäuschung durch eine Trennung. In “When I’m With You“ erkennt Stapleton, dass er, nun schon vierzigjährig, erkennen muss, dass am Fuß des Regenbogens kein Gold zu finden ist. Aber wenn er mit “ihr“ zusammen ist….Mit “Joy Of My Life“ erinnert Chris Stapleton an John Fogerty, der den Song 1997 seiner Frau Julie widmete. Der Verlust seines Hundes Maggie war Anlass den Titel “Maggie’s Song“ auf dem Album “Starting Over“ zu platzieren. Dass Whiskey am Ende den Schmerz doch nicht besiegen kann, ist Thema in “Whiskey Sunrise“ und eine Hommage an Guy Clark erklingt mit der Coverversion seines Titels “Old Friends“ und der Feststellung, dass es die guten, alten Freunde sind, die man nicht kaufen kann und doch so wichtig sind. Vielleicht der bemerkenswerteste Song ist “Nashville TN“, in welchem Chris Stapleton ein Goodbye an die Music City interpretiert, die ihn alles lehrte. Nun aber scheint es Zeit gekommen, (musikalisch) neue Wege zu gehen. Zu sehr habe sich die Stadt verändert. Welch ein mutiges Statement. “Starting Over“ ist ein starkes Album des genialen Songwriters und eindrucksvollen Interpreten Chris Stapleton. Das Warten auf das neue Album hat sich gelohnt.

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Billy Ray Cyrus – The Singing Hills Sessions – Mojave

(VÖ:09.11.2020)

Die zweite Folge der EP Serie “The Singing Hills Sessions“ mit dem Untertitel “Mojave“ von Billy Ray Cyrus bietet, mit fünf Titeln, knappe Unterhaltung. Dafür aber, für seine Verhältnisse, ruhige und besinnliche Balladen. Für Überraschungen ist Billy Ray Cyrus immer gut und so beginnt seine EP mit dem Titel “Mama Said Knock You Out“, einer Bearbeitung des Originals des US Rappers LL Cool J aus dem Jahr 1991. Billy Ray Cyrus singt oder spricht den Titel, der eher Rap als Country ist. Mit “Ghost Dance“ erzeugt er eine düstere Stimmung von Verlorenheit und Hoffnungslosigkeit, aus der möglicherweise die Beschwörung durch einen Geistertanz heraushelfen kann. “Holdin‘ On“ thematisiert den Wunsch, die Zeit zurückdrehen zu wollen und die Trennung der Beziehung rückgängig zu machen, wenn es denn möglich wäre. Mit der bitter-trotzigen Aussage in “Good At Goodbyes“ ist die EP auch schon wieder aus. Der Schlusstitel ist locker flockiger Two Step, aber die Zeilen sind voller Resignation. Der Abschnitt “Mojave“ der “Singing Hills Sessions“, der tatsächlich nahe der Mojave Wüste aufgenommen wurde, zeigt einen anderen Billy Ray Cyrus, der sich in der Vergangenheit ja immer wieder von Country Music früherer Jahre entfernt hatte. Man darf gespannt sein, ob und wie diese EP Reihe weitergeführt wird.

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Brothers Osborne – Skeletons

(VÖ: 09.10.2020)

An diesem Brüder Duo scheiden sich die Geister. Zum einen brillieren John und TJ Osborne mit unglaublichem Können an ihren Gitarren, zum anderen provozieren sie mit ihrer Auffassung von Musik, die zwar moderne Country Music genannt werden will, aber teils so eigenwillig daherkommt, dass es eher experimentelle Rock Music darstellt. Gern lassen Brothers Osborne ihre Titel abrupt und überraschend aufhören. So nach dem Motto: habe fertig. Das dritte Studioalbum der Brüder aus Maryland heißt “Skeletons“ und meint damit, dass man fast überall “Leichen im Keller“ finden kann. Das Album ist mit Augenmerk produziert. Immer dann, wenn man sich einen ruhigeren Titel herbeisehnt, folgt er prompt. Heißt, dass Brothers Osborne auch Balladen können, die dennoch in ihrem Sinn mit allerlei Schnick Schnack aufgemotzt sind. TJ Osborne kann mit seinem Bass-Bariton Geschichten erzählen, die eindrucksvoll unter die Haut gehen. Der Titeltrack “Skeletons“ bleibt allerdings etwas hinter den geweckten Erwartungen zurück. Ein weiterer Song mit bitterem Inhalt ist “Back On The Bottle“. Darin geht es um das Ende einer Beziehung, die den Protagonisten bislang abgehalten hat, wie früher, sich dem Whiskey hinzugeben. Nun aber, wo “sie“ fort ist, hängt er wieder an der Flasche. Auch “High Note“ ist trotz der fließenden eingängigen Melodie eine bittere Reflektion einer gescheiterten Beziehung. Völlig ungewöhnlich ist der Titel “Muscat Green“ als Instrumental mal als Gitarrenrock, mal als Piano Jazz arrangiert und geht nahtlos über in den nächsten Titel “Dead Man’s Curve“, ein Vergleich einer “Schönheit“ mit einer todbringenden Kurve, die schon viele Opfer forderte. Der vielleicht bedeutendste Titel auf dem Album “Skeletons“ von Brothers Osborne ist “Make It A Good One“. Darin haben die Brüder den Rat verpackt, das Leben in vollen Zügen zu genießen, die Gelegenheiten zu erkennen und zu nutzen und nicht zu zaudern. Zum Ende gibt es mit “Old Man’s Boots“ noch einen Vater Sohn Song, in welchem Thomas Osborne erzählt, dass er froh ist, ein kleines Stück in den “Stiefeln“ seines Vaters gehen zu können. Brothers Osborne legen mit ihrem dritten Album “Skeletons“ die Latte für Qualität, Musikverständnis und Inhalt recht hoch. Das muss auch alle Country Fans überzeugen, die mit moderner rockorientierter Country Music gehadert haben.

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CAM – The Otherside

(VÖ: 30.10.2020)

Es scheint ein klares Konzept hinter der Karriere von Cameron Marvel Ochs, Künstlername CAM, zu stehen. Das nun erschienene neue Album “The Otherside“ von CAM ist wieder im gehörigen Zeitabstand von 5 Jahren zum Vorgängeralbum “Untamed“ und von 10 Jahren zum Debütalbum “Burning House“ platziert. Zufall oder Konzept? Ebenfalls unverändert ist die musikalische Ausrichtung auch im dritten Studioalbum von CAM. Es handelt sich erneut um Country Pop und das mit voller Absicht. Die Sängerin aus Kalifornien hat sich aber weiterentwickelt. Das anfängliche Girlie-Image legt sie zunehmend ab und die Mutterrolle scheint ihr auch einen erweiterten Blick auf das Leben gegeben zu haben. Gleich mit dem Opener “Redwood Tree“ hält sie eine imaginäre Zweisprache mit einem der legendären Mammutbäume, deren Alter ein Menschenleben klein und unbedeutend erscheinen lässt. Der Titelsong “The Otherside“ ist erwartungsgemäß poporientiert textlich ausgebreitet und geht das Thema Trennung an. “Classic“ ist ein Titel, der musikalisch und textlich völlig unbedeutend daherkommt. Das kann man vergessen. Dagegen hat der Titel “Forgetting You“, von ihr und Lori McKenna geschrieben, sowohl mehr Country abgekriegt als auch inhaltlich mehr zu bieten. Ein Song, nur von CAM geschrieben, sticht heraus. “When Goodbye Means“ ist eine herzergreifende Story über eine Frau, die die Trennung kommen sieht und dennoch die Hoffnung auf ein gutes Ende nicht aufgeben will. In “Diane“ geht CAM der Frage nach, wie die Frau des Geliebten und sie selbst so dumm sein konnten, den Lügen des untreuen Kerls zu glauben. Mit den 11 Titeln auf ihrem Album “The Otherside“ setzt CAM fort, was mit ihrem Überflieger Hit “Burning House“ begann. Ein klares Bekenntnis zu Pop Country Music. Und wenn schon diese Musikrichtung, dann gern so konsequent und gekonnt umgesetzt wie auf “The Otherside“.

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Earl Thomas Conley – Promised Land: The Lost Album

(VÖ: 25.09.2020)

Earl Thomas Conley gehört zweifelsohne zu jenen Country Music Interpreten, deren Können und deren Karriere völlig zu Unrecht wenig beachtet wurde. Dabei hat er in der Dekade der 1980er Jahre 18 Nummer Eins Hits und 24 TopTen Platzierungen verbucht. Aber nur sein Greatest Hits Album aus 1985 wurde eine Nummer Eins. Gut, dass es seine Tochter geschafft hat, bislang unveröffentliches Material zu einem Album werden zu lassen, welches an ihren Vater und einen der Country Music Stars der Country Pop Aera erinnert. Alle 12 Titel auf dem nun erschienen Album “Promised Land: The Lost Album“ sind von Earl Thomas Conley geschrieben oder zumindest mitgeschrieben. Musikalisch wird man in die Zeit versetzt, die kurz vor dem Garth Brooks Jahrzehnt noch R&B, Soul und Pop Einflüsse gleichermaßen an Country Music anpasste. Earl Thomas Conley hatte eine Soulstimme, die man ihm, als nicht schwarzen Sänger, kaum zugetraut hätte. Als er 1981 mit seinem größten Erfolg “Fire And Smoke“ erstmals eine Nummer Eins platzieren konnte, begann eine Serie von Top Platzierungen wie mit “Love Out Loud“, “What I‘d Say“, “Chance Of Lovin‘ You“ oder “Once In A Blue Moon“. Typisch für die damalige Zeit ist die B-3 Organ, die auch auf den “verlorenen“ Songs des Album “Promised Land: The Lost Album“ immer wieder an diese Zeit erinnert. Der Songschreiber und Produzent Nelson Larkin (gest. 2013) hatte die Oberaufsicht über die Produktion des Albums, von dem die Tochter von Earl Thomas Conley sagt, dass es ihrem Vater sehr am Herzen lag, diese Musik mit seinen Fans zu teilen. Viel Gefühl und Anspruch hatte er in diese Titel gelegt. Solche Posthum Alben lassen, gerade jüngere, Fans oft ratlos zurück. So ist auch dieses Album eine liebenswerte Erinnerung an eine große Stimme und einen feinen Kerl. Zudem ist “Promised Land: The Lost Album“ ein kleines Vermächtnis von Earl Thomas Conley. Mit einer feinen Hand und dem Wissen, wie sich diese Musik seinerzeit angehört hat, ist das Album produziert und macht einfach Spaß, obwohl man weiß, dass Earl Thomas Conley seit vorigem Jahr nicht mehr unter uns weilt.

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Mark Stoffel – Coffee & Cake

(VÖ: 2020)

Die langjährigen Fans hierzulande werden sich sicher gerne an Mark Stoffel erinnern. Der spielte Mandoline und Fiddle bei „Shady Mix“, einer sehr beliebten Band aus dem Raum München, die auch Franken oft zu Gast war. Noch länger liegt sein Mitwirken bei der Band „Mainspring“ zurück. 2002 wanderte Mark in die USA aus und ließ sich in Illinois nieder, wo er weiterhin gerne Bluegrass-Music spielt. 2008 kam er auf Besuch in die alte Heimat und hatte eine CD unter dem Titel „one-o-five“ im Gepäck. Jetzt hat sich Mark endlich mal wieder zurückgemeldet. Sein neuestes Werk heißt „Coffee & Cake“ und besteht erneut ausschließlich aus instrumentalen Bluegrass-Titeln. Zehn der dreizehn Stücke hat Mark selber komponiert. Schon beim ersten Reinhören wir klar: diese CD ist ein Juwel, ein Titel klingt schöner als der andere. Insgesamt ist dieses Werk etwas schwungvoller ausgefallen als seine erste CD. Mark spielt auf allen 13 Stücken Mandoline und seine Kollegen, die ihn bei den Aufnahmen begleiten, hat er offenbar sehr sorgfältig gewählt. Zwei Namen fallen uns sofort auf: Rob Ickes am Dobro zählt ja zu den international anerkannten Meistern auf diesem Instrument und die Fiddlerin Becky Buller kennt man auch hierzulande spätestens seit sie in der Band von Valery Smith für Furore gesorgt hat (2008 u.a. zu Gast im Kulturforum in Fürth). Wie kam der Titel der CD zustande? Mark liebt die deutsche Tradition, am Nachmittag mit Familie, Freunden oder Kollegen eine Pause einzulegen, um sich bei Kaffee und Kuchen gemütlich zu unterhalten und das macht er auch gerne den Menschen in den USA schmackhaft. Ein Bild davon, aufgenommen in einem Café in Illinois finden wir in dem hübsch aufgemachten CD-Cover. Mein persönlicher Lieblings-Titel ist „Frost On The Pretzel“, zu dem man augenblicklich einen flotten Twostep tanzen möchte. Deutsche Brezen, die vermisst er sehr in den USA, darum hat er gelernt, sie selber zu backen. Erwähnenswert auch „Finn and Ollie“, gewidmet Mark´s beiden Söhnen, auf die er mächtig stolz ist. Neben den zehn eigenen Stücken finden wir noch den neu aufpolierten Bluegrass-Klassiker „The Old Mountaineer“ von Bill Monroe sowie ein Medley aus zwei sehr irisch klingenden Reels. Den Knaller hat sich Mark für den Schluss aufgehoben. Glenn Miller´s „In The Mood“ in einer genialen Bluegrass-Version, bei der nicht weniger als zwanzig Musiker in die Saiten von Mandolinen, Mandocello und Mandola hauen! Diese CD ist etwas ganz besonderes und sollte in der Sammlung eines echten Bluegrass-Fans nicht fehlen, zu bestellen über die Internetseite markstoffel.com 
Jürgen Stier

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Margie Singleton – Never Mind

(VÖ: 30.10.2020)

Nostalgie pur und ein Stück Musikgeschichte vereinen sich in der fünf Titel umfassenden EP “Never MInd“ von Margie Singleton. Allein schon die Biografie von Margie Singleton könnte Stoff für etliche Country Songs hergeben. Bereits mit 13 Jahren ging sie eine Teenager Ehe mit Shelby Singleton ein, bekam mit 15 ihr erstes Kind und brachte sich nebenbei das Gitarre Spiel bei. Mit Anfang Zwanzig ging es los mit einer Karriere als Sängerin, die beinahe 7 Jahrzehnte währte. Unvergessen ihre Duette mit George Jones, Faron Young oder mit ihrem zweiten Mann Leon Ashley. Die Liste ihrer Charteinträge ist nicht besonders lang. Sicher auch ihrer Entscheidung geschuldet, sich um ihre Familie mehr zu kümmern als um ihre Karriere. Nach dem Tod ihres Gatten Leon Ashley 2013 ermunterte sie Sohn Steve Singleton, statt sich zurückzuziehen, wieder Songs zu schreiben und aufzunehmen. Steve Singleton ist auch für die Produktion der EP “Never Mind“ mit Partner Derrick Dexter Mathis verantwortlich. Die fünf Titel sind ein flüchtiger Blick in und über das Leben von Margie Singleton und sind mal Country mal Blues. Man muss es einfach einmal betonen. Margie Singleton wurde 1935 geboren und hat 2020 mit 85 Lebensjahren immer noch Spaß an ihrer Musik. Klar, dass diese EP aus der Zeit gefallen ist. Trotz schwindendem Druck in der Stimme kann man erahnen, dass Margie Singleton eine sehr geachtete Sängerin ihrer Zeit war. Solche (musikalischen) Geschichten um Stars in hohem Alter dürfen in der Country Music Welt einfach stattfinden. Ein ums andere Mal sind solche späten Wiedersehen (-hören) eine liebenswerte Erinnerung. Leider in der heutigen Zeit nicht sehr häufig.

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Slim Dime – The Long Journey Home

(VÖ: 14.09.2020)

Akustische Musik, die sich ganz und gar den alten überlieferten Weisen widmet, erklingt auf dem Album des Dous Slime Dime aus Melbourne, Australia. Mal instrumental mit zwei Gitarren oder mit Gitarre und Banjo vorgetragen, mal alte Songs meist vom weiblichen Part des Duos, Jen Land, eingesungen. Zugegeben, das ist schon sehr spezieller Stoff. Mit Partner Chris Taylor wollen Slim Dime alten Melodien und Songs neues Leben einhauchen oder sie einfach nicht in Vergessenheit rutschen lassen. Dabei sind auch eher Anlehnungen an Folk Music zu hören. Mit 16 Titeln und über eine Stunde Laufzeit ist das Album “The Long Journey Home“ recht üppig ausgefallen. Das klingt alles sehr hausbacken und eher nach Hausmusik. Trotz aller Virtuosität an den Instrumenten kann solche Musik nur ein Nischenprodukt sein, welches sicher nicht in vielen Musikregalen stehen wird.

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Moe Bandy – A Love Like That

(VÖ: 28.08.2020)

Es ist ein Segen, dass Country Music Interpreten wie Moe Bandy selbst im Alter von weit über 70 Jahren immer noch Songs erfinden, interpretieren und in Alben verewigen. Dabei kann Moe Bandy auf eine fast 50-jährige, durchaus erfolgreiche, Karriere zurückblicken. Allerdings war er nie einer der ganz großen Stars. Vielleicht, weil er immer ein sehr bodenständiger Interpret war und ist, der als ehemaliger Rodeo Reiter das Leben dieser Artisten im Fokus hatte. Auch Trucker und andere “Blue Collar People“ waren in seinem Fokus. Kurzum, er präsentiert Country Music der traditionellen Art, wie sie ursprünglicher nicht sein könnte. Auf sein neues Album “A Love Like That“ hat er 11 Titel gepackt. Es beginnt mit “Tonight Was Made For The Two Of Us“, einem feinen Two Step. Mit einem seiner erfolgreichsten Songs, “Hank Williams, You Wrote My Life“, gab er 1975 die Richtung vor, die bis heute seine Musik prägt; stammt er doch wie Hank Williams aus Meridian, Mississippi. So reihen sich “Oldtime Perlen“ aneinander und die meist tanzbaren Songs kommen in traditioneller Instrumentierung und Arrangement ohne sonstiges Beiwerk aus. Die Stimme mag nicht mehr ganz so frisch sein wie 40 Jahre zuvor, dafür aber ist sie voller Wissen. Moe Bandy singt über erfüllte Liebe genauso, wie über kaputte Beziehungen, über das Scheitern an sich oder über Träume eines besseren Lebens. Einprägsam die Story im Titel “Heartache Doesn’t Have A Closing Time“ über einen betrügenden Mannes, der sich in einer Bar dem Schnaps und bitteren Erkenntnissen hingibt. Dies ist eigentlich ein American Chanson. “Life Of A Rodeo Cowboy“ ist ein melancholischer Blick auf das Leben dieser “Nomaden“. Immer wieder darf eine Steel Guitar oder eine Fiddle für den prägenden Sound sorgen, wenn Moe Bandy melancholische Balladen wie “You Can’t Stop A Heart From Breaking“ anstimmt. Zum Schluss des Albums “A Love Like That“ sinniert Moe Bandy mit Altersweisheit über die Frage, was in seinem Leben hätte anders laufen können. Da passt auch die alte Nummer Eins von Ray Price aus 1958, “City Lights“ in die Melancholie der vorangegangenen Songs. Mit diesem Album hat Moe Bandy den Fans alter Melodien und Country Music ein besonderes Geschenk gemacht.

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Maceo – Boomtown

(VÖ: 2020)

In den ersten Zeilen der Homepage der Band Maceo heißt es: „Ganz sicher können alle, die nicht in den Zwanzigern sind, mit der Auffassung von Country Music der jungen Menschen von heute, nichts anfangen.“ So möchte auch die Band Maceo nicht alten Zöpfen huldigen, sondern ihre kraftvolle Country, Rock und Blues Musik präsentieren. Marty Brown formierte 2015 die Band und scharte einige hervorragende Musiker um sich. Richtig gehört. Marty Brown, aber nicht der Vater, sondern der Sohn. Marty jr. hat also jede Menge Berührung mit traditioneller Country Music, die sein Vater Marty Brown sr. vertritt. Allerdings ohne größere Erfolge für den Vater. Vater und Sohn schrieben jedoch viele Songs gemeinsam, so dass der Band Maceo auch aus diesem Fundus so einiges Material zur Verfügung steht. Das Album “Boomtown“ und der Bandname, deuten aber schon an, dass es sich garantiert um Country Music “vom Lande“ handelt. Benannt haben sich die vier Musiker nach der “One Horse Town“ Maceo in Kentucky, welche garantiert kein Boomtown wird. Allerdings geht es los mit dem Rock Titel “Fit To Be Tied“ und das Album scheint der Einlassung auf der Homepage gerecht zu werden. Schwere Gitarrenriffs und die Aussage von Marty Brown, dass er ein Outlaw, ein Rebell, ein Rocker und Roller, ein Gitarrenspieler, ein Kämpfer und ein Country Sänger sei, geben einen ersten Einblick in das, was Maceo unter ihrer Country Music verstehen, die absolut in die Zeit passt. Doch gleich darauf erklingt mit “Lessons In Lonely“ eine wunderbare Ballade, modern und traditionell zugleich. Da kommt die Zusammenarbeit mit Vater Marty Brown durch. Richtig ab geht es beim Honky Tonk Titel “Backwards Ballcap Beer Drinking Kind Of Crowd“. Da zucken die Tanzbeine. Mit “Barbwire & Cornfields“ wird, als Einleitung für den Titelsong “Boomtown“, noch einmal ein Hohelied auf das Leben in einer Stadt weitab von den Megacitys gesungen. Mit “Old Legends“ erklingt eine Hommage an die Legenden der Country Music, die durch ihre Musik immer weiterleben. Mit viel Liebe zum Detail sind die Songs eingespielt und arrangiert. Immer mit einem Blues, der zu Country gehört wie Topf und Deckel. Balladen wie “Old Legends“ oder “Colorado Crazy“ dürfen auch einmal die Fünf Minuten Grenze brechen. Der letzte Titel, “Memphis Delta King“ ist wieder ein härterer Blues Rock Song. Das Album “Boomtown“ von Maceo ist ein rund um gelungenes Werk, welches mit “nur“ 10 Titeln jede Menge Spaß verbreitet und zudem über hörenswerte Texte verfügt. Ein tolles Debüt Album. Sogar für die nicht mehr Zwanzigjährigen Country Music Fans.

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Mo Pitney – Ain’t Looking Back

(VÖ: 14.08.2020)

Schon sein Debütalbum erregte 2016 die Gemüter. Wie konnte ein so junger Kerl, gerade Anfang Zwanzig, solch ein traditionelles Album machen? Bravo und gut so, urteilten andere. Vier Jahre später folgt nun das zweite Album von Mo Pitney, der immer noch nicht aus den Zwanzigern heraus ist. Was hat der junge Mann aus Cherry Valley, Illinois, nun vorgelegt? “Ain’t Looking Back“ heißt sein neues Album und anders als vermutet, beginnt es mit dem Titel “A Music Man“ wie es traditioneller kaum sein kann. Beinahe wie eine Rechtfertigung erläutert Mo Pitney, dass er keinen Ruhm oder viel Geld sucht. Er will einfach das tun, was ihm tief im Herzen liegt. Musik zu machen. Diese ruhige Ballade, mit der Unterstützung von Jamey Johnson, der zum Schluss seinen Bariton beisteuert, ist ein Einstieg nach Maß. Mit jeder Menge Sprachwitz sind die Texte gespickt, die aber “nur“ die altbekannten Themen aufarbeiten wie Trennung, Liebe, Sehnsucht oder Aufbruch in eine bessere Zukunft. Mit dem Titel “Old Home Place“ lässt Mo Pitney seine “All Star Band aus vergangener Bluegrass Zusammenarbeit wieder auftreten und richtig “grassen“. Die vollkommene Zufriedenheit drückt Mo Pitney in seinem Song “Mattress On The Floor“ aus, wenn “sie“ den Kopf auf seine Brust legt, mit dem Blick zur Zimmerdecke obwohl lediglich eine Matratze auf dem Boden das Mobiliar darstellt. Mehr Country geht nicht. Oder doch? Mit “Old Stuff Better“ drückt Mo Pitney aus, was ihn an den alten Dingen festhalten lässt. Wie etwa seine alte Jeans, seinen alten Pick Up, die alten Songs, die alten Gitarren oder die alten Stars. Wow! Ein solches Bekenntnis eines jungen Mannes in der heutigen Zeit. Zum Schluss seines Albums “Ain’t Looking Back“ darf auch ein religiöser Titel nicht fehlen indem er sich in die Figur des “Jonas“ begibt. Wenn die 13 Songs verklungen sind, weiß man, dass Mo Pitney nicht auf seine Vergangenheit blicken wollte. Er geht seinen, wohltuend traditionellen musikalischen Weg weiter, ohne sich umzuschauen und zu bangen, was andere Leute davon halten. “Ain’t Looking Back“ ist ein feines Album eines feingeistigen Texters und Sängers, der es schafft, die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Und das ganz ohne Drum Computer und Disco Gedröhne. Country Music at its best.  

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Tim McGraw – Here On Earth

(VÖ: 21.08.2020)

Was hat dieser Mann nicht schon alles an Ehrungen, Chartplatzierungen an der Spitze und Awards erreicht. Erfolgsverwöhnt hat Tim McGraw immer wieder in den letzten Jahren nach neuen Wegen gesucht, seine Musik zu präsentieren. Oftmals hatten sich diese Ambitionen in Rock Music verirrt und von Country Music entfernt. Für sein neues Projekt, wechselt er zum Label Big Machine Records und ist in bewährter Zusammenarbeit mit Byron Gallimore als Produzent auch selbst verantwortlich. “Here On Earth“ ist ein Album welches sehr ambitioniert auftritt, sowohl im Titel als auch in der Aufmachung. Da scheint der weite Weltraum gerade groß genug zu sein um die Titel mit den gewaltigen Textpassagen aufnehmen zu können. Sehr ungewohnt beginnt das Album mit “L.A.“ was mit Streichern und sanften orchestralem Arrangement an die Hochzeit des Country Pop aus den 1970er Jahren erinnert. Der Titelsong “Here On Earth“ thematisiert das Wunder des Lebens ebenso, wie die Frage nach dem Selbst oder dem Sinn im eigenen Dasein. Unter dem, ging es wohl nicht. Ein wenig sehr dick aufgetragen, aber für eine Country Pop Ballade geeignet. Eine gewisse Überproduktion scheint da durchaus zu passen. Die meisten Texte sind dermaßen Pop Music Stuff, dass es gut ist, wenn solches Material von Tim McGraw vorgetragen wird. Ihm wird man das abkaufen. Allerdings ist das Album mit 16 Titeln und über einer Stunde Dauer schon anstrengend um es aufmerksam zu verfolgen. Nur gut, dass die Grundlinie der Produktion auf ruhige Melodien gesetzt ist und weniger mit Rock Music aufwartet. “I Called Mama“ oder “Not From California“ sind solch ruhige Balladen, die aber nicht ohne jede Menge Arrangement in Szene gesetzt sind. “Here On Earth“ ist streckenweise schwülstig und überladen. Das mag daran liegen, dass die meisten der Texte von mehreren Songschreibern verfasst wurden. Da haben sich die Wortakrobaten wahrscheinlich gerne mal gegenseitig übertreffen wollen. Musikalisch ist das Pop Country Music, vorgetragen von einem Tim McGraw, der allerdings alle diese Herausforderungen meistert. Weil er halt ein Großer ist. 

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RaeLynn – Baytown

(VÖ: 14.08.2020)

Barbie Goes Country könnte man annehmen, wenn man das Cover der EP “Baytown“ der Texanerin Racheal Lynn Woodward, Künstlername RaeLynn, betrachtet. RaeLynn hat bereits mit 15 Lebensjahren ihre musikalische Karriere gestartet und sich über die Talentshow “The Voice“ ins Rampenlicht gebracht. Klar, dass eine so junge Frau ein ebenso junges Publikum ansprechen möchte. Nach dem Studioalbum “WildHorse“ und dem folgenden Wechsel zum Label Big Machine Records ist nun ein EP Werk erschienen, welches sich klar mit Country Music schmückt. Allerdings mit Country Music, welche auf Radio Play ausgerichtet ist und mit Rap oder Pop ohne Ende arrangiert wurde. Es gibt unter den sechs Titeln auch ruhige Momente, wie bei “Me About Me“ oder bei “Fake Girl Town“. Den Schluss bildet das pubertäre Teenagergezeter in “Bra Off“ aus dem Vorjahr. Da soll die Trennung vom Freund so sein, als ob RaeLynn ihren BH auszieht. Das mag nachvollziehen wer kann. Hoffentlich entwickelt sich die junge Dame weiter. Solch eine Musik braucht es nicht in der Country Music, ist aber leider immer bestimmender geworden, was Radio Play und Chart Voting anbetrifft.

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Brent Cobb – Keep ‘Em On They Toes

(VÖ: 02.10.2020)

Brent Cobb hatte schon früh Berührung mit der Musik, weil sein Vater in einer Band spielte. Als Teenager traf er seinen Cousin, den bekannten Produzenten Dave Cobb und gab ihm ein Demo Band,  in der Hoffnung, Dave würde seine Kontakte für ihn nutzen. Tatsächlich gelang der Versuch und Brent Cobb verließ bald darauf seine Heimat Georgia und zog ins Mekka der Country Music, nach Nashville. Mittlerweile schätzt man ihn dort als Songschreiber, der mit seinen beinahe philosophischen Lyrics, Hits für etliche Meg Stars geschrieben hat. Seine eigene Solokarriere dümpelt aber eher so vor sich hin. 2006 veröffentlichte, der damals Zwanzigjährige, sein Debütalbum “No Place Left To Leave“. Es folgte zehn Jahre später das Album “Shine On Rainy Day“ und 2018 “Providence Canyon“. Jetzt liegt sein neuestes Werk “Keep ‘Em On They Toes“ vor. Wer über den grammatikalischen Fehler stolpert, muss seine Einlassungen zu seinem Album nachlesen. Mittlerweile ist Brent Cobb in seine Heimat Georgia zurückgekehrt und erklärt daher: „Es ist komisch, denn die letzten beiden Alben handelten von mir, wie ich in Georgia aufwuchs, und jetzt sind wir wieder hier. Ich schreibe nicht mehr darüber, dass ich es vermisse, also kommen die Songs jetzt von innen. Es ist keine Sehnsucht nach Heimat, es ist das, woran ich denke, jetzt, da ich hier unten lebe“. In reduzierter Singer/Songwriter Qualität bietet das Album “Keep ‘Em On They Toes“ zehn Songs, die unaufgeregt Geschichten erzählen, die echte Lebenserfahrungen spiegeln. Ob es die Erkenntnis ist, dass gute Zeiten meist nicht von Dauer sind oder, wie im Titelsong, Brent Cobb den Ratschlag gibt, nicht allzu sehr auf die Meinung anderer zu hören und seinen eigenen Weg unbeirrt zu gehen. Brent Cobb ist ein Storyteller. Als Sänger offenbart er einige Schwächen, was seiner Karriere bislang einen größeren Erfolg vorenthielt. Seine Musik pendelt zwischen Americana, Outlaw Country, Southern Rock und Country. Immerhin bekam  Brent Cobb 2018 für “Shine On Rainy Day” einen Grammy für das beste Americana Album. In der zweiten Hälfte seines neuen Albums, sind die Songs zunehmend von den teils nicht einfach nachvollziehbaren Gedanken geprägt. Damit wird endgültig klar, dass Brent Cobb nicht einfache Chart Mucke präsentieren möchte. Ihm liegen Dinge auf der Seele, die ihren Ausdruck einfordern. „Meine letzten beiden Alben handelten von Menschen und Orten, und ich wollte, dass dieses Album von Gedanken und Gefühlen handelt“, sagt er. Zu der Grammatik im Titel “Keep ‚‘Em On They Toes“ erklärt er einfach: „So reden die Leute hier, wo ich lebe. Ich wollte das unverfälscht lassen.“ Dieses Album findet sicher seine Liebhaber, ist aber eher etwas für Spezialisten.

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Justin Moore – Live At The Ryman

(VÖ: 25.09.2020)

2018 hatte die Welt noch keine Ahnung, was 2020 mit der Corona Pandemie alles verändert werden würde. Oder doch? Jedenfalls hatte Justin Moore den richtigen Riecher gehabt, als er sein Livekonzert in der berühmten Konzerthalle Ryman Auditorium in Nashville mitschneiden ließ. Nun lässt er seine Fans und die, die es sicher noch werden, an diesem Konzertabend teilhaben. Mit dem Livealbum “Live At The Ryman“ präsentiert der Mann aus Arkansas, dessen fünf Studioalben seit 2009 alle unter die Top3 der Alben Charts gelangten, mit 17 Titeln eine geballte Ladung Power. Gleich mit dem Opener “Hank It“ und “Backwoods“ feuert Justin Moore kraftvolle Rock Country Titel ab, die von den Konzertbesuchern frenetisch bejubelt werden. Doch schon bei “Flying Down A Backroad“ dürften alle Handy Lampen den Saal beleuchtet haben. In der Folge lässt er einen Hit nach dem anderen auf die Besucher einprasseln. Da fehlen seine größten Erfolge wie “Til My Last Day“ (in der Live Version fast 6 Minuten lang), “If Heaven Wasn’t So Far Away“ oder “Lettin‘ The NIght Roll“ natürlich nicht. Justin Moore hat eine tolle Stimme, jede Menge Ausstrahlung und er scheint richtig Spaß gehabt zu haben. Das überträgt sich auch auf die Hörer seines Albums “Live At The Ryman“. Man bedauert wieder  einmal, nicht dabei gewesen zu sein. Die Hütte brannte und das zu recht. Wenn das volle Haus seine Texte mit singt, bekommt man Gänsehaut. Zum Schluss gibt Justin Moore noch einmal richtig Gas und mit “I Could Kick Your Ass“, wo der Text sicher auf die gegenwärtige Situation des eingeschränkten Lebens durchaus anwendbar ist, und “Point At You“ lässt er die Besucher noch einmal total abfeiern. Sind Livemitschnitte oft mit Vorsicht zu genießen, ist das “Live At The Ryman“ von Justin Moore sowohl technisch einwandfrei, als auch musikalisch ein Highlight. Eine geballte Ladung Justin Moore.

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Terri Clark – It’s Christmas…Cheers

(VÖ: 25.09.2020)

Alle Jahre wieder – ist Weihnachten. Und wer schnell ist, kann vielleicht als erstes auf dem Gabentisch mit seinem Weihnachtsalbum landen. Diesmal hat es Terri Clark schon im September eingetütet. An sich sind Weihnachtsalben weniger interessant ob ihrer Aktualität. Eher, weil es interessant ist, wie gestandene Musiker die vielen und vor allem länglich bekannten Melodien umsetzen. Von Terri Clark war lange nichts Neues mehr zu hören. Ihr letztes Studioalbum datiert aus dem Jahr 2011. Die Kanadierin, die (!) in die Country Music Hall Of Fame gewählt wurde, hat die ersten vier Titel allein eingesungen. Dann aber hat sie sich für weitere Songs Unterstützung von Ricky Skaggs, Dierks Bentley, Vince Gill, The Oak Ridge Boys, Pam Tillis und Suzy Bogguss gesichert. Das Album “It’s Christmas…Cheers“ beginnt jazzig und hält aber mit “Cowboy Christmas“ eine echte Country Weihnacht ab. Sicher ein Highlight das “Silent Night“ im Duett mit Vince Gill. Terri Clark scheint in sich zu ruhen und mit der Welt im Reinen zu sein. Souverän präsentiert sie die 10 Weihnachtssongs, die obwohl oft gehört, von ihr sympathisch und empathisch dargebracht sind. Wer also auf Weihnachtsalben steht, sollte hier zugreifen.

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Sean Harrison – Halfway From Nashville

(Vorbesprechung – VÖ: 06.11.2020)

Eigentlich war Sean Harrison ein Kind, welches mit einem goldenen Löffel im Mund geboren wurde. Sein Vater lehrte kreatives Schreiben an der Universität von Arkansas und die “schönen Künste“ wurden in seinem Elternhaus entsprechend hochgehalten. Sean entschied sich für die Musik. Die Turbulenzen der 1960er Jahre prägten den jungen Mann und er brach aus seinem damaligen Leben aus, um etliche Jahre in verschiedenen Gegenden von Europa zu leben und, wie heute selbst sagt, verschwendete jede Menge (Lebens-) Zeit. Alkohol- und Drogensucht hinderten ihn ebenfalls, seine Karriere als Musiker zu verfolgen. Zum Glück liegen diese Zeiten weit zurück und nun macht er sich daran, die längst in ihm gereiften Songs zu präsentieren. Vorweg, ein begnadeter Sänger ist er nicht, seine Musik ist nicht spektakulär und das Musik Arrangement ist eher verhalten traditionell. Dennoch hat Sean Harrison Einiges zu erzählen und tut dies gelegentlich mit humorigem Augenzwinkern. 12 Titel umfasst das Album “Halfway From Nashville“ und gleich mit dem Opener und Titelsong hoffte Sean Harrison, dass ihn Songs, etwa von Merle Haggard, Bob Dylan aber ganz sicher von Johnny Cash, wieder den rechten Weg zeigen. Sean Harrison verarbeitet in seinen Songs ohne Zweifel einige seiner Lebensweisheiten, die er durch bittere Erfahrungen lernen musste. Seine Lyrics sind daher auch klar und deutlich. Keine schlagerhaften Verschleierungen trüben da die Botschaft. In “Wake Up Dead“ setzt er sich mit dem Tod auseinander, der sicher nicht wie erhofft eintreten wird. Eine bittere Erkenntnis zieht Sean Harrison im Song “Paydays“, als er konstatiert, seine Frau liebt ihn nur am Zahltag. Mit dem Singer/Songwriter Schmankerl “Breathe Out Her Name“ endet das Album “Halfway From Nashville“ und wenn man die Lyrics der Titel aufmerksam verfolgt hat, ist das Erbe, welches Sean Harrison von seinen Eltern mitbekam, unverkennbar. Diese Musik ist schnörkellose Country Music im Singer/ Songwriter Format.

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Kelsea Ballerini – ballerini

(VÖ: 11.09.2020)

Nachdem die Veröffentlichung ihres dritten Studioalbums “kelsea“ mitten in die Hochphase der ersten Corona Pandemie Welle fiel, unternimmt Kelsea Ballerini mit dem Album “ballerini“ einen zweiten Versuch die 13 Songs den Konsumenten schmackhaft zu machen. Neu aufgenommen und arrangiert sind die Titel von allem Pop-Drum-Herum befreit und klingen beinahe wie ein Akustikalbum. Und tatsächlich, der Versuch scheint zu gelingen. Die Titel erreichen eindringlicher und unverstellter die aufmerksamen Zuhörer. Hatte das Vorgängeralbum den Eindruck vermittelt, Kelsea Ballerini wollte im Windschatten von Taylor Swift unverhohlen die Pop Music mit etwas Country Sound verbinden, so können sich die geneigten Hörer nun ganz auf die Lyrics der Songs konzentrieren. Diese sind eindeutig an ein junges, weibliches Publikum gerichtet und thematisieren das Erwachsenwerden in verschiedenen Facetten. Was davon tatsächlich persönliches Erleben oder Empfinden ist, bleibt dahingestellt. Obwohl Kelsea Ballerini an den meisten Titeln mitgeschrieben hat, haben einige der angesagtesten Songschreiber Nashvilles hier ihre Finger im Spiel, wie etwa Shane McAnally, Ross Copperman oder Nicolle Galyon.  Beispielsweise “Love And Hate“ klingt tatsächlich nach Country Music, ganz ohne das Fingerschnipsen und die Pianobegleitung der ursprünglichen Fassung. Auch die nachdenkliche Ballade “Half Of My Hometown“ kommt ohne die Hilfe von Kenny Chesney, wie beim Vorgängeralbum, exzellent aus. Kelsea Ballerini ist auf dem Weg zu einer bemerkenswerten Künstlerin. Man darf mit Spannung erwarten, was sie in Zukunft für ein gereiftes Publikum, mit dem sie ja mitwächst, bereithält. Ihr Album “ballerini“ ist ein erster Fingerzeig in diese Richtung und zeigt, was man mit Produktion und Arrangement für Unterschiede erzeugen kann. Diese Kelsea Ballerini ist eine modern klingende Pop Country Interpretin, die ganz gut ohne das ganze Pop Arrangement Gedöns auskommt. 

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Lindsay Ell – Heart Theory

(VÖ: 14.08.2020)

Die Beschreibung des fünften Studioalbums der Kanadierin und talentierten Gitarristin Lindsay Ell gebietet zunächst einmal vorsichtige Zurückhaltung. Die 12 Songs sollen als Konzeptalbum die „sieben Stufen der Trauer“ darstellen. Starker Tobak. Mit “Hit Me“ geht die Reise durch das Tränenland los und Lindsay Ell beschreibt ein Beziehungsaus und ein Gefühlschaos, welches zwischen Lachen und Weinen pendelt. Mit “How Good“ folgt die Trotzreaktion, nach dem Motto, du weißt ja gar nicht was du verpasst hast. Dann schlägt bei “I Don’t Love You“ die Einsamkeit zu und mit “Wrong Girl“ folgt die erste Analyse der Gründe des Beziehungsdramas. So geht es Song für Song weiter in den Phasen der Trauer, bis endlich im Schlusstitel einer neuen Beziehung eine Chance gegeben wird. Alle Titel sind in Pop Country eingewickelt und das passt auch gut zu diesem Konzept. Weder die Bitterkeit noch das Besinnen auf die eigene Stärke ist jedoch ausreichend ausgearbeitet. Wenn schon Konzept, dann bitte richtig. Gerade die Country Music verträgt starken Ausdruck. So bleibt vom Album “Heart Theory“ von Lindsay Ell nur der Eindruck eines Pop Country Albums unter vielen. Da wäre noch mehr drin gewesen.

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Keith Urban – The Speed Of Now, Part 1

(VÖ: 18.09.2020)

Seit Beginn seiner Karriere macht der gebürtige Neuseeländer Keith Urban durch seine Musikalität und Fertigkeit, auf allen Instrumenten virtuos zu spielen auf die man Saiten ziehen kann, auf sich aufmerksam. Spätestens nach seinem dritten Studioalbum “Be Here“ aus dem Jahr 2004 weiß man, dass er sich einer Crossover Mischung aus Country, Pop und leichtem Rock verschrieben hat. Diesem Stilmix ist er treu geblieben und lauscht man heutzutage den angesagten Country Hit Radio Sendern in den USA, begegnet man Keith Urban und seinen seichten Pop Balladen und Country Rock Mischungen am laufenden Band. Er hat möglicherweise ein Radio Play wie kaum ein zweiter Interpret. Mit seinem 11. Studioalbum “The Speed Of Now, Part 1“ setzt er konsequent in Szene, was zurzeit angesagt ist. Computerdesignte Pop-Musik, deren künstliche Klangteppiche eher Ex und Hopp Qualität haben. Dass man diese Titel nicht verinnerlicht, ist aber nicht tragisch. Keith Urban scheint solche Songs produzieren zu können, als schöpfe er aus einem nimmer versiegenden Quell. Für sein neues Projekt hat er sich mit Pink im Song “One Too Many“ eine hoch talentierte Pop Ikone gesichert. Gleich zu Beginn erklingt mit “Out The Cage“ ein Titel, der mit Disco Funk Artist Nile Rodgers und dem Trap Hip-Hop Rapper Breland gleich einmal klarstellt, dass sich Keith Urbans musikalische Ambitionen nicht in enge Käfige zwängen lassen.  Dennoch muss man ebenso klarstellen, dass sich Keith Urban, trotz seiner Vorliebe, immer mal wieder ein Banjo mitklimpern zu lassen, von echter Country Music weit entfernt hat. Seine Fans werden sich über das 16 Titel umfassende Album “The Speed Of Now, Part 1“ ganz sicher freuen. Für den Schluss hat sich Keith Urban etwas besonderes ausgedacht. Da erscheint der Titel “We Were“ gleich zweimal hintereinander. Allerdings ist beim letzten Song des Albums Kollege Eric Church mit von der Partie, der sich, für seine Verhältnisse, allzu sehr an den Schmusesong angepasst hat. Fans von Country Music werden sich schwertun, dieses Album ohne Pause anzuhören. Dennoch, Keith Urban ist ein herausragender Künstler, Songschreiber und vor allem Wissender, wie das Musik Geschäft heutzutage funktioniert und wie man sich ein großes Stück vom Kuchen sichern kann.

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Eric Paslay – Nice Guy

(VÖ: 14.08.2020)

Als Songschreiber hat Eric Paslay schon einige große Erfolge zu verzeichnen. Sogar ein Grammy wurde ihm verliehen für den Song “Even If It Breaks Your Heart“, den sich die Eli Young Band gesichert hatte. 2014 hatte Eric Paslay sein, nach ihm benanntes, Debütalbum veröffentlicht. Nun doch einige Jahre später, ist sein zweites Studioalbum herausgekommen. „Ich hatte nicht geplant, dass zwischen den Studioalben so viel Zeit vergeht. Aber ich war nicht untätig und schrieb fleißig an neuem Material. Das Leben hat manche Wendungen für dich und das muss in die Lieder einfließen. Ich habe geheiratet und wir haben ein Baby bekommen. Also waren da sehr wichtige Dinge im Vordergrund.“ Eric Paslay hatte mit der EP “Heartbeat Higher“ die Zeit etwas verkürzt und nun dieses Material um weitere Songs zu seinem neuen Album “Nice Guy“ ergänzt. Schon das Cover verrät eine gewisse Schlitzohrigkeit. Da ist Eric abgebildet, wie er erkennungsdienstlich erfasst wird. Mit dem EP Song “Heartbeat Higher“ beginnt das neue Album und präsentiert ein Rock Pop Country Duett mit Sarah Buxton. Eric Paslay vermittelt das Image eines rauen Kerls, seine Texte sind jedoch oft schlagerhaft verschwurbelt. Man weiß manchmal nicht, was die Aussage des Songs sein soll. So wie bei “Boat In A Bottle“ und das computerunterstützte Arrangement zielt auf Radio Play. Country Music geht anders. “Under Your Spell“ ist wieder so ein Titel, der aus einem postpubertären Hormonkarussell gefallen zu sein scheint. Für den Schlusstitel der 12 Songs auf seinem Album “Nice Guy“ hat sich Eric Paslay über vier Minuten Zeit gelassen und erzählt, dass eine Frau gut für einen Mann ist, so wie er sie beschreibt. Texte, die viel zu viel offenlassen und eine Musik, die aus der Nashville Konservenfabrik stammt, haben diesem Album nicht gerade gutgetan. Es scheint, als konnte sich Eric Paslay nicht entscheiden, entweder ein Country Rocker oder ein Schmusesänger zu sein. 

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Caylee Hammack – If It Wasn’t For You

(VÖ: 14.08.2020)

Eine weitere Dame schickt sich an, in der Country Music Furore zu machen. Caylee Hammack stammt aus Georgia und unterschied sich in ihrer Jugend durch ihren Musikgeschmack von ihren Geschwistern. Während diese eher Southern Rock oder Britney Spears Pop bevorzugten, hatte es Caylee Hammack die Musik der Dixie Chicks oder von SheDaisy angetan. Obwohl erst 26 Jahre alt, hat sie schon einige Nackenschläge hinnehmen müssen. Ihre Tennis Ambitionen wurden jäh gestoppt, als ein Tumor operativ entfernt werden musste. Fortan stand die Musik im Vordergrund und im Selbststudium entwickelte sie sich weiter. Während ihrer Zeit an der Belmont University, zerbrach ihre damalige Beziehung und als Luke Bryan sie lockte, begab sich Caylee Hammack auf ihren Trip nach Nashville. Bald war das mitgebrachte Geld aufgebraucht, das Auto wurde zum Hotelzimmer und später, als sie in einem Haus wohnte, brannte dies nach einem elektrischen Defekt ab. So gesehen hat Caylee Hammack jede Menge Stoff für Songs in ihrem persönlichen Gepäck. Ihr Debütalbum “If It Wasn’t For You“, welches recht ungewöhnlich und mutig von ihr selbst produziert wurde, umfasst 13 Tracks und reicht von lauter Rock Music über Rock Pop Mainstream bis zu leisen Balladen. Mit ganz zarten Tönen beginnt der erste Titel, “Just Friends“ um dann in eine rockige Version einer Beschreibung eines Beziehungsendes überzugehen. Bei “Redhead“ beschreibt Caylee Hammack wie es ist, als wilde Rothaarige aufzuwachsen und wird vom ebenfalls rothaarigen Wirbelwind Reba McEntire gesanglich unterstützt. Mit „Looking For A Lighter“ schlägt sie wieder leisere Töne an, die sich erneut um eine zerbrochene Beziehung drehen. Dieses Sujet zieht sich durch einige der Titel auf “If It Wasn’t For You“ und trifft ganz sicher den Geschmack des eher jüngeren Publikums. Nicht zuletzt durch die Pop Music Arrangements oder rockigen Verkleidungen, die Country Music manchmal vermissen lassen. Ihre Familie macht Caylee Hammack auch mehrfach zum Thema ihrer Songs, etwa bei “Sister“ oder “Family Tree“. Geballte Pop Country Frauen Power bringt der Titel “Mean Something“, in welchem neben Caylee Hammack auch Ashley McBryde und Tenille Townes von der Partie sind. Eine feinsinnige Beschreibung, wie das Leben einen heranwachsenden Teenager verändern kann, bietet “Small Town Hypocrite“. Das Album “If It Wasn’t For You“ ist sicher kein Meilenstein der Country Music geworden. Doch sollte man diese Künstlerin weiterhin im Fokus halten.

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Dallas Smith – Timeless

(VÖ: 28.08.2020)

Dallas Smith ist ein kanadischer Musiker, der als Sänger der Gruppe Default in den Genres Hard Rock, Post-Grunge, Alternative Rock und Alternative Metal zu Hause ist. Als Solokünstler widmet er sich der modernen Country Music, wobei ihm seine Erfahrungen der Musik der Band Default sicher ganz nahe geblieben sind. Mit seinem fünften Studioalbum “Timeless“ ergänzt er die 6 Titel seiner bereits ein Jahr zuvor erschienenen EP “The Fall“ um weitere sechs Titel. Mit der wortreichen Ballade “Drop“ beginnt das Album “Timeless“. Der anschließende Titelsong stellt klar, dass alle möglichen Dinge vergänglich sind, sogar “Country Roads“ von John Denver, außer der Liebe zu seiner Angebeteten. Die Kehrseite dieser Gedanken, wird im Titel “Some Things Never Change“ aufgegriffen. In bester Honky Tonk Manier wird unterstrichen, dass sich manche Dinge eben doch niemals ändern. Während sich z.B. der Preis für Benzin stetig verändert, geht man erst in die Kirche und danach zum Biertrinken. Das ändere sich nicht, behauptet Dallas Smith. In der fetten Country Ballade “Damn Sun“, klagt Dallas Smith die Sonne an, die “dieser besonderen Nacht“ ein Ende setzt. Ein toller Kunstgriff des Songschreibens. Mit dem Schlusstitel “People I’ve Known“, erinnert er an all die Menschen, die ihn zu dem gemacht haben, der er heute ist. Das Album “Timeless“ ist ein Country Music Album, welches modern produziert und präsentiert, jede Menge Radio Play generieren dürfte. Allen Songs sind umfangreiche Lyrics unterlegt und so mancher Gedanke erschließt sich erst beim zweiten Hinhören. “Timeless“ ist keineswegs nur eine “aufgeblasene“ EP. Das Album rückt lediglich die, vielleicht weniger beachtete Veröffentlichung aus 2019, mehr in den aktuellen Blickwinkel. Auf jeden Fall ist es ein bemerkenswertes Country Music Album von Dallas Smith. Da kommt hoffentlich noch mehr.

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Steve Thomas & The Time Machine – All Of These Years

(VÖ: 24.04.2020)

Wenn jemand die Bluegrass Music vertreten kann, dann ist es Steve Thomas. Nicht nur, dass sich seine Biografie eignet, einen Roman damit zu füllen. Er ist als Multiinstrumentalist ein Künstler, der zum Who Is Who der Bluegrasser gehört. Steve Thomas arbeitete mit Del McCoury, The Osborne Brothers, Jim and Jesse, The Whites, Aaron Tippin, Barbara Mandrell, Kenny Chesney, Brooks and Dunn, John Michael Montgomery, Montgomery Gentry, Lee Ann Womack, und Lorrie Morgan. Daneben ist er als Songschreiber, Arrangeur und Produzent in Nashville tätig. Mit seinen vier Sidemen, die sich The Time Machine genannt haben (und damit die Liste der Bands mit gleichem Namen ergänzen), hat Steve Thomas nun das Album “All Of These Years“ veröffentlicht. Mit den 12 Tracks des Albums transportieren Steve Thomas & The Time Machine jede Menge Bluegrass, Blues und akustisch eingespielte Country Music. Der Hank Snow Klassiker “I Wonder Where You Are Tonight“, “My Heart Is Always Headed Back To You“, “We’ll Meet Again Sweetheart“ oder “The Moon Over Georgia“ sind Country Titel wie sie sein müssen. “Rocky Road Blues“ und “The Rat Race“ bringen den Blues genau wie der Titelsong “All Of These Years“. “Daddy’s Twin I-Beam“ oder “Lucky Man“ lassen beschwingten Bluegrass Melodien freien Lauf. Manchmal sind die Harmonien ein wenig schräg und erinnern latent an den High Lonesome Sound. Also, für einen so talentierten und geachteten Musiker ist auch ein Album unter Eigenverantwortung ein Wagnis. In diesem Fall aber durchaus geglückt. Nicht zuletzt sorgen die tollen Musiker für einen frischen und unterhaltsamen Sound, der auch den Nicht Bluegrass Fans genügend Spaß beim Zuhören bietet. 

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The Barefoot Movement – Rise & Fly

(VÖ: 20.03.2020)

Auch die Bluegrass Music wird immer wieder von jungen Musikern in die “Neuzeit“ transportiert und entsprechend interpretiert. Dafür stehen die vier Musiker der Formation The Barefoot Movement. Bandleader, Fiddler und Songschreiber Noah Wall, Mandolinist Tommy Norris und ihre Kolleginnen Alex Conerly, Gitarre, und Upright Bass Player Katie Blomarz haben die EP “Rise & Fly“ mit 5 Tracks am Start. Es beginnt mit dem Roots Music Titel “Early In The Morning“ und man sieht die arbeitenden Menschen auf den Baumwollfeldern vor sich, die sich die Arbeit mit gemeinsamem Gesang erleichtern. Eindrucksvoll interpretiert von The Barefoot Movement. Der “Lonely Mississippi Blues“ ist eine Metamorphose von Musik der schwarzen Bevölkerung des Südens der USA in die Interpretation junger weißer Musiker/innen. “The End Of The Day“ schließt diesen Appetithappen der Musik der Formation The Barefoot Movement. “Rise & Fly“ zeugt von großem Musikverständnis und großer Verbundenheit zur Musik, die nicht die aktuellen Charts im Blick hat, sondern mit feinen Harmonien und virtuoser Instrumentierung viel mehr die Qualität und Authentizität in den Fokus stellt. Klasse Musik für Freunde ganz besonderer “Country Music“.

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The Roe Family Singers – Roll Up The Rug!

(VÖ:  08.05.2020)

Wer einmal tief in Roots Music oder Old Time Hillbilly eintauchen möchte, dem sei die Musik von The Roe Family Singers ans Herz gelegt. Da erklingt mal eine “singende Säge“, es wird die Musik zum Clogging präsentiert oder eine Autoharp erinnert an die Musik längst vergangener Zeiten. Fiddle Tunes, Barn Dance Music und was damals alles zur Unterhaltung am arbeitsfreien Wochenende gehörte, diesen Themen haben sich Kim Roe (mehrfach als beste Sängerin ausgezeichnet) und Ehemann Quillan Roe (auch als Mitglied der Formation Accident Clearinghouse bekannt) gewidmet. Eigentlich könnte eine Zusammenarbeit von Mann und Frau in einer Band nicht funktionieren, sagte Quillan Roe. Aber seine Gattin setzte sich durch und so kam es zum gemeinsamen Projekt. Ungewöhnlich allemal. Auch dass sie aus dem Nordstaat der USA, Minnesota, stammen, verwundert angesichts ihrer Songauswahl, die man eher in die Appalachen verorten möchte. Mit 15 Titeln ist das Album “Roll Up The Rug!“ recht üppig ausgefallen und überrascht mit Titeln wie “My Grandfather‘s Clock“ und der singenden Säge. “Hey Good Lookin‘“, “Tennessee Stud“ oder “Red River Valley“ sind altbekannte Standards.  Die meisten Titel sind vom Banjo von Quillan Roe sowohl gestützt als auch angetrieben. The Roe Family Singers ist eine Formation, die, unterstützt durch verschiedene Musiker, eine Band repräsentiert, die so einfach und ungeschminkt daherkommt, als seien sie die musizierenden Nachbarn von nebenan. Das ist keine “getrimmte“ Musik. Einfach und für Liebhaber. Fans der modernen Country Music lassen das besser aus. 

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Bradley & Adair – Oh Darlin‘

(VÖ: 21.02.2020)

Hinter dem Namen Bradley & Adair verbergen sich die schon seit langem hochgeachteten Bluegrass Musikerinnen Dale Ann Bradley und Tina Adair. Mit ihren Bandkolleginnen Deanie Richardson und Gina Britt sind sie die Bluegrass Formation Sister Sadie. Nun also ein Projekt des Duos Bradley & Adair. “Oh Darlin‘“ heißt das Album und der erste Titel, der 1986 von The O’Kanes in die Top Ten der Billboard Charts gelangte. Mit einer gesungenen Tragödie um eine Mutter, die lieber ausging uns sich vergnügte als bei ihrem Kind zu bleiben und ihr Kind später zuhause sterbend fand, geht es im Titel “Mommy Please Stay Home With Me“.  Ein Song, den Eddy Arnold, der Star der 1940er und 1950er Jahre eingesungen hatte. Damit wird klar, worum es Bradley & Adair geht. Sie haben sich viele alte Songs ausgesucht und sie in ihrem (Bluegrass) Sinne überarbeitet. So bekam auch “Apartment No 9“ mit dem Tammy Wynette ihre Chartkarriere begann, einen neuen “Anstrich“. Die beiden Musikerinnen sind solo, als auch als Duo, für ihren Gesang mehrfach ausgezeichnet. Bei den Award Verleihungen der Bluegrass Association sind sie immer ganz weit vorn nominiert. Dieses Können stützt das Album “Oh Darlin‘“ in allen Titeln. Hinzu kommt eine feine instrumentale Bearbeitung, nicht zuletzt durch die einfühlsame Mandolinenbegleitung von Tina Adair. Für ihr Duo Projekt haben sich Bradley & Adair Songs aus den 1940er, 1950er, 1960er und späteren Jahre ausgesucht. Also die Musik, die ihre Eltern hörten und mit der sie aufwuchsen. So erklingen “Pick Me Up On Your Way Down“, “Singing Waterfall“, “Hold To God’s Unchanging Hand“ oder “Rockin‘ In An Old Rocking Chair“ wie aus der Zeit gefallen, was durchaus beabsichtigt ist. Wer einmal Lust verspürt, auf eine halbe Stunde feiner Unterhaltung ohne Gedröhne, mit tollen Harmonien und akustischem Arrangement, der sollte sich das Album “Oh Darlin‘“ von Bradley & Adair nicht entgehen lassen.

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Flashback – Blues Around My Cabin

(VÖ: 27.03.2020)

Manchmal ist das so eine riskante Sache mit der Wiederauferstehung von Bands, die sich bereits aufgelöst hatten.  So haben sich nach 20 Jahren unterschiedlicher Wege die Mitglieder aus dem weiteren Umfeld der Band von J.D. Crowe als die Bluegrass Formation Flashback zusammengetan. Lassen wir die Nostalgie einmal beiseite. Leadsänger Richard Bennett, der den Gitarrensound beisteuert, hatte auch damals bei J.D. Crowe den Ton angegeben. Auch bei dem mit einem Grammy ausgezeichneten Album “Flashback“, welches der “neuen“ Band den Namen gab. Bassist Curt Chapman war über ein Jahrzehnt Garant für Rhythmus und Tempo für J.D. Crowe und seine Musiker. Multiinstrumentalist Don Rigsby ist sowohl als Tenor Lead Vocal Künstler, als auch als Mandolinist, Fiddler und, wenn gefragt, als Dulcimer Spieler eine wahre Größe. Stuart Wyrick, seinerzeit als Banjo Spieler nach dem Ausstieg von J.D. Crowe angeheuert, ist seit vielen Jahren in etlichen Formationen zu finden gewesen. Allen ist gemeinsam, dass sie bereits in sehr früher Jugend Instrumente spielen lernten und die Bluegrass Music wie Schwämme aufnahmen. So zeugt das dritte Album von Flashback natürlich von den besonderen Fähigkeiten dieser Musiker. “Blues Around My Cabin“ bietet mit 11 Titeln eine Fülle ganz herausragender Bluegrass Music, die durch besonders gelungene Harmonien im Gesang und traditionellem High Lonesome Sound besticht. Ob Walzer, Gospel, Ballade oder mitreißende Acoustic Music, das Album “Blues Around My Cabin“ ist ein Genuss und alles andere als “die Bude umgebende Traurigkeit“. Bluegrass Fans werden dieses Album ganz sicher in ihre Sammlung holen.

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JB & Jamie Dailey – Step Back In Time

(VÖ: 08.05.2020)

Wer einmal erfahren möchte, vom wem Jamie Dailey, der eine Part von Dailey & Vincent, sein Gefühl für Oldtime Music und die tiefe Gläubigkeit geerbt hat, der höre das Album “Step Back In Time“ von Vater JB und Sohn Jamie Dailey an. Mit “Ashes Of Love“ geht es los und es folgen alte Weisen Schlag auf Schlag. Ja, die Stimme vom über siebzigjährigen JB ist nicht mehr so stabil. Aber mit Sohn Jamie, der nie versucht, seinen Dad zu übertönen, erklingt Musik, wie sie in längst vergangener Zeit in manchem Haus in den Appalachen gespielt und gesungen wurde. Wenn man zudem weiß, dass JB Dailey seit einiger Zeit von der Parkinson Krankheit heimgesucht wird, kann man nachvollziehen, wie stolz Vater und Sohn auf ihr gemeinsames Projekt sind. Es ergibt keinen Sinn, einzelne Titel des 13 Tracks umfassenden Albums “Step Back In Time“ von JB & Jamie Dailey herauszustellen. Es ist ein liebenswertes “Familiending“, welches so nur in der Country Music stattfinden darf. Der Titel ist Programm. Das Album schließt mit “Gloryland“, einer a capella Version, bei der man einmal raten darf, wer die tiefe Bassstimme eingesungen hat. Dieses Album ist etwas für Fans von Jamie Dailey und für Fans von Oldtime Tunes fernab vom Chartgeschehen der Jetztzeit.

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Josh Turner – Country State Of Mine

(VÖ: 21.08.2020)

Josh Turner ist seit Jahrzehnten einer der besten Interpreten echter Country Music, die er gekonnt in modernen Gewändern zu präsentieren weiß. Seine tolle Stimme, die von warmem Bariton bis zu knarzigem Bass reicht, hat ihm eine Sonderstellung eingebracht. Seit 2003, als er mit seinem Debütalbum “Long Black Train“ und der gleichnamigen Single auf sich aufmerksam machte, hat er bis heute immer an traditioneller Country Music festgehalten. Mit seinem neuen Album, “Country State Of Mind“ unterstreicht er einmal mehr, wo er seine musikalische Herkunft sieht und in welcher Tradition er sich verpflichtet fühlt. Wer außer ihm, könnte es fertigbringen, ein Album mit Coverversionen alter Hits herauszubringen und dazu noch die “Altvorderen“ mit ins Studio zu holen? Das Album beginnt mit dem Klassiker von Keith Whitley, “I’m No Stranger To The Rain“ und Josh Turner kopiert den viel zu früh verstorbenen Whitley nicht, er klingt phasenweise einfach so unglaublich ähnlich, dass er den Song einmal mehr zu großer Geltung kommen lässt. Bei “I’ve Got It Made“ nähert er sich aber doch sehr an die gezogene Phrasierung des Vorbildes John Anderson an. Der steigt in den Song mit ein und lässt keinen (augenzwinkernden) Zweifel daran, wer hier der Chef ist. Mit “Why Me“ folgt ein Titel, der einst für Kris Kristofferson seine einzige Nummer Eins war. Josh Turner singt ihn mit klarer Aussprache und lässt den Text wirken. Dann erklingt die brüchige Stimme von Kris Kristofferson und erinnert uns daran, dass auch er mittlerweile deutlich über 80 Jahre alt ist. Die Single zum Album Titel, “Country State Of Mind“, zelebriert Josh Turner mit Chris Janson. Die beiden lassen den Song von Hank Williams Jr. wieder einmal richtig grooven wie einst 1986 das Original. Klasse. Mit “I Can Tell By The Way You Dance“ wird “The Voice“, Vern Gosdin, mit seiner Nummer Eins aus 1984 geehrt. Den Titel “Alone And Forsaken“, der der Bluegrass Music entnommen ist, interpretieren Josh Tuner und Alison Moorer mit traurigem, getragenem Gesang, weit ab von fröhlicher Partymucke. Doch gleich darauf huldigt Josh Turner einem seiner Heroes, Randy Travis, mit “Forever And Ever Amen“. Wunderbar, dass Randy Travis es sich nehmen ließ, selbst ans Mikro zu gehen und das abschließende “Amen“ beizusteuern. Mit “Midnight in Montgomery“, der Hymne über das Leben von Hank Williams, hat sich Josh Turner an großes Material herangewagt. Etwas zu dick aufgetragen, kann die Produktion die Melancholie des Originals nur teilweise nachhalten. Nach neun Titeln ist Schluss und es bleibt die Gewissheit, eine ganz tolle halbe Stunde mit herausragender Country Music genossen zu haben. Welch ein schönes Album von einem tollen Interpreten und bekennendem Fan wirklicher Country Music.

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Mac MacAnally – Once In A Lifetime

(VÖ: 31.07.2020)

Ohne diese genialen Musiker und Songschreiber könnte kein Musik Genre auskommen. Dass Mac MacAnnally sich der Country Music verbunden fühlt, ist für dieses Genre ein Glücksfall. Der Mann wurde bislang zehn Mal als bester Musiker des Jahres von der CMA geehrt! Mac MacAnally ist ein Multiinstrumentalist und ein Multitalent. Aber, wie das so oft bei genialen Musikern ist, sie haben für sich selbst einen Lebensentwurf, der sich nicht an den angesagten Mainstreaminteressen orientiert. So hat auch er keine nennenswerte Chartpräsenz vorzuweisen. Ob sich das mit seinem neuen Album “Once In A Lifetime“ ändern lässt? Sozusagen „einmal im Leben“. Okay, das kostet einen Einwurf ins Phrasenschwein. Aber Mac MacAnally macht es gleich mit dem ersten Titel, “Alive And In Between“, einem bluesigen Titel, deutlich, dass er nicht auf Chartpräsenz schielt. Mit der Single und Albumtitel, “Once In A Lifetime“, erinnert Mac MacAnally daran, dass jeder Tag ein besonderer ist den man genießen sollte. “First Sign Of Trouble“ kommt als lupenreiner Blues daher und Tracks wie “Changing Channels“ sind von einer konzertant gespielten Gitarre begleitete wunderbare Balladen. Wenn dann ein absoluter Klassiker wie das Beatles Opus “Norwegian Wood“ in der Bearbeitung von Mac MacAnally erklingt, ist endgültig klar, dass es hier um ein musikalisch hochklassig angelegtes Projekt eines Ausnahmekünstlers geht. Ja klar, das ist nicht pure Country Music. Dennoch ist das Album “Once In A Lifetime“ ein erstklassiges Werk mit dem man eine Perle in seine Sammlung einreihen kann. Den Gitarrenkünsten von Mac MacAnally zu lauschen, ist allein schon ein Genuss. Wie viele der anderen Begleitinstrumente er eingespielt hat? Das macht einfach Spaß beim Zuhören. Der Mann braucht keine Nummer Eins Platzierungen. Hauptsache, er beeinflusst mit seinem Können auch weiterhin viele Künstlerinnen und Künstler der Country Music.

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Mary Chapin Carpenter – The Dirt And The Stars

(VÖ: 07.08.2020)

Mit dem gewaltigen Thema, der Frage nach dem Sinn des Lebens, beschäftigt sich Mary Chapin Carpenter nicht erst mit ihrem jüngsten Album “The Dirt And The Stars“. Gleich mit dem Opener “Farther Along And Further In“ stellt sie in den Zeilen “ We’re atoms and stardust circling catching the light then we’re gone again“ fest, dass wir nur Atome und Sternenstaub sind, die kurzfristig das Licht reflektieren und dann wieder verschwunden sind. Dass gebrochene Herzen auf ganz unterschiedliche Weise kaputtgehen, wie bei “All Broken Hearts Break Differently“, wer hat darüber schon einmal einen Song gehört? Inhaltschwer und bedeutungsschwanger geht es von Titel zu Titel. Mary Chapin Carpenter ist längst zur Hohepriesterin der bittersüßen und sehr oft bitteren Balladen avanciert. Wenn der letzte Song, “The Dirt And The Stars“, der dem Album den Namen gab erklingt, wird noch einmal das Hin und Her des Lebens angesprochen und lässt die geneigten Hörer, wie so oft bei Mary Chapin Carpenter, mit fragendem Blick zurück. Ja, das Leben ist nicht immer nur Party und Fun, auch wenn gerade in diesen Zeiten manche meinen, so müsste das Leben sein. Mary Chapin Carpenter steht mit ihren sehr getragenen und melancholischen Songs völlig im Gegensatz zu Party und Fröhlichkeit. Das zelebriert sie bereits seit Jahren und vermischt Country, Folk und Rock zu einer ganz eigenen Mischung, die aber nicht jeden Charakter trifft. Wenn diese Melancholie und gedanklichen Tiefgänge ihr Lebensinhalt sind, wie hält sie das aus? Eine Lebenshilfestellung für die Hörer dieser Musik kann das nicht sein. Harter Stoff. Nicht für jedefrau/jedermann geeignet.

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Noah Schnacky – Noah Schnacky

(VÖ: 24.07.2020)

Ein junger Newcomer will mit einer sieben Titel umfassenden EP, die seinen Namen trägt, auf sich aufmerksam machen. Noah Schnacky heißt der Twen und seine EP. Dafür hat er Eingang gefunden in das Major Label Big Machine, welches zurzeit einige der angesagtesten Künstler verlegt. Der Opener seiner EP handelt, textlich tricky gelungen, vom, leider vor dem Kennenlernen, verstorbenen Schwiegervater in spe, den er so gern kennengelernt hätte und dem er dankbar ist für die Tochter. Noah Schnacky ist ein Interpret seiner Zeit, der eher mit Social Media kokettiert und klar die Zukunft, musikalisch und medial im Blick hat. Seine Musik ist also auch eher Pop und chart- zumindest aber radioorientiert. Ob das Country Music ist, interpretieren viele Fans sicherlich unterschiedlich. Dabei versteht es Noah Schnacky auf einem Appetizer Album ganz zeitgemäße Musik mit an richtiger Country Musik angelehnte Klänge zu präsentieren. Dass er auch durchaus tief gegründete Country Music kennt, beweist er in dem, zugegeben modern präsentierten, Pop Country Song “Maybe Will“. Dieser Titel markiert auch einen Äquator auf seiner EP. Alle Songs vorher waren recht zeitgemäß, danach aber zeigt der junge Mann aus Minnesota, dass er Country Music fühlt. Der Anfang ist gemacht und wenn auch die Kasse klingen soll (der Traum jedes Künstlers), man darf hoffen, dass Noah Schnacky gelingt, der Country Music Gutes beizutragen.  

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Carolina Blue – Take Me Back

(VÖ: 19.06.2020)

Bluegrass Freunde aufgepasst. Das neue Album von Carolina Blue ist wieder ein absoluter Genuss. “Take Me Back“ ist mit 12 Titeln ordentlich gepackt. Track für Track ein Spaß. Wie oft im Bluegrass, werden auch eher ernste Themen in mitreißende Rhythmen verpackt. So auch gleich beim Opener “Grown Cold“, in welchem es um eine erkaltete Beziehung und die Trauer darüber geht. Da legt Sänger Tim Jones den Begriff des High Lonesome Sound auf seine eigene Art aus. Die Liebe zur Heimat North Carolina und den Appalachain Mountains, zelebrieren die fünf Musiker im Titel “Take Me To The Mountains“. Eine wunderbar relaxte Version ist “Blue Grass“, in welchem klagender Satzgesang dominiert. Doch schon folgt mit “Ballad Of Mary Ann“ eine leicht verdauliche, beschwingte Geschichte. Ursprünglich ist der Titel “Too Wet To Plow“, der an die Entstehung der Bluegrass Music erinnert, als man sich nach getaner Arbeit zum gemeinsamen Musizieren traf. Was wäre ein Bluegrass Album ohne Gospel Music? Mit “I’m Gonna Wait On Jesus“ und “March Around Jericho“ wird diesem Genre eindrucksvoll Genüge getan. Hier ist der Satzgesang der vier Männer von Carolina Blue ein sehr angenehmer Klangteppich. Die einzige Frau der Band, Aynsley Porchak, singt übrigens nicht. Dafür aber, ist sie eine mehrfach ausgezeichnete Virtuosin an der Fiddle. Die Instrumentierung von Carolina Blue ist folgerichtig absolut traditionell und selbstverständlich akustisch. So darf auch ein Instrumental nicht fehlen. “Black Knob Breakdown“ lässt allen Instrumenten Raum zur Entfaltung und man kann sich vom Können dieser Musiker überzeugen. Carolina Blue schaffen es “spielend“, Bluegrass Music zum einen ganz traditionell aber auch modern und lustvoll zu präsentieren. Ihr Album “Take Me Back“ ist wieder ein Volltreffer.

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Cassadee Pope – Rise And Shine

(VÖ: 07.08.2020)

Dass Cassadee Pope einst als Frontfrau der Punk Band Hey Monday ihre Karriere begann, kann man angesichts der Musik, die sie heutzutage präsentiert, kaum glauben. Sie selbst sieht sich als Pop und Country Sängerin. Das neue Album hat auch eher Pop Charakter. Zur Country Music kam sie allerdings erst, als sie 2012 beim Talentwettbewerb The Voice teilnahm und im Team von Blake Shelton gewann. Da tat sie gut daran, einige Country Songs in ihr Programm aufzunehmen. Nur zwei Alben standen bislang in ihrer Diskografie. “Frame By Frame“ aus 2013 und “Stages“ aus 2019. Nun hat sie ein, mit acht Titeln ausgestattetes, übersichtliches Album vorgelegt. Mit “Rise And Shine“, als Akustik Album konzipiert, hat die Sängerin aus Florida den Anspruch, ein wenig Lebenshilfe für ihre Fans zu bieten. Gerade in der Pandemiezeit möchte sie Mut machen und aufzeigen, dass man immer die Chance hat, nach Niederlagen wieder aufzustehen. Schon gleich mit dem ersten Titel, “Let Me Go“ beklagt sie ein nicht gefundenes Verständnis in ihrer Beziehung und möchte sich nun lösen. Im Titel “Hoodie“ wird wortreich eher ein Bild einer Pubertierenden gezeichnet. Dabei ist Cassadee Pope den Twenties entwachsen. Wortreich geht es auch in den folgenden Titeln weiter. Assoziationen zu anderen in der Pop Music erfolgreichen Künstlerinnen werden wach. Der Versuch einer Lebenshilfe ist wohl an eine junge Hörerschaft gerichtet. Auch der Titel Track ist recht schwulstig angelegt, wenngleich etwas “erwachsener“ vorgetragen. Das Album “Rise And Shine“ von Cassadee Pope ist ganz sicher kein Must Have.

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Alecia Nugent – The Old Side Of Town

(VÖ: 18.09.2020)

Viel zu lange mussten wir auf neue Musik von Alecia Nugent warten. Nach einer Trennung und der Entscheidung, erst einmal für ihre Töchter da sein zu wollen, zog sie sich vom Music Business zurück. Die lange Abstinenz war nicht geplant, aber nachdem die Kinder ihre eigenen Wege gehen, zog es Alecia Nugent wieder nach Nashville, wo sie schon einmal, aus ihrer Heimat Louisiana kommend, ihr Glück als Interpretin suchte. Sie kam sehr früh in ihrem Leben mit traditioneller Country Music, aber vor allem mit Bluegrass Music in Kontakt. Im Bluegrass hat sich ihre Stimme ausgebildet, was man viele Jahrzahnte später auch immer noch hört. Mit ihrem Album “The Old Side Of Town“ präsentiert Alecia Nugent 9 Songs, die zum Teil von ihr geschrieben sind und teilweise ihre eigenen Erfahrungen spiegeln. Gleich der Opener und Titelsong stammt aber von Tom T. Hall, dem sie sich sehr verbunden fühlt, hat sich doch die Familie Hall um sie gekümmert, als sie nach Nashville kam. Alecia Nugent hat für dieses Country Music Album Songs ausgesucht, die teils sehr ernste Hintergründe haben, die bittere Lebenserfahrungen transportieren und die sehr berührend sind. Bis auf “Too Bad You’re No Good“ sind die Tracks auch eher getragene Balladen, die aber von ausgezeichneten Könnern an den Instrumenten begleitet werden. Namen wie Brent Mason, Stuart Duncan, Paul Franklin oder Rob Ikes sind die virtuosen Begleiter auf diesem Album. In “I Might Have One Too“ erzählt sie von dem Geständnis des Partners, sie betrogen zu haben. Der Geliebten ihres Mannes legt sie in “The Other Woman“ dar, dass sie immer die andere Frau sein wird und sich nicht von “Ihm“ blenden lassen soll, denn sie war selbst einmal “die andere Frau“. Ein Titel sticht besonders heraus und ist als Bonus Track ein zweites Mal auf das Album gelangt. “They Don’t Make ‘Em Like Daddy“ ist eine besonders liebevolle Erinnerung an ihren Vater, mit dem sie noch auf der Bühne der Grand Ole Opry stehen konnte, bevor er von ihr ging. “The Old Side Of Town“ ist so ungewöhnlich traditionell in der heutigen Zeit, dass man sich verwundert die Ohren reibt. Wie viel Liebe zu dieser Musik muss Alecia Nugent haben, um so ein Comeback zu starten. Das ist richtig gute Country Music. Tolle Texte, tolle Arrangements (da dürfen Instrumente zeigen, was man mit ihnen machen kann) und gefühlvoll vorgetragene Songs. Hoffentlich müssen wir nicht wieder so lange auf eine Fortsetzung warten.

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Willie Nelson – First Rose Of Spring

(VÖ: 03.07.2020)

Ein Privileg der Jugend ist es, zu glauben, dass nur sie das Leben richtig anfasst und voller Zuversicht und Ungestüm erobert. Kaum vorstellbar für sie, dass es vorangegangenen Generationen einmal ähnlich erging. Da kommt so ein, Verzeihung, Fossil der Country Music und zeigt mit wenigen Songs auf, dass sich das Leben immer nach den gleichen Regeln zu entwickeln scheint. Mit 87 Jahren hat Willie Nelson ganz sicher eine Menge an Lebenserfahrung weiterzugeben. Aber auch an musikalischem Erbe. Er scherte sich nie um Konventionen. Er zelebrierte Western Music, Jazz oder Country Pop so wie es ihm gefiel. Aber viele seiner intensiven Balladen, werden immer in den Annalen der Country Music gelistet sein. Mit dem neuen Album “First Rose Of Spring“, reiht Willie Nelson eine Lebensweisheit an die nächste. Ruhig, melancholisch, vorausahnend lässt er uns mitfühlen, wie es ist, dem eigenen Ende näher zu kommen. Mag es auch noch so weit entfernt sein. Erinnerungen, unerfüllte Wünsche oder einfach die Hoffnung auf ein gnädiges Ausscheiden aus dem Rummel des Lebens, kennzeichnen die Titel auf “First Rose Of Spring“. Rückblickend stellt Willie im Titel “Stealing Home“ fest, dass die Zeit ihm das einstige Zuhause gestohlen hat. Das Haus ist doch recht klein, Vater hat seine Haare verloren, der Hund rennt nicht mehr hinter dem Ball her. So Vieles hat sich verändert. Im Titelsong geht es um eine lebenslang währende Liebe. Jedes Jahr brachte “Er“ seiner Liebsten die erste Rose des Frühlings. Als “Sie“ von ihm ging, fielen seine Tränen auf die erste Rose des Frühlings. Kitsch? Nein. Metaphern, die beschreiben, auf was es im Leben tatsächlich ankommt. Fast alle der 11 Songs tragen eine melancholische oder romantische Botschaft. Ließe sich doch nur ein Bruchteil an die nächsten Generationen weitergeben… Über allen Titeln wacht Trigger, die arg mitgenommene Gitarre des Altmeisters. Willie Nelson spielt dieses Instrument nicht, er lässt es selbst sprechen. Das wird es so nie mehr geben. Großartig. Take Care Of You, Willie.

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Brett Eldredge – Sunday Drive

(VÖ: 10.07.2020)

Lässt man einmal außen vor, was Brett Eldredge bisher schon erreichte, stellt das neue Album “Sunday Drive“ erneut seine Klasse unter Beweis. Wer kann schon mit solch einem Soul in der Stimme Country Music interpretieren? Wenn auch der eine oder andere Song auf dem Album mehr nach R&B klingt, denn nach Country Music, so ist das dennoch großes Kino. Ein ums andere Mal haben die Produzenten Ian Fitchuk und Daniel Tashian eine konzertante Pianobegleitung arrangiert und unterstützen so die weitausgreifenden Balladen wie etwa “Crowd My Mind“ oder “Good Day“ bei der aber etwas weniger Gedröhne dem Titel mehr Ausdruck verliehen hätte. Der Titelsong “Sunday Drive“ ist einzig nicht von ihm geschrieben und von dem Brett Eldredge sagt, er habe ihn vor vielen Jahren gehört und hoffte immer, er könne ihn mal aufnehmen. Bis heute hat er angeblich keine Urhebererlaubnis. Dieser Ballade wird mit beinahe fünf Minuten verschwenderisch viel Zeit gegeben. Wer im weiteren Verlauf des Albums auf Country Music wartete, sieht sich am Ende enttäuscht. Von den 12 Titeln erinnern lediglich zwei an Country. Der Rest ist etwas zu dick aufgetragener Soul und R&B. Aber abgesehen davon, ist “Sunday Drive“ absolut hörenswert. Das liegt nicht zuletzt an der großartigen Interpretation von Brett Eldredge. Mancher Text ist allerdings mächtig schwülstig. 

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Luke Bryan – Born Here Live Here Die Here

(VÖ: 07.08.2020)

Mit einer Feierhymne, “Knockin‘ Boots“, lässt es Luke Bryan zum Beginn seines neuen Albums “Born Here Live Here Die Here“ erst einmal richtig krachen. Der Sonnyboy aus Georgia, der seit 2010 regelmäßig die Charts anführt, hat 10 Titel auf sein neues Studioalbum gepackt. Zu wenig? Abwarten. Bei “What She Want’s Tonight“ überschlägt er sich in seiner Verliebtheit zu “Ihr“ und der etwas zu poppig ausgefallene Titel ist auch dementsprechend großzügig arrangiert. Aber er drückt pure Begeisterung und Lebensfreude aus. Mit dem Titelsong lässt Luke Bryan allen konservativen Verharrungsexperten eine Hymne angedeihen. Obwohl, „Sie“ ist der Grund, warum er nur hier leben möchte, wo er geboren wurde und wo er sterben möchte. Und mit “One Magarita“ folgt gleich wieder ein Gute Laune-Feier-Song, der wunderbar zum Sommer passt. Bei “Too Drunk To Drive“ erfährt der aufmerksame Hörer, dass man auch ohne Alkohol betrunken sein kann. Von “Ihr“. Mit dem Tear Jerker “Build Me A Daddy“ unterbricht die Reihe der Gute-Laune-Musik und lässt die Hörer innehalten. Mit “For A Boat“ wird das Vater-Sohn Verhältnis strapaziert. Nun ist klar, das Album “Born Here Live Here Die Here“ von Luke Bryan transportiert sowohl fröhliche Inhalte aber auch Nachdenkliches, welches oft musikalisch leicht daherkommt. Der gute Eindruck wird ein ums andere Mal durch Computer Mucke getrübt. Klar, Radioplay bringt Money. Mehr Sorgfalt, gute Titel mit Gespür zu präsentieren, bringt nachhaltigen Respekt. Da kann sich Luke Bryan noch steigern.

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Rascal Flatts – How They Remember You

(VÖ: 31.07.2020)

Das Überflieger Trio Rascal Flatts hatte für Ende 2020, im 20sten Jahr ihrer Karriere, ihre Auflösung angekündigt. Wie so vieles Andere auch, hat Covid 19 ihre Pläne für die Abschlusstournee durchkreuzt. 2017 erschien das letzte Album, “Back To Life“, welches sich nicht bis ganz nach oben durchsetzen konnte. Nun also ein sieben Titel umfassendes Werk, irgendwo zwischen EP und vollem Album. Mit dem Opener und Titelsong beginnt es mit einigen ernsten Gedanken. Was bleibt von uns, wenn wir einmal von der Bühne des Lebens abgetreten sind? Rascal Flatts wären nicht sie selbst, entstünde daraus nicht eine bombastische Pop Country Ballade. Bis auf den Schlusstitel sind die Tracks 2 bis 6 Pop Music der reinsten Form. Boom-Chick, Boom-Chick untermalen fast alle Songs und die Harmonien erinnern zeitweise an Bee Gees Sound. Ohne Frage, artistische Gesangspartien, machen aus den teils leichtgewichtigen Texten um Beziehungsturbulenzen echte Hinhörer. Für Fans traditioneller Country Music ist das computergesteuerte Arrangement eher ermüdend. Als Schlusstitel haben sich die Cousins Jay DeMarcus und Gary LeVox sowie Gitarrist Joe Don Rooney mit “Through The Years“ einen Titel von Kenny Rogers ausgesucht, der ebenso wie der Opener auf das bevorstehende Karriereende von Rascal Flatts hindeuten könnte. Sollte das passieren, darf man gespannt sein, ob eine Solokarriere für den stimmgewaltigen Sänger Gary LeVox gestartet wird.

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Tenille Townes – The Lemonade Stand

(VÖ: 26.06.2020)

2019 war ihr Jahr. Zumindest in Kanada, ihrem Heimatland. Als Tenille Nicole Nadkrynechny wurde die 26-jährige in Grande Prairie, Alberta, geboren. Klar, dass hier ein Künstlernachname hermusste. Bei der jährlichen Preisverleihung der Canadian Country Music Association gewann sie letztes Jahr gleich in 5 Kategorien. Besondere Beachtung bekam ihre Single “Somebody’s Daughter“, die es bis unter die Top 30 der Charts in den USA geschafft hat. Das dritte Studioalbum von Tenille Townes beginnt mit einer wortgewaltigen Story über ein Mädchen, welches sich gegen die Anmachsprüche der Jungs wehrt und betont, sie warte auf den „Richtigen“. Mit ihrer Girlie Stimme bedient sie fabrikgestylten Pop Country, welcher auf ein junges Publikum zielt. Mit “Jersey On The Wall (I’m Just Asking)“ zeichnet sie ein Bild einer pubertierenden jungen Frau, die manche Fragen an das Leben hat. Beim Titel “White Horse“ mischen sich Dance Beat mit Rock Riffs und Pop Chor. Das ist eher zum Weghören. Leider reißt der Erfolgstitel “Somebody’s Daughter“ nicht das Ruder herum. Hat man bis Titel 12 durchgehalten, bleibt der Eindruck, ein Album gehört zu haben, welches Tenille Townes später einmal vielleicht etwas peinlich sein könnte. Sehr unerwachsen und dennoch mit erwartungsvollem Anspruch präsentiert. Eher anstrengend als unterhaltsam.

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The Chicks – Gaslighter

(VÖ: 17.07.2020)

Die erfolgreichste Frauenformation der Country Music hat schon immer die Fans in Lager geteilt. Besonders nachdem mit der gewaltigen Stimme von Natalie Maines die Karriere der, damals noch, Dixie Chicks kometenhaft nach oben ging. Doch auf ihrem Höhepunkt, machten die drei Künstlerinnen klar, dass sie auch politisch eine Stimme erheben wollen. Ihre Kritik am damaligen Präsidenten der USA provozierte unglaubliche Reaktionen bis hin zu Morddrohungen. Das erzkonservative Music Business der Country Music, strafte das Trio entsprechend ab. Babypausen aller drei Künstlerinnen verschafften etwas Abstand von allem. Mit dem Album “Taking The Long Way“ waren die Dixie Chicks zuletzt 2006 gelistet worden. Musikalisch hatten sie schon längst die Pop Music in ihre mit Bluegrass Elementen garnierten Arrangements eingebunden. In diesem Jahr nun ein weiterer Wandel. Angesichts der Rassendiskriminierungen in den USA, strichen sie das “Dixie“, als Synonym für die Südstaaten der USA, die seinerzeit für Sklavenhaltung eintraten, aus ihrem Bandnamen. Übrig blieb “The Chicks“. Nach 14 Jahren nahmen The Chicks mit “Gaslighter“ ein neues Studioalbum auf. Die Abkehr von Country Music geht damit weiter als jemals zuvor. Mit 12 Titeln präsentieren The Chicks wie eh und je eine stimmgewaltige Natalie Maines und ausgeklügelte virtuose Instrumentenbeherrschung. Fans der “Chicks“ fügen dieses Album sicher in ihre Sammlung ein. 

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Wendy Moten – I’ve Got You Covered

(VÖ: 12.02.2020)

Hand aufs Herz, wer kennt Wendy Moten? Die Soulstimme aus Memphis Tennessee? Sie selbst hatte bislang fünf Alben veröffentlicht. Ihre Zusammenarbeit mit Michael Bolten, Eric Clapton, Faith Hill & Tim McGraw oder Martina McBride aber auch mit Bonnie Tyler deutet sowohl die Vielseitigkeit als auch die Klasse von Wendy Moten an. Von Jazz und R&B, von Soul bis Pop, all diese Genres bedient sie hervorragend. Obwohl aus der Musikmetropole Memphis stammend, hatte Wendy Moten schon immer ein Faible für die Dynamik der Music City USA, Nashville. Nun liegt ein, mit neun Titeln gefülltes, Album von ihr vor, welches Songs präsentiert, die in der Country Music schon einmal besondere Bedeutung hatten. Los geht’s mit dem alten Ernest Tubb Klassiker “Drivin‘ Nails In My Coffin“. “Don’t Touch Me“ und “Ode To Billy Joe“ folgen, um dann Platz zu machen, für eine wundervolle Interpretation des George Jones Hammertitels “Walk Through This World With Me“, der mit einem behutsamen Arrangement besonders zur Geltung kommt. Immer hat Vince Gill seine Finger mit im Spiel. Für Wendy Moten ist Vince Gill “The Emperor Of Nashville“ mit dem sie auch den Linda Ronstadt Titel “Faithless Love“ als Duett zelebriert. Man glaubt es kaum, sogar ein Rhonda Vincent Song wird von Wendy Moten aufgegriffen. “Every Season Changes You“, ist beschwingt und so was von gut. Auch die First Lady der Country Music, Tammy Wynette, bekommt von ihr Konkurrenz. Der Titel “‘Til I Get It Right“ steht auf gleichem Niveau und ist kein Plagiat! Wer einmal erfahren möchte, was man (oder in diesem Fall frau) aus gutem Songmaterial machen kann, der höre hier genauer hin. Country Music von einer Soul Queen interpretiert. Welch ein Genuss. Leider ist nach 32 Minuten Schluss. Davon bitte jederzeit mehr.

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Rumer – Nashville Tears

(VÖ: 14.08.2020)

Das Album “Nashville Tears“ von Rumer ist in jeder Beziehung ungewöhnlich. Hinter diesem Künstlernamen verbirgt sich die britische Singer/Songwriterin Sarah Joyce, die mit diesem Album dem texanischen Songwriter Hugh Prestwood ein musikalisches Denkmal setzt. Prestwood schrieb so erfolgreiche Titel wie “The Song Remembers When“ (Trisha Yearwood), “Ghost In This House“ (Shenandoah, Alison Krauss), “Hard Rock Bottom Of Your Heart“ (Randy Travis) oder “Back When“ (Vern Gosdin). Lange lebte Rumer in Arkansas und so blieb die Nähe zu Country Music nicht aus. Lange hatte sie nach den traurigsten Songs Ausschau gehalten. Im Fundus von Hugh Prestwood wurde sie schließlich fündig. Mehr als das. Sie stellte 15 Titel zusammen, interpretierte sie neu und schuf damit ein Album, welches für alle Melancholiker ein absolutes Muss darstellt. Teilweise sind unveröffentlichte Songs darunter und so gibt es auch Oasen der Erholung von der Melancholie, etwa beim beschwingteren Titel “Deep Summer In The Deep South“. Manchmal sind die Titel eher Popsongs oder Chansons, losgelöst von Genres, manchmal aber auch richtig Country. Rumer schafft es, die Titel uneitel zu präsentieren und die Arrangements unterstreichen die Songs und dröhnen sie nicht kaputt. So bleibt stets im Vordergrund, welch tolles Songmaterial Hugh Prestwood geschaffen hat. Ihre Interpretation von “The Song Remembers When“ ist eher leise und zart und besteht dennoch gegen den Vergleich zur stimmgewaltigen Trisha Yearwood. Für diesen Song gab es seinerzeit einen Emmy Award. Eine Stunde mit emotionalen, melancholischen Titeln ist sicher nicht für jede Hörerschaft annehmbar. Für Freunde ruhiger, feiner Musik, vorgetragen von der behutsam mit diesem herausragenden Songmaterial umgehenden Rumer, ist das Album “Nashville Tears“ ein Fest.

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The Wildmans – The Wildmans

(VÖ: Mai 2020, CD: 07.08.2020)

Da tun sich vier junge Musikstudenten zusammen, um Musik zu machen. So jung sie auch sind, haben sie teils als Instrumentalisten bereits bedeutende Wettbewerbe gewonnen. Und das Genre? Bluegrass und mehr. Mitten aus dem Herzen der Appalachen, aus Virginia, kommen Eli und Aila Wildman sowie Victor Furtado und Sean Newman. Gemeinsam sind sie The Wildmans. Auf ihrem Debütalbum sind lediglich neun Titel. Aber die haben es in sich. Mit “You’re Gonna Make Me Lonesome When You Go“ beginnt das Album mit einer eher poppigen Bluegrass Nummer. Aber traditioneller als der folgende Titel, “Richmond“ kann man Bluegrass nicht präsentieren. Eine a capella Strophe zu Beginn und begeisternde Instrumentalmusik, lassen drei Minuten Spaß aufkommen. Eine schwere Blues Version bietet “Sitting On Top Of The World“. Experimentell beginnt der Doppel Titel “Monster Ride/Rock Of Ages“, um sich nach und nach zu einem gewaltigen Hörgenuss zu entwickeln. War Teil Eins eine astreine Bluegrass Version, folgt mit “Rock Of Ages“ ein Blues, der das Attribut “Blues des weißen Mannes“ eindrucksvoll unterstreicht. Großes Kino, aber keine leichte Kost. Leichtgängiger ist dafür aber “Rid My Mind“, wie fast alle Titel eingesungen von Aila Wildman. “Lost In A Foreign Country“ ist Jazz pur und das mit akustischen Instrumenten begleitet und demonstriert die musikalische Vielfalt der jungen Musiker. Gleich mehrere Stücke sind fünf, sechs oder gar sieben Minuten lang. Das Album “The Wildmans“ bietet somit eine Dreiviertelstunde anspruchsvolle und virtuos eingespielte Musik, die sich zwar nahe an Bluegrass orientiert, aber vielfältig interpretiert wurde. Hörenswert.

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Travis Denning – Beer’s Better Cold

(VÖ: 15.05.2020)

Für seine erste Veröffentlichung hat sich Travis Denning für eine sechs Titel umfassende EP entschieden. Dafür hat er den “bedeutsamen“ aber zutreffenden Titel “Beer’s Better Cold“ ausgedacht. Das Thema Bier kehrt auch im Opener Titel “Where’s That Beer Been“ wieder. Da fühlt man sich in eine Saloon Atmosphäre mit jeder Menge Testosteronüberschuss versetzt. “After A Few“ stammt aus 2019 und dürfte aufmerksamen Radiohörern sicher bekannt sein. Die rockige Country Version hatte sich in die Top Ten der Charts und auf Platz Eins der Radio Play List katapultiert. Mit 28 Jahren ist Travis Denning ein Jungstar. Er interpretiert aber wie ein altgedienter Künstler. Mit Radio Play Potenzial ausgestattet ist auch der Pop/Rock Country Titel “Tank Of Gas And A Radio Song“.  Mit dem Titelsong “Beer’s Better Cold“ trifft Travis Denning den Zeitgeist mit einer modernen Country Nummer. Da steht ein junger Mann an der Startlinie zu einer Karriere, die für ihn richtig gut werden kann. Dem Mann aus Georgia mit dem Jungengesicht und der rau-heiseren Stimme ist Einiges zuzutrauen. Hoffentlich gibt es bald einen richtigen Longplayer. “Beer’s Better Cold“ ist schon einmal ein wohlschmeckender Appetithappen.

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Kody West – Overgrown

(VÖ: 17.04.2020)

Nach dem Achtungserfolg des Debütalbums “Green“, aus dem Jahr 2017, hat Kody West mit “Overgrown“ wieder ein Studioalbum in Eigenregie produziert. Obwohl ein Mann in den Zwanzigern, verfügt der Texaner mit Stützpunkt nahe Dallas über jede Menge Erfahrung, sowohl als Musiker als auch als Tour Manager. So hat er das nötige Wissen, um sich selbst unabhängig zu präsentieren. Seine Musik ist wohltuend anders und ist oft eher Country Rock und Americana als Country Music. Ausgefeilte Arrangements, die stets auf Gitarrensound gründen, kennzeichnen die meisten seiner Songs. Allerdings scheint sich Kody West dem EP Format verpflichtet und verwöhnt seine Fans nicht mit umfangreichen Alben. “Overgrown“ bietet gerade einmal 8 Titel. Er scheint auch die Titel seiner Songs gern kurz zu fassen. Im Gegensatz zu seiner Musik, die opulent und geradlinig seiner Intension, Musik zu präsentieren, folgt. Mit schweren Gitarrenriffs werden die bitteren Zeilen der Story einer Trennung beim Opener “Loose Ends“ begleitet. Vergleichsweise balladesk bleibt auch der Titel “Alone“ beim gleichen Thema. Mit “October“ stellt Kody West die entscheidende Frage: ist es vorbei? Bei “Short“ überrascht er die Hörer sowohl mit der tatsächlichen Kürze des Songs, als auch mit einer Akustikversion, die direkt aus der Ideensammlung, beinahe unbearbeitet, Eingang auf das Album gefunden hat.  Auch mit “Overgrown“, dem Album namensgebenden Titel, umreißt Kody West das Thema Trennung mit gelungenen Lyrics und abwechslungsreichem Arrangement. Mit diesem Album hat Kody West, der mit seiner Band fast das ganze Jahr über tourt, einen Appetithappen ausgelegt, der in der Tat neugierig macht auf mehr. Vielleicht müssen die Fans nicht wieder 3 Jahre warten.

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Kristian Bush – Southern Gravity (The Complete Collection)

(VÖ: 24.04.2020)

Bereits 2015 veröffentlichte Kristian Bush sein Solo Debütalbum. Die Babypause von Kollegin Jennifer Nettles und das furchtbare Unglück bei der Indiana State Fair, bei dem durch ein Unwetter die Bühne einstürzte und sieben Menschen ihr Leben verloren, hatten tiefe Spuren bei ihm hinterlassen. Als das Projekt Sugarland mit Jennifer Nettles keine Fortsetzung fand, war der Entschluss, es mit einem Soloalbum zu probieren, naheliegend. „Ich hatte ganz vergessen, welch wunderbares Instrument die Stimme sein kann.“ So kommentierte Kristian Bush die Wiederentdeckung seiner Leadstimme. Der Multiinstrumentalist hat also ein “neues“ Instrument“ in sein Repertoire hinzugefügt. Das Album “Southern Gravity“ umfasste seinerzeit 12 Titel. Die ergänzte Neuveröffentlichung fügt sieben Songs hinzu, die bislang in der Schublade lagen. Pop Country, Country Rock und durchaus radiotaugliche Titel charakterisieren die Musik von Kristian Bush. Dass er bei Sugarland hinter der stimmgewaltigen Jennifer Nettles oft etwas zu kurz kam, macht ihn jetzt umso interessanter. Denn er kann sich durchaus hören lassen. Locker flockige Titel wie “Flip-Flops“ bis zu ruhigen Balladen wie “House On A Beach“ lassen ein breites musikalisches Spektrum auf die Hörer wirken. Mit “American Window“, ein klischeehafter Blick auf sein geliebtes Vaterland, startet der Anhang der Complete Collection und setzt das bisher Gehörte nahtlos fort. Mächtig viel Gefühl investiert Kristian Bush in Titel wie “Burning Flowers“ oder der Pop Ballade “My Heart“. Die Lyrics bei “Falling“ sind recht konstruiert, und so setzt der Titel ganz und gar auf Pop Country. Sein Freischwimmer Album aus 2015 hat Potenzial. Doch auch mit den Bonus Tracks wird daraus kein Meilenstein der Country Music.

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Old Dominion – Old Dominion (Deluxe Edition)

(VÖ: 27.05.2020)

Im Januar wurde das Album “Old Dominion“ von der gleichnamigen Band im Wheel Magazin besprochen. Nun gibt es eine Deluxe Edition, die das Sommerloch überbrücken soll. Lediglich drei Bonus Tracks hat die Boygroup der ursprünglichen Trackliste angehängt. “I’m On It“, “Goes Without Saying“ und “Can‘t Get You“ setzen stilistisch und qualitativ fort, was die 12 vorhergehenden Titel boten. Lediglich die Ballade “Goes Without Saying“ ist geschmeidig. Das Deluxe Album endet mit einem unsäglichen Rock Titel, “Can’t Get You“ und hinterlässt einen unnötig schrägen Eindruck, der Country Music Fans eher abschrecken wird.

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Pam Tillis – Looking For A Feeling

(VÖ: 24.04.2020)

Auf dem Cover ihres neuen Albums “Looking For A Freedom“, blickt Pam Tillis lasziv sonnenbebrillt nach oben. Der Schriftzug erinnert an die Flower-Power Zeit. Was mag sich hinter dieser Fassade verbergen? Der Titeltrack deutet es bereits an. Hier geht es um Selbstfindung. Mit “Better Friends“ erklingt eine Ballade, wie aus der Zeit gefallen. Musikalisch zurückgenommen, darf Pam Tillis davon singen, was sie sich in ihrer schwierigen Beziehung wünscht. Country Music? Eher nicht. Im Titel “Dolly 1969“ singt und spricht Pam Tillis über eines ihrer Jugendidole und die Sehnsucht nach dieser Zeit. In der Tat scheinen die Songs aus einer vergangenen Zeit zu stammen. Das Arrangement unterstützt diesen Eindruck und bleibt wohltuend bescheiden. “My Kind Of Medicine“ erzählt eindrucksvoll von einer Einstellung zu den wahrhaft gesunden Dingen im Leben, wie Natur, Haustiere und gute menschliche Beziehungen. Alles Erkenntnisse, die Mann oder Frau mit fortschreitendem Alter zu schätzen wissen. “Dark Turn Of Mind“ ist mehr ein American Chanson denn ein Country Song und Pam Tillis setzt ihre Stimme, wie so oft, jazzig ein. Wieder so ein Titel aus einer anderen Zeit. Nostalgiker werden hier ihre Freude haben. Pam Tillis tut gut daran, nicht zu versuchen, die heutigen Charts zu stürmen. Ihre einzige Nummer Eins (“Mi Vida Loca“) liegt ja auch schon ein Vierteljahrhundert zurück. Die 12 Titel auf “Looking For A Feeling“ sind für ihre Fans sicher ein Genuss. Für den eiligen Konsumenten ist das eher weniger interessant.

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Randy Rogers & Wade Bowen – Hold My Beer Vol. 2

(VÖ: 07.05.2020)

Als 2015 das Volume 1 von Randy Rogers und Wade Bowen unter dem Titel “Hold My Beer“ erschien, hatte eine texanische Zusammenarbeit wieder einmal bewiesen, dass Country Music zeitgemäß und dennoch traditionell gegründet weiter existiert. Gleich mit dem Opener “FM/AM“ des Albums “Hold My Beer Vol. 2“ machen die beiden Texaner Randy Rogers und Wade Bowen klar, dass es wieder um Country Music geht, die erst einmal keinen Pfifferling auf Radio Play und die Charts gibt. Bitter die Erkenntnis bei “Rodeo Clown“, dass “Sie“ ihn wegen eines Rodeo Clowns verlassen hat. Es hätte ein Doktor, ein Anwalt oder so etwas sein dürfen. Aber kein Rodeo Clown. Ganz sicher nicht zur Nachahmung empfohlen, sind die in “Habits“ beschriebenen Gewohnheiten, ob Whiskey oder Frauen oder was auch immer einen kaputt machen kann. Eine Warnung vor dem Festhalten an schlechten Gewohnheiten. Dabei auch noch den gedanklichen Bogen zu Merle Haggard und George Jones zu schlagen, macht diesen Titel dennoch so liebenswert nostalgisch. Und Ole Merle wird noch einmal besungen bei “Let Merle Be Merle“ und dem Apell alles beim Alten zu lassen. Randy Rogers & Wade Bowen lassen musikalisch eine Zeit wiederkehren, die mit den schönsten Balladen, Geschichten und Melodien wahrer Country Music für Unsterblichkeit dieses Genres sorgte. Die beiden Interpreten und offensichtlichen Fans dieser Zeit kriegen es hin, den längst von uns gegangenen Waylon Jennings und dessen Sohn Scooter in ihren Song “Ode To Ben Dorcy“ einzubinden. Und sie vergessen auch nicht einer weiteren texanischen Spezialität Raum zu geben. Der Western Swing mit Unterstützung durch die Formation Asleep At The Wheel bei “Mi Amigo“ sorgt für jede Menge Swing und Spaß. Die Befürchtung des Niederganges der traditionellen Country Music wird im Song “This Ain’t My Town“ Ausdruck verliehen. Bitter, aber da ist absolut was dran. Eine äußerst lehrreiche Ballade folgt mit “Her“, die mit der Quintessenz aufwartet, niemals mit der eigenen Freundin in einer Bar den Durst zu stillen, wenn du nicht mehr vertragen kannst als die Thekenbekanntschaft. Mit “Hold My Beer“ endet das Album gleichen Namens Vol. 2 und wer da nicht die 12 Titel ein zweites Mal startet, dem ist nicht zu helfen. Welch ein Genuss in der heutigen Zeit. Party, Spaß und klasse Country Music, was will man mehr. Honky Tonk Atmosphäre ob mit oder ohne Bier ist garantiert.

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Bobby Bare – Great American Saturday Night

(VÖ: 17.04.2020)

Einer der letzten lebenden großen Interpreten traditioneller Country Music der 1960er und 1970er Jahre lässt mit der erstmaligen Veröffentlichung seines Albums, “Great American Saturday Night“, diese gute alte Zeit wieder auferstehen. Ein Livemitschnitt mit 13 Titeln, die alle von Shel Silverstein geschrieben wurden, lediglich bei zwei Songs ist er Co-Autor. Damals als Konzeptalbum gedacht, schlummerte der Mitschnitt eines Samstagabendkonzertes in der Schublade. Es war also an der Zeit, dem großartigen Shel Silverstein zu gedenken, der 1999 bereits verstarb. Was hat dieser Songschreiber für erfolgreiche Titel erdacht. So ist dieses Album auch eine Hommage an das künstlerische Multitalent aus Chicago. Mit der Feierhymne “Great American Saturday Night“ beginnt das gleichnamige Album. Aber auch nachdenklichere Titel wie “Painting Her Fingernails“ oder “Good Night Little House Plant“ finden Platz in der Trackliste. Der warme Bariton von Bobby Bare schien geradezu geschaffen, um diese Balladen von Shel Silverstein vorzutragen. Beinahe eine Entschuldigung “nur“ ein einfacher Sänger einfacher Songs zu sein, ist der Titel “Living Legend“ und trifft sowohl auf Bobby Bare, als auch auf Shel Silverstein zu. Stichwort ‘einfache Songs‘, mit “They Won’t Let Us Show It At The Beach“ ist ein weiterer Titel wie geschaffen, um die Party Meute zum Mitsingen zu animieren. Die lassen sich auch nicht lange bitten und haben Spaß. Mit “Time“ lebt das vergessene Genre des gesprochenen Songs auf und welche Stimme könnte das besser, als die vom Altmeister Bobby Bare, der im April dieses Jahres seinen 85. Geburtstag feierte. “Me And Jimmie Rodgers“ lässt in mehr als fünf Minuten den Blick weit zurück gehen. Nach beinahe 50 Minuten geht diese Great American Saturday Night zu Ende. Ein sehr sympathischer Rückblick, der endlich veröffentlicht wurde.

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Chris Roberts – Mountain Standard Time

(VÖ: 24.04.2020)

Der Titel dieses Albums soll ein wenig in die Irre führen. Es ist aber sicher nicht die Zeitzone MST auf dem nordamerikanischen Kontinent gemeint. Eher ist der Titel Programm. Denn was Chris Roberts mit den 12, meist selbstgeschriebenen, Titeln auf dem Album “Mountain Standard Time“ vorstellt, ist Mountain Standard Music. Mal Bluegrass, mal Singer/ Songwriter Music, mal traditionell, mal in die Jetztzeit übertragen, das ist Musik zum Zuhören und Zurücklehnen. Mit dem Titel “Something To Brag About“ ehrt Chris Roberts seinen Weggefährten Charlie Louvin, aus dessen Feder der Song stammt. Hier vorgetragen mit der Unterstützung von Ashley Campbell, ja der Tochter von Glen Campbell. Man kann der Stimme von Chris Roberts leicht folgen und seine Texte klar und verständlich wahrnehmen. Die Titel sind von wunderbar eingespielten akustischen Instrumenten umhüllt und nehmen die Hörer ganz einfach in eine Komfortzone mit. “Keep On Rolling“ entfernt sich vom klassischen Bluegrass und verbindet sich mit Rock Music, allerdings balladesk. Americana ist wohl die Heimat des Titels “Sink Or Swim“, erneut mit der Bluegrass Instrumentierung arrangiert. Doch mit “Tracks And Trains“ ist man wieder zurückgekehrt zu traditioneller Musik und dem Standardthema Trains. “The Rarest Flowers“, die es natürlich nur hoch in den Bergen gibt, besingt Chris Roberts mit jeder Menge Gefühl die seltensten Blumen im übertragenen Sinn. “Dying To Live Again“ wird von einem Banjo eingeleitet. Dann übernehmen Gitarre und Mandoline und eine Dobro lässt Töne verschmelzen. Das ist sehr feine Musik. Beim Joni Mitchell Klassiker “Both Sides Now“ scheint sich Chris Roberts stimmlich etwas viel zugemutet zu haben. Mit einem weiteren Klassiker, “Less Of Me“ aus der Feder von Glen Campbell schließt das Album “Mountain Standard Time“ von Chris Roberts und hat die Hörer eine Dreiviertelstunde bestens unterhalten.

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Gretchen Peters – The Night You Wrote That Song – The Songs Of Mickey Newbury

(VÖ: 15.05.2020)

Es ist immer wieder gut wahrzunehmen, dass Interpreten sehr wohl zu würdigen wissen, welche Bedeutung geniale Songschreiber für ihre Musik haben. Einer, dessen Name so gar nicht geläufig ist, ist Mickey Newbury. Dabei hat der Mann aus Houston, Texas, für so viele Interpreten Hits geschrieben. Er sei ein Hippie Cowboy sagte einst Radio Urgestein Ralph Emery über ihn. Selbst konnte Mickey Newbury als Interpret nicht die großen Erfolge landen. Vielleicht ist Gretchen Peters genau die richtige Interpretin um das musikalische Vermächtnis von Mickey Newbury zu verwalten. Ist sie doch selbst eine Songschreiberin, die eher in der zweiten Reihe steht und ihre Kompositionen oft genug anderen Superstars überließ. Mit ihrem Mann Barry Walsh hat sie mit dem Album “The Night You Wrote That Song – The Songs Of Mickey Newbury“ viel Liebe und Hingabe in das Arrangement und ihre Interpretation der 12 Titel investiert. Nach fünf ganz ruhigen Balladen erklingt mit “Why You Been Gone So Long“ erstmals ein rockiger Song, bei dem sich eine Retro Gitarre einbringen darf und ein Piano mal die Führung übernimmt. Mickey Newbury hat für viele Interpreten in unterschiedlichen Genres gearbeitet. Doch schon mit “Frisco Depot“ ist die Laid Back Music zurück. “Leavin‘ Kentucky“ beschreibt den Weg so vieler Interpreten, die sich nach Nashville aufmachten, ihr Glück zu finden. Wer erinnert sich nicht an “San Franzisco Mabel Joy“? So mancher Titel erzählt bittersüße Geschichten voller Melancholie. Gretchen Peters hat das mit ganzer Aufmerksamkeit und Feinfühligkeit aufgegriffen. Dieses Album ist kein Fastfood. Das ist etwas für Feinschmecker und Liebhaber intelligenter, teils konzertanter Unterhaltung mit Tiefgang. Schön, dass es so etwas noch gibt.

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James Robert Webb – James Robert Webb

(VÖ: 27.03.2020)

Stell dir vor, du musst zum Arzt und wirst dort mit Country Music begrüßt. Gibt’s nicht? Vielleicht. Aber vorstellbar. James Robert Webb ist praktizierender Arzt und Country Music Interpret. 2016 war sein Coming Out und nun hat er ein Album mit seinem Namen betitelt. 13 Songs, die von Buddy Cannon produziert wurden, lassen keinen Zweifel daran, dass er ein moderner Country Music Interpret ist. Da rockt es und hat mit Uptempo Stücken ganz sicher Radiopotenzial. Wie bei “Now We’re Gettin‘ Somewhere“, welches zu Beginn gleich für ausgelassene Stimmung sorgt. Doch auch verhaltener kann James Robert Webb interpretieren. “Stories To Tell“, ein Blick auf die ersten musikalischen Einflüsse seiner Karriere. Dabei nennt er sogar George Jones (allerdings nur die flotteren Titel) und erinnert die 1990er Jahre als eine besondere Blütezeit der Country Music. Klingt James Robert Webb zunächst wie einige andere Sänger auch, so entwickelt sich nach und nach ein Eindruck eines grundsoliden Country Traditionalisten, der es aber versteht, in der heutigen Zeit zu punkten. Sicher hat ihm da Buddy Cannon viele Richtungen gewiesen. “Okfuskee Whiskey“ ist so ein Titel, der ganz traditionell gegründet ist und in der Bearbeitung von James Robert Webb so modern daherkommt. „Ich weiß manchmal selbst nicht, wie ich das alles unter einen Hut kriege. Karriere, Beruf und Familie. Aber eins weiß ich, ich kann meine Patienten nicht im Stich lassen und meine Familie geht mir über alles. Die Musik ist ein wundervolles Hobby. Wird ein wenig mehr daraus, dann auch gut.“ So denkt der Mann aus Tulsa, Oklahoma. Da darf auch der Titel “Tulsa Time“, einst von Don Williams in die Charts gebracht, nicht fehlen. James Robert Webb lässt es aber hierbei mächtig fröhlich swingen. Völlig entspannt präsentiert er sein selbstbetiteltes Album und muss gar nicht verkrampft auf Radio Play und die Charts schielen. Dem Mann macht Spaß was er tut. Den Hörern wird es ebenfalls gefallen.

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Jimmy Buffett – Life On The Flip Side

(VÖ: 29.05.2020)

Jimmy Buffett, dem Caribbean Cowboy, scheint mal wieder die Sonne auf den Bauch und er lässt seine Fans mit seinem neuen Album “Life On The Flip Side“ daran teilhaben. Ob er die beste Strandbar im Titel “Down At The Lah De Dah“ besingt oder sich bei “Who Gets To Live Like This“ fragt, wer solch ein Leben leben darf wie er es kann, stets klingen die Songs locker flockig und beschwingt. Pop Music ist das allemal. Seine Versuche Anfang der 1970er Jahre in Nashville als Interpret Karriere zu machen, blieben zunächst ohne nennenswerten Erfolg. Erst als der studierte Journalist seinen Lebensmittelpunkt nach Florida verlegte und ihn die Leichtigkeit der karibischen Musik einfing, sollte sich seine Karriere stetig nach oben verändern. Heute ist er einer der wohlhabendsten Künstler der Pop Country Music. Jimmy Buffett entwickelte eine Musik, die ihn einzigartig macht und die ihm beim Publikum große Beachtung einbringt. Da gibt es sowohl die beliebten Party Songs aber auch die eine oder andere Reflektion mit durchaus intelligentem Tiefgang. Manchmal scheint es als steuerte er in seinem 30. Album einige Lebenserfahrungen bei, die schon hier und da Vermächtnischarakter haben. Oft täuscht die flotte Music über die Botschaften hinweg. “Hey That‘s My Wave“ ist eine Surfer Hymne, gefolgt von einem eher misslungenen Ausflug in Rock Music und der küchenpsychologischen Aussage “The World Is What You Make It“. Bei “Half Drunk“ mixt Jimmy Buffet einen 30er Jahre Jazz in die Track List. Country Fans, auch die Caribbean Pop Country Fans, werden da eher weghören. Im Verlauf der Trackliste reihen sich Titel aneinander, die sich von den eingangs noch lose mit Country verbundenen Klängen immer mehr entfernen. Wenn mit “Book On The Shelf“ nach 14 Titeln das Album “Life On The Flip Side“ endet, hat man schon den Wunsch, wieder Country Music zu hören. Aber so ist er nun mal, der Jimmy Buffett. Die gehörte Musik auf seinem neuen Album, hat streckenweise Schlagercharakter und ist mit der einen oder anderen Lebensweisheit á la Jimmy Buffett überfrachtet. Für eine unbeschwerte Unterhaltung taugt “Life On The Flip Side“ allemal.

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Kenny Chesney – Here And Now

(VÖ: 01.05.2020)

Gewohnt mit schweren Gitarrenriffs und rockig beginnt das 19. Album “Here And Now“ von Kenny Chesney mit dem Titel “We Do“. Der Titelsong ist ein Loblied auf das Leben, so wie es ist. Mit allen Höhen und Tiefen im Hier und Jetzt. Ungewöhnlich, dass ein Mann eine bittere Lebensbeschreibung einer Frau erzählt, die irgendwie im Leben stecken geblieben ist. Kenny Chesney macht das sehr eindringlich bei “Everyone She Knows“. Dass man sein Leben auch verschwenden kann, beschreibt der Titel “Wasted“. Immer wieder sind die Geschichten über das Erwachsenwerden in Country Rock Music gehüllt und sind dem Zeitgeistgemäß, radiotauglich arrangiert. Bei “Heartbreakers“ fragt Kenny Chesney, was wohl aus all seinen Jugendbekanntschaften geworden sei. Und immer sind die Texte umfangreich und zwingen zum genaueren Zuhören. Die Singleauskopplung “Tip Of My Tongue“, eine Liebeserklärung mit leichter Erotik, sollte die Charts erobern, was ja auch gelang. Wenn Kenny Chesney sich mal etwas mehr ruhigeren Songs widmet, kommt seine Stimme viel besser zur Geltung wie bei “Beautiful World“. Den schönsten Song hat Kenny Chesney für den Schluss seines Albums “Here And Now“ aufgehoben. Im Titel “Guys Named Captain“ werden verschiedene Captains der Geschichte beschrieben, um sie alle mit dem eigenen Vater, Captain Vick, zu vergleichen, der die Mandoline spielte und den er so vermisst. Es fällt der Kunstfigur Kenny Chesney bestimmt nicht leicht, sich von seinem Jungenimage zu lösen und sich auf eine erwachsenere Zielgruppe zu fokussieren. Ansätze sind unter den 12 Titeln auf dem Album “Here And Now“ vorhanden. Ein Könner wie er, sollte aber in der Lage sein, seine Karriere den Erfordernissen des Lebens anzupassen.

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Kip Moore – Wild World

(VÖ: 29.05.2020)

Drei Jahre nach seinem Album “Slowheart“ hat Kip Moore wieder ein Studioalbum vorgelegt. Der Mann aus Georgia mit der rauen Stimme hat auf dem neuen Werk “Wild World“ 13 frische Titel am Start. Mit der verhinderten Liebe zu seiner “Janie Blue“ geht es los. Dann folgt ein Western Song der ganz anderen Art, in welchem alle Western Klischees vorkommen, die jedoch in treibendem rockigem Sound verpackt sind. Eine tolle Arrangement Idee. Eine bombastische Verbindung von R&B Sound und Rock Country markiert der Titel “Fire And Flame“, in welchem Erlösung das Hauptthema ist. Der Titelsong handelt vom Ratschlag einer Mutter, sich nicht dem Mammon zu verschreiben und stolz auf das zu sein, was man kann und eine gute Frau zu finden. Textlich und musikalisch kann allerdings der Titel “Red White Blue Jean American Dream“ weniger überzeugen. Bei “She’s Mine“ ist man unwillkürlich an die britische Gruppe Smokie erinnert, die Kip Moore vielleicht nicht einmal kennt. Die Macher bei MCA Nashville haben ganze Arbeit geleistet und die Songs bis an die Grenzen des Machbaren ausarrangiert. Doch das schadet den Songs nicht, weil die Stimme von Kip Moore so einzigartig und anders ist. Sind auch einige leichtgewichtige Songs auf dem Album “Wild World“, so wird es aber nie eintönig. Es sind immer wieder ruhigere Titel eingebunden. Ein besonderes Liebeslied ist “Sweet Virginia“, verbunden mit der Frage an die Liebste, was er nur falsch gemacht hat und wie er für sie sein soll. Sogar romantisch will er werden. Und wie er romantisch sein kann. Bei “South“ versichert er der “Verflossenen“ seine ewige Liebe. Konzeptionell angelegt, ist der Schluss des Albums “Wild World“ von Kip Moore, wo er in den drei letzten Songs die weichere Seite von sich offenbart. Country Music? Nach modernen Maßstäben sicherlich. In Nashville legt man das Genre Country Music sehr weit gefächert aus. Kip Moore ist auf jeden Fall ein Interpret, dem man gern ein ganzes Album lang zuhört. Erfrischend.

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Daryl Mosley – The Secret Of Life

(VÖ: geplant 22.05.2020)

Mit einem Blick zurück auf das eigene Leben in der Singleauskopplung “A Few Years Ago“, beginnt das Debütalbum “The Secret Of Life“ von Daryl Mosley. Debütalbum? Dabei ist Daryl Mosley bereits seit seinem 15. Lebensjahr als Musiker tätig und blickt als heute 55-Jähriger auf einige Jahrzehnte im Musikgeschäft zurück.  Dennoch ist erst jetzt sein erstes Soloalbum erschienen. Als Überschrift über sein musikalisches Schaffen, muss das Genre Bluegrass stehen. Zunächst war er in der Formation New Tradition und wechselte Anfang der 2000er Jahre zu den Osborne Brothers. 2010 spielte er Bass in der Band The Farm Hands, die er im Sommer 2019 wieder verließ, um weniger Auftritte zu absolvieren und sich mehr seinem Songwriting zu widmen. Das ist, neben seiner angenehmen Stimme, sein größtes Talent. Dass er verschiedene Instrumente zu bedienen weiß, versteht sich fast von selbst. Im Titelsong “The Secret Of Life“ geht es schlicht um die Frage, was das Geheimnis des Lebens ist. Da zeigt sich das besondere Songwriting von Daryl Mosley, der in einer unaufgeregten Weise alle die Dinge beschreibt, die ein Leben lebenswert und erfüllt machen. So reihen sich die Geschichten aneinander, die vom einfachen Leben auf dem Land erzählen, vom Vater, der sich um die Familie kümmert und hart arbeitet bis zum einfachen aber intensiven Liebesgeständnis. Eingebettet sind die 11 Titel des Albums “The Secret Of Life“ in warme, von akustischen Instrumenten getragenen, Melodien und sanften Arrangements. Man hört die große Erfahrung von Daryl Mosley als Musiker und Leadsänger. Er weiß einen Song zu transportieren und er lässt Bluegrass ganz stressfrei als Gerüst seiner Stories für sich sprechen. Immer steht eine deutliche Artikulation im Vordergrund. So kann man mühelos seinen feinen Textzeilen lauschen. Bei “The Deal“ betrachtet Daryl Mosley seine moralische Botschaft von der “Rückseite“ und beschreibt, was man bekommt, wenn man mit dem Antichristen einen Pakt schließt. Im Titel “I’d Write You“ treibt er aber seine Bescheidenheit auf die Spitze, indem er besingt, was er tun würde, hätte er die Fähigkeit seine Gefühle in Texten oder Bildern auszudrücken. Doch genau das macht er im Album “The Secret Of Life“. Vielleicht sogar mit einer zu großen Portion Moral und sauberem Image. Dennoch ist dieses Album ein Genuss mit ganz feiner Musik und wohltuendem Gesang.

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John Anderson – Years

(VÖ: 10.04.2020)

Er phrasiert wie eh und je. Das Alleinstellungsmerkmal von John Anderson ist und bleibt seine einzigartige Art des Vortrages. Beinahe 40 Jahre nach seiner ersten Nummer Eins, “Wild And Blue“ aus dem Jahr 1982, gibt es ein neues Album von John Anderson. Fünf Jahre mussten die Fans darauf warten. Vom Cover des neuen Albums “Years“ schaut ein sichtbar gealterter, weißhaariger Mann mit Cowboyhut nachdenklich nach oben. Das lässt vermuten, dass sich in den 10 Songs des Albums die eine oder andere Lebensweisheit verbirgt. Dabei ist John Anderson mit seinen beinahe 65 Jahren in einem, für Country Musiker, “Best Ager“ Bereich. Er klingt stabil, wenn auch gesetzt. Wer seinen Werdegang nicht so genau verfolgte, wird keine allzu großen Unterschiede zu seinen Alben aus der Vorzeit erkennen. Das ist gut so und bemerkenswert zugleich. Wieder einer der “Alten“, die sich gegen die Übernahme ihrer geliebten Musik durch popverwirrte Schnellgeldmacher stemmen. Hier darf Musik einmal individuell sein, wie etwa der Instrumentalpart im Titel “What’s A Man Got To Do“. Ein Song wie er sein muss. Sehr schön. Auch bei “Wild And Free“ scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Wer dabei nicht an die Ära der ganz großen Country Music Interpreten denkt, dem steht vielleicht die Gnade der späten Geburt im Weg. Ja, das Album “Years“ blickt auf viele Jahre Country Music und auf die eigene Karriere von John Anderson zurück und hat ein paar Erkenntnisse im Gepäck. “All We‘re Really Looking For“ ist eine Reminiszenz an die Liebe in ihren vielfältigen Formen. Dass alter Wein mitunter besser wird, gilt auch für die Musik von John Anderson. So wird man gern unterhalten. So wie man sich einen alten Film immer wieder gern anschaut.

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Ashley McBryde – Never Will

(VÖ: 03.04.2020)

Mit einem bärenstarken Beat und eindrucksvollem Arrangement beginnt das Album “Never Will“ mit dem Titel “Hang In There Girl“. Auch mit dem zweiten Song “One Night Standards“ ist klargestellt, dass hier eine andere weibliche Stimme die Country Music aufmischt. Endlich ein Gegenpart zu Chris Stapleton, Like Combs und Co. Rau und bitter kommen manche Texte daher. Etwa bei “Shut Up Sheila“, wo Sheila die Klappe halten soll mit ihrer Moral, da man so sei wie man sei. Auch die treibenden Rockgitarren lassen da keinen Zweifel aufkommen, dass moderne Country Music mit allem Rockimage auch genau das sein kann: Country Music. Mit der selbstzerstörerischen Erkenntnis in dem locker flockig daherkommenden Titel “The First Thing That I Reach For“, dass das Erste nachdem das Verlangen steht, auch das Letzte ist, was man tatsächlich braucht, findet der rote Faden dieses Albums eine Fortsetzung. Selbst eine Reflektion des Tour Daseins in “Sparrow“ ist eine bittere Essenz. Eine Steigerung erfährt das Album textlich im Song “Martha Devine“ in welchem sich eine familiäre Katastrophe Bahn bricht. Eine wunderbar zurückgenommene Ballade ist “Stone“, in der die Erkenntnis thematisiert wird, dass man von den Eltern doch so manches Verhalten vererbt bekam. Und dann der Titelsong “Never Will“, in welchem Ashley McBryde ganz vehement klarstellt, dass sie sich nicht vereinnahmen lassen will. “I didn’t, I don’t, I never will“ lautet deshalb auch die wichtigste Zeile. Das Album “Never Will“ endet ungewöhnlich mit “Styrofoam“ einer Hymne auf Styropor und hinterlässt den Eindruck eines ganz starken Albums. Geniale Texte, die ungeschminkt einen Blick auf, das manchmal harte, Gefühlsleben von Menschen deutlich machen und Songs, die von einer kaum durch Chartorientierung gezügelten Interpretin dargebracht werden. Nach dem Knaller “Girl Going Nowhere“ nun ein weiteres Album von Ashley McBryde, der Frau aus Arkansas, die sich anschickt, die Männerdomäne rockiger Country Music zu erobern.

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Sam Hunt – Southside

(VÖ: 03.04.2020)

Nun ist das zweite Studioalbum von Sam Hunt am Start. “Southside“ heißt es und man musste sechs Jahre darauf warten. Nach der ruhigen Ballade “2016“ zu Beginn, folgt mit “Hard To Forget“ ein Titel, dem gleich acht Autoren zugeschrieben wird. Er beginnt aber mit einem Original Einspieler des Titels “There Stands The Glas“ von Webb Pierce und geht dann über in eine Hip-Hop Version, die auch gern Bro Country genannt wird. Eine lustige Idee. “Kinfolks“ hat jede Menge Radiopotenzial, ist aber ebenfalls dem genannten Genre zuzuordnen. So etabliert sich Sam Hunt eindeutig musikalisch als Vertreter der modernen Country Music und hat doch so viel Country zu bieten. Der ehemalige American Football Spieler hatte erst so gar nichts mit Musik am Hut. Eine der vielen Verletzungen durch den Sport, zwang ihn zu längerer Genesungspause, in der er sich, um die Langeweile zu vertreiben, selbst das Gitarre Spiel beibrachte. Leider sind etliche der 12 Titel seines Albums “Southside“ überproduziert. Erklingt dann einmal ein zurückgenommener Song wie etwa “Sinning With You“, fragt man sich, warum man der, wenn auch modernen, Country Music nicht den Vortritt vor den Hip-Hop Computer Schablonen gelassen hat. Da ist eine Menge Potenzial. Ein wenig mehr Mut und Bekenntnis zu echter Country Music und dann sollte das klappen mit der Karriere von Sam Hunt.

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Lukas Nelson & Promise Of The Real – Naked Garden

(VÖ: 27.03.2020)

Mit der sieben Minuten rockig beginnenden Version des Titels “Entire Different Stars“, werden die Hörer des neuen Albums von Lukas Nelson & Promise Of The Real mit sphärischen, psychedelischen Partien konfrontiert, die unvermittelt in einen Country Music Waltz münden. Damit ist klar, dass sich diese Formation an keine Konventionen halten will. Da wird dem musikalischen Eigensinn freien Lauf gelassen. Die ehemalige Begleitband von Neil Young hat mit ihrem Frontmann Lukas Nelson jede Menge Berührung zur Country Music. Aber auch zu Americana, Songwriter Music, Swing und Jazz. Das musikalische Schaffen des Vaters Willie Nelson halt. Lukas Nelson & Promise Of The Real wird als Country Rock Band bezeichnet. Das kann man unterstreichen. Aber da offenbart sich mehr. Ungewöhnlich die Arrangements, die Tempi Wechsel und nicht zuletzt die Stimme von Lukas Nelson, die so verblüffend dem Vater ähnelt und dennoch eine ganz eigene Intension besitzt. Mit 15 Titeln und einer Spieldauer von über einer Stunde, werden die Konsumenten fürstlich bedient. Besonders Fans von avantgardistischen Bemühungen, verschiedene Einflüsse zu einer eigenen Musikauffassung zu vereinen. Das ist Kunst in ihrer reinen Form. Nicht ein neidischer Blick auf das Chartgeschehen in Nashville. Country Music ist bei manchen Titeln latent vorhanden, manchmal überraschend hervorkommend. Meist jedoch handelt es sich um Rock Music, die oft Retro Charakter hat. “Back When I Cared“ ist solch ein Titel. “Movie In My Mind“ ist eine intensive Liebeserklärung, die in einem sehr aufmerksam machenden Arrangement präsentiert ist. Ähnlich gekonnt, ist das Songwriting bei “Focus On The Music“, welches wieder eigenwillig und hörenswert arrangiert wurde. Manche Titel bekamen Zusätze wie “Alternate Version“ oder “Alternate Mix“. “Out IN L.A.“ wurde als “Extended Version“ präsentiert. Das Album “Naked Garden“ ist so ungewöhnlich wie sein Name oder Name der Band. Nein, Country Music ist das nicht. Durch verschiedene Genres von Rock über R&B bis Alternative reicht der Spannungsbogen. Lukas Nelson & Promise Of The Real haben wieder einmal Musik für Liebhaber nicht reglementierter, von Spielfreude getriebener, künstlerischer Interpretation vorgelegt. Großes Kino.

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Carly Pearce – Carly Pearce

(VÖ: 14.02.2020)

Das zweite Album ihrer Karriere benennt Carly Pearce nach sich selbst. Das klingt nach Angekommen Sein, nach Etablierung. In der Tat hat Carly Pearce, wie wird es in den Staaten immer so gern herausgestellt, hart für ihren Erfolg gearbeitet. Spätestens seit ihrer Heirat mit Country Interpret Michael Ray, der auch als Duett Partner auf dem neuen Album von ihr fungiert, hat Nashville von ihr Notiz genommen. Auch Carly Pearce versucht den Spagat zwischen traditionell gegründeter Country Music und unverhohlenem Country Pop. Dabei hilft oft genug eine gewisse Überproduktion, leider auch bei ihrem zweiten Album. Radio Play garantiert. Sogar feine Balladen wie “Halfway“ bleiben vor dem Zugriff übermotivierter Arrangeure nicht verschont. Da hilft es auch nicht viel, dass hier und da ein “Feigenblatt-Banjo“ mitklimpern darf. Diese zarten Andeutungen von Country Music werden wie bei “Hearts Going Out Of It’s Mind“ gleich wieder von Pop Gedröhne zunichte gemacht. 13 Titel umfasst das Album “Carly Pearce“ von eben jener Interpretin und hinterlässt nicht den gewünschten Effekt, dass man sich an diese Künstlerin im Besonderen erinnern wird. Zu gleichgeschaltet ist die Produktion, um an das schnelle Geld zu kommen. Ein wirklicher A-Ha Effekt stellt sich bei diesen Pop Produktionen nicht ein. Die Konkurrenz ist da einfach zu gewaltig. Warum also die Country Music als Transportmittel hernehmen? Die Songs verklingen und gut.

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Steep Canyon Rangers – North Carolina Songbook

(VÖ: 29.11.2019)

Dass diese Bluegrass Band zum Besten gehört, was Country Music zu bieten hat, ist seit langem bekannt. Deshalb ist auch ein Mitschnitt des Konzertes der Steep Canyon Rangers auf dem “Merlefest“ aus dem Jahr 2019 absolut empfehlenswert. Schon allein der Opener “Stand By Me“ ist absolute Spitze. Doch schon geht es weiter mit dem bekannt treibenden Sound und dem Standard “Don’t Let Your Deal Go Down“. Da wird einem beim Zuhören schwindelig. Könner sind sie alle an ihren Instrumenten, was die Musiker von Steep Canyon Rangers auch eindrucksvoll in Szene zu setzen wissen. Mit “Blue Monk“ folgt ein Instrumental und hat so gar nichts mit einem traurigen Mönch zu tun. “Sweet Baby James“, die James Taylor Ballade, ist hier beinahe a capella eingespielt und setzt ein Ausrufezeichen hinter die Vielseitigkeit der Steep Canyon Rangers. Mit “I’ve Endured“ hat man 6 Minuten Zeit, die Instrumentalparts zu genießen, die die Gesangpassagen umrahmen. Es sind nur 8 Titel auf diesem Livemitschnitt, aber von ganz tollen Musikern dargebracht. Zum Schluss mit “Your Lone Journey“ eine Hommage an den genialen Songwriter Doc Watson, einer getragenen Ballade über die Klage eines auf Erden zurückgebliebenen Partners. Musik für Liebhaber.

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Suzie Candell – Restless

(VÖ: 27.03.2020)

Schon mal von Suzie Candell gehört? Nicht? Dann wird es Zeit. Okay, manche kennen die Sängerin vielleicht aus der Schweiz, wo sie als Suzie Candell & The Screwdrivers bekannt ist. Eine Country Interpretin aus dem Alpenraum? Ja, und wie. Mit jeder Menge Country in der Stimme ausgestattet, verfügt Suzie Candell außerdem über das richtige Timing und die teils lässige, teils gefühlsbetonte Interpretation für Country Music. Mit “California Dreamin‘“ beginnt das Album “Restless“, welches eine Sammlung eigener Songs darstellt, die der Sängerin schon länger auf der Seele und in der Schublade lagen. Dass sie dabei auch auf eine richtig gute Produktion geachtet hat, ist besonders hervorzuheben. Da sind eben richtig gute Musiker am Werk und lassen der Lead Stimme den nötigen Raum, ohne die eigene Brillianz zu verstecken. Da ist der eine oder andere Pop Country Titel dabei und immer wieder moderne echte Country Music Balladen. Suzie Candell spart auch nicht mit Klischees wie bei “Whiskey And Why“, einer wundervollen Schmachtballade. Besondere Aufmerksamkeit zollt sie ihrem Song “Me And This Gun“. Diese bittersüße Ballade scheint direkt aus dem Herzen von Nashville zu kommen. Allerdings ohne überflüssiges Arrangement. Festgelegt ist Suzie Candell nicht. Von Blues über Rock bis zu beschwingtem Honky Tonk, reichen die Songs im Mittelteil des Albums. Dann folgt der Titel, der dem Album den Namen gab. “Restless“ ist eine Liebeserklärung par excellence. Das Album “Restless“ macht richtig Freude und man kann nur hoffen, dass Suzie Candell noch einige Titel mehr in der Schublade hat. Das war mal richtig Country Music aus Europa.

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The Shires – Good Years

(VÖ: 13.03.2020)

Am neuen Album des britischen Duos The Shires ist aus Sicht eines Country Pop Fans nichts auszusetzen. Radio Play garantiert. Natürlich haben sich Ben Earle und Chrissie Rhodes nach Nashville begeben, um dort ihr neues Werk zu produzieren. Dementsprechend überproduziert ist es dann auch. Pop Music durch und durch. Erklingt dann mal die eine oder andere Ballade, ist man oft an bekannte Vorgänger erinnert. Das ständige Treiben der Drums ist man schnell leid. Bemerkenswert, dass es im Mutterland des Beat und herausragender Pop und Rock Music Giganten, Musiker wie The Shires gibt, die sich an Country Music anlehnen wollen.

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Sons Of The Pioneers – The Lost Masters

(VÖ: 13.03.2020)

Ein kleines Schatzkästlein für Freunde der “uralten“ Western Music ist mit dem Album “The Lost Masters“ von den Sons Of The Pioneers geöffnet worden. Unter dem Label Country Rewind erschien diese Zusammenstellung von 16 Titeln, die die Fans dieser besonderen Musik erfreuen möchte. Und nur die Fans dieser Musik. Unendliche B-Western Movies wurden mit den Melodien der Vokalgruppe um Bob Nolan und seinerzeit Roy Rogers untermalt. Heutzutage ein Relikt beinahe aus der Urzeit.


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Kelsea Ballerini -Kelsea

(VÖ: 20.03.2020)

Ja, Ja, in die Fußstapfen oder in eine Nachfolge von Taylor Swift zu kommen, wünschen sich sicherlich viele junge Interpretinnen. Kelsea Ballerini scheint da eine klare Zielrichtung zu haben. Ihr drittes Album, welches mit Ihrem Vornamen betitelt, den Eindruck vermitteln soll, dass es hier um ihr persönlichstes Album geht, hält mit seinen 13 Titeln jede Menge Pop Music bereit. Hier und da schleicht sich ein Pop Country Titel, wie “Homecoming Queen“ hinein. “The Other Girl“ mit der Unterstützung durch Schwester Halsey demonstriert computergestützten Pop Einheitssound, der mit Country Music so gar nichts zu tun hat. Da hilft es auch nichts, dass Kenny Chesney beim Duett “Half Of My Hometown“ seine Finger an Titel gelegt haben soll und für etwas Country Feeling sorgte. Selbst gute Ansätze zu einer Ballade wie bei “Love Me Like A Girl“ werden dem Drum Computer geopfert. Damit ist die Zielgruppe klar umgrenzt. Ob das tatsächlich gute Pop Music ist, wird sich zeigen.

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Jim Lauderdale – When Carolina Comes Home Again

(VÖ: 06.03.2020)

Die Liste seiner Alben ist sehr lang, die Einträge in die Charts dafür sehr kurz. Damit ist klar, dass es Jim Lauderdale bei seiner Musik nicht um Mainstream und Radio Play geht. Er ist ein hochgeachteter Songschreiber, dessen Titel oft genug für andere Stars zu Hits wurden. Ihm brachte es mehrere Grammy Auszeichnungen ein. Sein Album “From Another World“ aus dem Vorjahr setzte auf E-Gitarren Sound und war Americana näher als Country. Mit den 13 Titeln seines neuen Albums “When Carolina Comes Home Again“ verkörpert Jim Lauderdale den Typ des traditionellen Country Music Interpreten. Da werden Country Music Titel mit klassisch eingespielten Banjo-, Mandolinen- und Fiddle Klängen untermalt und der nicht elektronisch aufgehübschte Gesang von Jim Lauderdale, vermittelt eine besondere Geradlinigkeit. Hinzu kommt, dass er ein ausgezeichneter Gitarrist ist. “When Carolina Comes Home Again“ ist tatsächlich ein “Wieder nach Hause kommen“. Dabei gilt Jim Lauderdale unter anderem als ein Wegbereiter der Musikrichtung, die heute Americana genannt wird. Experimente scheinen ihn immer wieder zu reizen. Wenn er bei “It Just Takes One To Wonder“ einen schlageresken Two Step zelebriert oder bei “Cackalacky“ mit leicht schrägem Gesang die traditionelle Musik feiert, kann man nachvollziehen, warum er unangepasst seinen eigenen Weg zu gehen weiß. Das ist erfrischend anders und kommt ohne Computer Gedöns hervorragend aus. “You’ll Have To Earn It“ lässt einen beschwingten Walzer erklingen, “You’ve Got This“ einen Bluegrass Titel und “Mountaineer“ erzählt eine Geschichte wie für Camp Fire erfunden. Da lässt der Meister einmal ausgiebig seine Gitarre sprechen. Bei “Spin A Yarn“ ist man an seinen Chef Partner Ralph Stanley erinnert, bei dessen Clinch Mountain Boys er mitspielte. 13 Titel, die Country Music vom Feinsten transportieren, lassen das Album “When Carolina Comes Home Again“ zu einer Reminiszenz an wirkliche Country Music werden. Dem gereiften Musiker muss man zu seiner Geradlinigkeit und seinem Widerstand gegen allzu moderne Produktionen gratulieren. Wer also einmal wieder Fiddle Sound, Banjo, Mandoline und Gitarre in ausgiebigen Soli hören möchte, ist hier genau richtig. So muss Country.

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Hailey Whitters – The Dream

(VÖ: 28.02.2020)

Oft stecken hinter den großen Erfolgen der Big Player im Musikgeschäft die emsig arbeitenden Songschreiber, Arrangeure und Produzenten, die aus dem Songmaterial einen Hit machen, Hailey Whitters ist solch eine fleißige Schreiberin, die, ob nun autobiografisch oder nicht, mit dem ersten Song, “Ten Year Town“ auf ihrem Album “The Dream“, die Gefühlswelt der Musiker/innen und Intepret/innen beschreibt, die Tag für Tag auf ihren Durchbruch warten und trotz aller Frustrationen die Hoffnung nicht aufgeben. Ein gelungener Einstieg in ein Album. Nachdenklich und melancholisch ist auch “Red Wine And Blue“. Hailey Whitters, die aussieht wie die jüngere Ausgabe von Miranda Lambert, trägt diesen Song mit einer Girlie Stimme vor, die aber über viel Bitterkeit verfügt. Mit “Dream Girl“ wird dann auch ein Girlie Thema intoniert. Eine Barbekanntschaft gibt bei “Janice At The Hotel Bar“ einige Lebensweisheiten preis und bei “The Devil Always Make Me Think Twice“ beschreibt Hailey Whitters, dass man oft wieder besseren Wissens handelt. 12 Titel einer ganz sicher talentierten Songschreiberin haben jede Menge, auch manchmal trauriges, Unterhaltungspotential. Musik ganz unaufgeregt, die die Texte im Vordergrund belässt und eine Stimme, die so unfertig und dennoch so wissend klingen kann. “The Dream“ von Hailey Whitters ist ein feines Album, welches mehrere Annäherungen durchaus benötigt. Mit einer Aneinanderreihung von “Kalendersprüchen“ im letzten Titel “Living The Dream“ endet “The Dream“ und wird beinahe zu einem Konzeptalbum.

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Midland – Live From The Palomino

(VÖ: 28.02.2020)

Wer diese Band nicht gern einmal live erleben möchte, hat das immense Potenzial des texanischen Trios noch nicht schätzen gelernt. Das Album “Let It Roll“ und die gleichnamige Tour zementierten 2019 den Ruhm der Musiker aus Texas. Im legendären Palomino Club in Kalifornien wurde dann das vorliegende Live Album aufgenommen. Tolle 10 Titel, tolle Musik, tolle Stimmung und zurück bleibt das blöde Gefühl, nicht dabei gewesen zu sein. So herrlich traditionell und dennoch so frisch präsentiert, haben Cameron Duddy, Jess Carson und Frontmann Mark Wystrach eine Form gefunden, Country Music auf ganz hohem Niveau einzuspielen, welche alle Lügen straft, die sagen, dass traditionelle Country Music ausgedient hat. Man muss halt wissen, wie man diese Musik verpackt. Kamen die Songs auf dem Album noch sehr “Retro“ daher, so ist dieser Live Mitschnitt ein mitreißendes Erlebnis. Jetzt warten die Fans auf eine Fortsetzung. Hoffentlich nicht zu lange.

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Hayseed Dixie – Blast From The Grassed

(VÖ: 14.02.2020)

Hayseed Dixie ist die Band, die provozieren will. Die seit ihrem Debütalbum “A Hillbilly Tribute To AC/DC“ mit welchem sie Rock Titel mit elektrisch verstärkten Instrumenten in “Rockgrass“ transformierte, einen eigenen Weg geht. Ihre Musik wird mal als Rockgrass, dann als Comedy Rock oder Parody Bluegrass beschrieben. Spaß haben die Musiker sicher. Im neuen Album “Blast From The Grassed“ haben sie diesmal 12 Pop Klassiker aufs Korn genommen. Von “Africa“ über “Staying Alive“ und “Tainted Love“ bis “Dancing Queen“ und “Eternal Flame“ reichen die sicher nicht immer ernst gemeinten Neubearbeitungen durch Hayseed Dixie. Wem’s gefällt. Musikalisch auch recht gekonnt in Szene gesetzt, kann solche Musik bestimmt für eine pfundige Party taugen. Mit Country Music oder Bluegrass hat das aber absolut nichts zu tun. Schnell weiterschalten.

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Brent Cobb – No Place Left To Leave

(VÖ: 07.02.2020)

Von der Neuveröffentlichung seines Albums “No Place Left To Leave“, welches bereits 2006 als Download veröffentlicht wurde, verspricht sich der Singer/Songwriter Brent Cobb endlich die Aufmerksamkeit, die seine Musik verdient. Er ist ein Southern Rocker, was er auch gleich zu Beginn mit dem Opener „Richland“ lautstark unter Beweis stellt. Doch gleich mit dem Titelsong, gleitet er in eine Americana Ballade, die geschmeidig bleibt. Auch als Outlaw lässt sich der Mann aus Georgia gern bezeichnen. Seine Musik ist unangepasst, autark und nicht hitgetrieben. Dennoch hat sich Brent Cobb als Songschreiber für etliche Top Interpreten wie etwa Luke Bryan, Kellie Pickler, Kenny Chesney, Miranda Lambert, Little Big Town, The Oak Ridge Boys einen Namen gemacht. Mit dem Titel “Bar, Guitar And A Honky Tonk Crowd“ macht er klar, was ihm besonders am Herzen liegt. Wer dabei aber an eine feine Honky Tonk Music denkt, wird überrascht sein über die fetten Gitarrenriffs und die unverhohlene Rock Music. Mit “Dirt Road In Georgia“ hat er eine Ballade im Gepäck, die die weiche Seite von ihm zeigt. Eine Hommage an seine Heimat. “Black Creek“ ist dann gute Singer/Songwriter Music, von akustischer Gitarre begleitet. Das Album schließt mit einem reinen Blues. “Hold Me Closely“ verklingt und eine gute halbe Stunde intelligenter Musik endet. Die Wiederveröffentlichung dieses Albums hat, gerade in unserer Neuzeit, absolut eine Berechtigung.

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Lukas Nelson & Promise Of The Real

(VÖ: 25.08.2017)

Bereits drei Jahre alt ist das Album “Lukas Nelson & Promise Of The Real“ welches den Namen der Band trägt, mit der der Sohn von Willie Nelson schon seit einigen Jahren Musik macht. Natürlich trägt er schwer an den ständigen Vergleichen mit dem “Übervater“. Aber er hat die Skills des herausragenden Gitarre Spielens geerbt und weiß damit eindrucksvoll umzugehen. Gleich zu Beginn dauert der Opener “Set Me Down On A Cloud“ einmal über sieben Minuten. Hier ist eine Rockband am Werk, die zunächst die Begleitband von Neil Young war. Hat man die ersten Titel des Albums gehört, erstaunt die stimmliche Ähnlichkeit zwischen Vater und Sohn nicht mehr und man kann Lukas Nelson mit voller Aufmerksamkeit zuhören. Unangepasst ist auch er in seiner Musik, die sich an keine Regeln zu halten scheint. Blues, Rock, American Chanson, Jazz und was auch immer findet man in Sequenzen, auch bei Balladen wie “Just Outside Of Austin“. Der Song “Carolina“ kommt als Rumba daher und ist wohl mit Schmunzeln arrangiert. “Runnin‘ Shine“ ist eine ganz fein produzierte Ballade, die sehr autobiografisch ist. Damit man nicht allzu sehr in Country Music versinkt, hat Lukas Nelson dann mit “Find Yourself“ einen R&B Knaller auf das Album gepackt. Und so wechseln die Genres mit mancher Überraschung und man hat nach den 12 Titeln jede Menge von dem musikalischen Erbe, welches Lukas Nelson in sich trägt, aufgesogen. Sehr anspruchsvoll bisweilen und alles andere als Chartmucke.

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Eleven Hundred Springs – Here ‘Tis

(VÖ: 17.01.2020)

Mit seiner Band Eleven Hundred Springs hatte sich 1998 Frontmann, Sänger, Gitarrist und Bandleader Matt Hillyer sein persönliches Herzensprojekt realisiert. In der Folgezeit wechselten die Besetzungen der Band, da Matt immer auf der Suche nach noch perfekterem Sound war. Heutzutage sind als Musiker, neben Matt Hillyer (lead guitar, lead vocals) noch Steven Berg (upright and electric bass, backing vocals) noch Jordan Hendrix (fiddle), Chad Rueffer (lead guitar, backing vocals, some lead vocals), Ray Austin (steel guitar, dobro) und Christian Dorn (percussion) bei Eleven Hundred Springs an Bord. Mittlerweile gibt es mit “Here ‘Tis“ das 14. Album der Band aus Texas. In einer Rezension war zu lesen: “es gibt Bands, die spielen Country Music und es gibt Country Bands.“ Eleven Hundred Springs gehören eindeutig zur ersten Kategorie. Songwriting, Instrumentierung, Arrangement, alles ist Country Music. Aber Vorsicht für alle Fans der modernen, rockorientierten, chartstürmenden Songs, die oft am Rand dessen rangieren, was man Country Music nennen darf. Hier erklingt Musik, wie Country Music in vergangenen Jahrzehnten klang, die vor allem in den Honky Tonks in Texas die Menschen zum Tanzen und Abfeiern animierte. Gleich zu Beginn, bei “This Morning It Was Too Late“, wird man über vier Minuten mit einer Ballade verwöhnt, die auf Text setzt und zum Träumen verleitet. “Here ‘Tis“ bietet “nur“ 10 Titel, dafür aber laden wunderbar ruhige Laid Back Arrangements zum Zuhören ein oder Swing und Two Step lassen die Tanzbeine unruhig werden. Wie heißt es im Titel “Looking Back“? „Wenn ich zurückblicke, ich würde nichts ändern.“ Hoffentlich gilt das auch für diese Musik, damit wir auch in Zukunft daran erinnert werden, wie wunderbar entspannend Country Music sein kann. Da stört kein übertriebenes Arrangement, man hört einfach nur die Band spielen. Da dürfen Fiddle und Steel Guitar ungehindert Melodien führen und ein einfaches Drums Equipment bleibt unaufgeregt relaxt. Welch feine 35 Minuten Entspannung mit feiner Musik!

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Frank Foster – The Way It Was

(VÖ: 10.01.2020)

Kurz vor seinem 30. Geburtstag hatte Frank Foster wohl genug von seinem Job als Arbeiter bei einer Ölfirma. Er startete eine Profikarriere als Singer/Songwriter in seiner Heimat Louisiana. Nun hat er mit “The Way It Was“ sein achtes Album am Start. Er geht seinen Weg als unabhängiger Künstler mit eigenem Verlag und eigenem Management. Das macht ihn frei von Beeinflussung und frei vom Diktat der Radiostationen. Das merkt man seiner Musik auch an. Das Album beginnt mit “Sunday Dinner“ und einem Orgel Intro. Das geht in eine, von Piano begleitete, 2 Minuten Ballade über, die ein sonntägliches Mittagessen mit Gebet in der Familie beschreibt. Mit dem Titelsong “The Way It Was“ wird diese Retrospektive noch einmal unterstrichen und auch die Musik versetzt die Hörer in eine Zeit, die an die eigene Jugend erinnert. Klar, dass Frank Foster seiner Heimat, den Südstaaten, mit dem Song “Sweet Home Dixie“ eine Hommage widmet. Mit dem “Prison Song“ wandelt sich Stimme und Ausdruck. Ein fetter Blues dringt rockig aus den Lautsprechern. Doch gleich darauf sind die Balladen “A Few More Miles“ und das vier Minuten Werk “Old Friend“ wieder im Erzählmodus mit ganz entspannter Musik. Das toppt Frank Foster noch mit seiner fünf Minuten Ballade von “Katie And Bobby“, ein Titel, der mit einem besonderen Gitarren Sound für eine sphärische Atmosphäre sorgt. Zum Schluss hat Frank Foster noch eine Raw Version in petto. Ein lustiger Schluss eines beeindruckenden Albums. Wie schön, dass es solche Künstler gibt. Gern mehr davon.

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Hawktail – Formations

(VÖ: 10.01.2020)

Fiddlerin Brittanny Haas, Bassist Paul Kowert, Gitarrist Jordan Tice und Mandolinist Dominick Leslie sind die Instrumentalisten der Formation Hawktail. Diese vier außergewöhnlichen Musiker treiben ihre Virtualität in ungeahnte Höhen. Was da in den sieben Titeln des Albums “Formations“ erklingt, ist konzertante Akustikmusik auf Weltmeisterniveau. Sieben Instrumentaltitel mit einer Gesamtlänge von 36 Minuten lassen die Herzen von Fans akustischer, traditionell gegründeter Musik höherschlagen. Ein hoher Anspruch scheint den Instrumentalvirtuosen als Maxime zu gelten. Man hört und staunt. Allerdings ist diese Art von Musik nur etwas für absolute Fans. Sehr speziell, aber unglaublich gekonnt. Ein Geheimtipp also.

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Little Big Town – Nightfall

(VÖ: 17.01.2020)

Die Messlatte haben sich die vier Mitglieder der Band Little Big Town in den vergangenen Jahren selbst sehr hochgelegt. Mit dem Album “Nightfall“ soll die Karriere der Country Pop Band aus Alabama fortgesetzt werden. Mit “Next To You“, der Liebesbezeugung, dass man besser schläft, wenn der Liebste nebenan liegt, beginnt das Werk. Nach drei Minuten ist der Song erzählt. Die Produzenten haben dann noch ein über eine Minute dauerndes Ooh, Ooh, Ooh-Outro angehängt und damit den Song endgültig in die Pop Music katapultiert. Auch der Titelsong “Nightfall“ kann den Bezug zu Country Music nur schemenhaft andeuten. Drum Computer, flaches Arrangement und ein Text, der wenig Aussagekraft besitzt, das ist Pop Musik par excellence. Bis als fünfter Titel “Over Drinking“ erklingt, sucht man Country Music vergebens auf dem Album “Nightfall“ von Little Big Town. Doch die aufkeimende Hoffnung auf echte Country Music wird mit dem Titel “Wine, Beer, Whiskey“ zunichte gemacht. Dieses Bro-Monstrum könnte jede Party kurz vor dem Koma untermalen. Mit “The Daughters“ keimt noch einmal Country Music auf. Darin wird die Frage gestellt, ob es neben dem Gottvater und dem Sohn auch einen Gott für Töchter gibt. Zu allgegenwärtig scheinen die gesellschaftlich festgezurrten Verhaltensregeln für Töchter. Ähnlich “Sugar Coat“. Da wird eine bittere Klage über das Leben geführt. Also, geht doch. Für ein Country Music Album ist das aber zu wenig. Schaut man aus dem Blickwinkel der Pop Musik auf “Nightfall“ von Little Big Town, hat man ein tolles Album eines top abgestimmten Gesangsquartetts vor sich. 13 Titel bieten eine Menge ausgefeilter Arrangements und die Pop Musik Fans werden die Ausflüge in die Country Music sicher tolerieren. Country Fans wissen, dass die wenigen Top Ten Platzierungen von Little Big Town in den Country Charts ihren Grund haben.

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Phil Vassar – Stripped Down

(VÖ: 17.01.2020)

Seit mehr als 20 Jahren versorgt Phil Vassar seine Fans mit gefühlvollen und geschmeidigen Balladen. Seine erfolgreichsten Titel, “In A Real Love“ und “Just Another Day In Paradise“ liegen nun auch schon beinahe zwei Jahrzehnte zurück. Er ist immer noch da und ist sich und seiner Musik treu geblieben. So ist auch sein neues Album “Stripped Down“ geprägt durch konzertant arrangierte Balladen. Das kann er halt am besten. Aber er kann auch rockiger wie bei “Perfect World“ oder bei “Takes Me Back Again“. Doch dabei ist er immer noch recht geschmeidig anzuhören. Die Nähe zur Pop Music ist bei ihm latent, lenkt aber nicht von „seiner“ Country Music ab. Mit seiner leicht angerauten Stimme transportiert er seine Texte eingängig. Im neuen Album gleichen sich die meisten der „nur“ 8 Titel doch sehr. Man bekommt das Gefühl von einer Endlosschleife. Nicht unattraktiv, aber wie aus einem Guss. Wie er selbst über sein Album sagt, sei Weniger oft Mehr. So seien die Songs die Essenz seines musikalischen Schaffens. Phil Vassar wollte sich und sein Piano möglichst unverstellt präsentieren. Dann sagt er etwas, dass man heutzutage nur zweimal unterstreichen kann: „Wir neigen in Nashville zu Überproduktionen, einfach weil wir es können und ich denke, das ist etwas außer Kontrolle geraten. Ich wollte etwas tun, was Garth Brooks in Las Vegas getan hatte. Nur er und seine Gitarre.“ Übertragen auf Phil Vassar bedeutet das, nur er und sein Piano. Obwohl ihn bei der Single “This Is Where The End Starts“ seine Tochter Haley als Gesangspartnerin unterstützt. “Stripped Down“ mag für die Fans ein Highlight sein. Allerdings droht solch eine Produktion im großen Topf der Mainstream Music unterzugehen.

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Sideline – Breaks To The Edge

(VÖ: 10.01.2020)

Nach dem vielbeachteten Vorgängeralbum der Bluegrass Formation Sideline “Front And Center“ liegt nun das aktuelle Werk “Breaks To The Edge“ vor. In den Bluegrass Alben Charts steigt das Album unaufhörlich dem Spitzenplatz entgegen. 12 Titel, wieder abwechslungsreich zusammengestellt von Coverversionen bis zu Eigenkompositionen, sind ein Aushängeschild für Bluegrass Music. Nicht nur, dass die sechs Musiker allesamt absolute Könner an ihren Instrumenten sind, auch der Satzgesang, vom High Tenor bis zum knackigen Bass, ist von bester Qualität. Dabei verzichten Sideline auf experimentelle Ausflüge. So können alle Hörer an dieser Musik ihren Spaß haben. Sind auch die Inhalte oft gar nicht so fröhlich wie die Melodien es suggerieren, die hohe Geschwindigkeit mit der viele Titel eingespielt sind, lassen keine Langeweile aufkommen. Mit “Diggin‘ My Own Grave“ geht es fulminant los und Sideline zeigen gleich einmal, welche Könner da zu Werke gehen. Danach folgt die für Radio Play ausgekoppelten Single “Return To Windy Mountain“, in welcher das Landleben besungen wird. Mit “Southern Wind“ findet sich auf dem Album “Breaks To The Edge“ von Sideline eine ganz feine Ballade, die einmal nicht von der Bluegrass Power getrieben ist. Das Album endet mit “Down In The Willow Garden“, einer rabenschwarzen Mörderballade, die alle großen Bluegrass Formationen wie etwa Flatt & Scruggs oder The Stanley Brothers im Programm hatten. Traditioneller geht’s nicht und ist dennoch frisch erzählt und eingespielt. Zwölfmal Bluegrass vom Feinsten, zwölfmal Spaß beim Hören. Was will man mehr? Ach ja, die Musiker gehören vorgestellt. Steve Dilling am Banjo, Jason Moore am Bass, Skip Cherryholmes an Gitarre und Mandoline, Zack Arnold an Gitarre und Mandoline, Jamie Harper an der Fiddle und Jakob Greer an Gitarre und Gesang blicken auf eine lange Karriere als Musiker zurück. Das dringt aus jedem Song der Gruppe Sideline. Absolut empfehlenswert.

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White Owl Red – Afterglow

(VÖ: 26.02.2020)

Freunde des Genres Americana dürfen sich auf das vierte Album von Singer/Songwriter Josef McManus freuen. Sein musikalisches Soloprojekt hat er White Owl Red genannt und das neue Album heißt “Afterglow“. Mit dem Titelsong geht es auch los. Dann reihen sich die musikalisch erzählten Geschichten wie Perlen auf der Schnur aneinander. Die Mischung aus Americana, Indie Rock, Folk und Country macht die Musik von White Owl Red so interessant. Da steht jemand für seine Auffassung von Musik aufrecht und schielt nicht unbedingt auf Radio Play. Das verspricht eine kurzweilige halbe Stunde Unterhaltung. Von “Hell And The Blues“, “I Walk The Line (For You)“, den konzertanten Balladen “Through Is Through“ und “Wake Up“ bis zum Schlusstitel “Working Class Heroes“, sind das ohne Ausnahme eigenwillige und in ihrer Darbietung herausragende Songs. Für die musikalische Ausgestaltung hat sich Josef McManus etliche Gastmusiker eingeladen. Gesanglich etwas Unterstützung hatte er durch Tonia Smith und Reggae Singer Sage Grey. Der eigene Gesang ist nicht perfekt, passt aber zum Gesamtkonzept, dem Eitelkeiten fern zu liegen scheint. “Afterglow“ muss man mehrfach hören um die Gedanken des Künstlers nachzuvollziehen. Ein Nachglühen ist also durchaus gewünscht.

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Ronnie Dunn – Re-Dunn

(VÖ: 10.01.2020)

Lässt man mal außen vor, dass Ronnie Dunn mit Partner Kix Brooks vom Anfang der 1990er Jahre bis tief in das erste Jahrzehnt der 2000er Jahre die Charts zu ihrem Wohnzimmer machten und sich vor Preisen und Ehrungen als bestes Country Music Duo nicht retten konnten und außer Acht lässt, dass die “Wiedervereinigung“ der beiden Musiker nach mehr oder weniger erfolgreichen Solokarrieren mit dem Album “Re- Boot“ in 2019 nur ein kurzes Aufflackern längst vergangener Zeiten zuließ, ist die Veröffentlichung eines “Re-Dunn“ Albums auf den ersten Blick nicht verlockend. Doch weit gefehlt! Zum einen singt da nicht irgendwer, sondern einer der besten Sänger der Country Music. Zum anderen ist die Songauswahl etwas ganz Besonderes. 24 (!) Titel, die von der Popschnulze “It Never Rains In Southern California“ aus 1972 und “Long Cool Woman (In A Black Dress)“, dem Hollies Titel aus der gleichen Ära bis hin zu Eric Claptons “Wonderful Tonight“ oder “I’m Not In Love“ von der Gruppe 10 CC einen ganz großen Bogen schlagen. Ganz bewusst hat Ronnie Dunn die Cover Songs aufgenommen. Allesamt Klassiker von ihm neu interpretiert und, wie von ihm gewohnt, beeindruckend eingesungen. Ursprünglich sollte es ein reines Rock Song Cover Album werden. Aber Ronnie Dunn konnte doch nicht ganz ohne Country Music. Dann fanden so wunderbare Titel wie “Amarillo By Morning“ oder “The Cowboy Rides Away“, die George Strait Nummern oder “Drinking Thing“, “Ashes By Now“, “Ridin‘ My Thumb To Mexico“, “I Can’t Help It (If I’m Still In Love With You), “Together Again“ oder “That’s The Way Love Goes“ Eingang in die Tracklist. Okay, das Album ist nur zum Teil Country, sogar die Country Cover Songs sind manchmal aus ihren ursprünglichen Komfortzonen herausgeholt worden. Aber es ist immer ein Genuss, dieser Stimme zu lauschen. Dazu ist die tolle Mischung der vielen Titel Garant für einen kurzweiligen Musikabend. Mag es wieder die Fans geben, die sich mehr Country Music von Ronnie Dunn gewünscht hätten, wer bei “Peaceful Easy Feeling“ in der Interpretation von Ronnie Dunn nicht ins Träumen gerät, dem ist einfach nicht zu helfen. Eine tolle Überraschung ist das Album “Re-Dunn“. Hoffentlich gibt es in Zukunft wieder ein „redone“.

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Michael Ray Fain – Country Side

(VÖ: 01.01.2020)

In einer Zeit, in der zum einen immer mehr Künstler sich keine eigene Website leisten, sondern lediglich auf Facebook, Instagram und Co. zu entdecken sind und in einer Zeit, in der es immer mehr Missbrauch mit persönlichen Daten gibt, haben Fans es außerordentlich schwer, sich über etliche Künstler ihrer Wahl zu informieren. So auch im vorliegenden Fall. Wer ist Michael Ray Fain? Wo kommt der Mann her? Welchen Hintergrund hat er als Musiker? Ist das Album “Country Side“ sein Debütalbum? Fragen über Fragen. Das alles ist aus Europa kaum zu beantworten. Michael Ray Fain stammt aus Virginia und hat mit dem Album “Country Side“ ein mit 8 Titeln knapp gehaltenes Werk vorgelegt. Dafür steckt in dem Werk drin, was der Titel vermuten lässt. Traditionelle Country Music. Seine Qualitäten als Sänger sind nicht überragend und manches Arrangement, wie bei “Lil Miss Hollywood“ strapazieren die Zuhörer etwas. Ob man einen Titel wie “Mason Jars & Guitar Strings über 6:21 Minuten ziehen muss, ist auch zu hinterfragen. “Love Will Find A Way“ ist ein Duett. Doch mit welchem weiblichen Part? Also, das klingt alles ein wenig nach einem Selbstverwirklichungstrip. Eine große Karriere wird es da nicht geben. Gehört, gewundert und vergessen.

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Joey Greer – Frontier

(VÖ: 01.01.2020)

Und wieder ein neuer Name, ein neues Gesicht, eine neue Stimme und kaum Infos dazu. Texaner ist Joey Greer und stammt aus einem sehr gläubigen Elternhaus, in welchem er schon sehr früh mit Musik in Verbindung kam.
Sein Album “Frontier“ umfasst 10 Tracks und ist eine Mischung aus Southern Rock und Country. Da geht es zum Teil heftig ab. “Two Steps Away“ etwa ist so ein Knaller. Manche Ballade ist intensiv und kraftvoll zugleich. Joey Greer hat eine Stimme, die diese verschiedenen Genres recht gut bedienen kann. Da fällt das Zuhören nicht schwer. Absolut radiotaugliche Songs hat er auf seinem Album “Frontier“ untergebracht. “Right Here With Me“ beispielsweise. Rockfans kommen bei “Good Enough“ auf ihre Kosten. Wenn zum Schluss die Hymne “How Great Though Art“ als Familienkooperation erklingt, ist ein großer Bogen durch verschiedene Musikrichtungen gespannt. Das sollte zukünftig etwas strukturierter und zielgerichteter angelegt werden und man wird sich auf weitere Produktionen von Joey Greer freuen dürfen.

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Chase Rice – The Album Pt. I

(VÖ: 24.01.2020)

Der ehemalige American Football Spieler Chase Rice hatte erste Beachtung mit seiner Auffassung von Country Music im Jahr 2012 nachdem er in einer Reality Show 2010 auf sich aufmerksam machte. Als er dann auch noch als Mitautor des Erfolgstitels “Cruise“ für Florida Georgia Line genannt wurde, war der Weg frei für eine eigene Karriere als Country Interpret. Mit “The Album PT. I“ lässt er sein viertes Album auf die Menschheit los. Um es gleich vorweg zu nehmen, Chase Rice ist ein Vertreter des Bro Country, des Rock-Pop Country und der es ganz unverhohlen auf Radioplay abgesehen hat. So strotzen seine Arrangements von allerlei Tricksereien und eingängigen fetten Beats. Wenn dann mal eine Ballade wie “Best Night Ever“ erklingt, ist sie mit einem “O-ho, he-O“ Chor hinterlegt und mit Echoeffekten verseucht. Das mag Disco Country Fans begeistern. Mit Country Music hat das aber nix zu tun. Das ist sehr schade. Da sich der O-O-O- Chor einfach nicht vertreiben lässt, ist dieses Album mit seinen 8 Songs nicht unbedingt in ein gut sortiertes Country Music Regal einzuordnen.

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Dustin Lynch – Tullahoma

(VÖ: 17.01.2020)

Dustin Lynch ist ein Country Music Interpret, der aus der Music Mafia Schule zu kommen scheint. 2012 legte er erste Spuren im Business von Nashville. Nach seinem 2017 er Album “Current Mood“ hat er nun sein viertes Album vorgelegt. “Tullahoma“ ist sein Heimatort unweit von Nashville. Seine Musik ist rockig angelegt und setzt auf Radioplay. Damit ist er nicht allein auf weiter Flur. Sowohl seine Songs als auch seine Stimme und vor allem das Arrangement der 11 Songs auf “Tullahoma“ sind verwechselbar uniformiert und bieten erst einmal keinen Punkt zum Aufmerken. Auch das Duett mit Lauren Alaina “Thinking ‘Bout You“ kann von den allzu absehbaren Beats und Effekten nicht ablenken. Selbst recht gut angelegte Balladen wie “The World Ain’t Yours And Mine“ werden kaputt getrommelt. Das ist Musik, die nicht für Kopfhörergenuss geeignet ist. Fette Partystimmung geht sicher. Mann, ist das schade, wenn gute Interpreten so einen gleichgeschalteten Sound produzieren, der von den angesagten Pop Interpreten nicht zu unterscheiden ist. So wird man der Country Music nicht gerecht.

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Die ausführlichen Besprechungen der folgenden Alben sind hier: Archiv

Blake Shelton – Fully Loaded: God’s Country

(VÖ: 13.12.2019)

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Wade Hayes – Who Saved Who

(VÖ: 13.12.2019)

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Tracy Byrd – Live At Billy Bob’s Texas

(VÖ: 08.11.2019)

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TJ Walker – The Long Game

(VÖ: 15.11.2019)

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Brett Kissel – Now Or Never

(VÖ: 01.01.2020)

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Duke Weddington & Higher Ground Bluegrass – Auburn Sky

(VÖ: 27.12.2019)

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Jesse Friszell – Rose Gold Renegades

(VÖ: 20.12.2019)

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George Ducas – Yellow Rose Motel

(VÖ: 06.12.2019)

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Brantley Gilbert – Fire & Brimstone

(VÖ: 04.10.2019)

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Cody Jinks – After The Fire

(VÖ: 11.10.2019)

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Cody Jinks – The Wanting

(VÖ: 18.10.2019)

 

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Gary Allan – Smoke Rings In The Dark (Deluxe Edition)

(VÖ: 26.10.1999)

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Old Dominion – Old Dominion

(VÖ: 25.10.2019)

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Toby Keith – Greatest Hits: The Show Dog Years

(VÖ: 25.10.2019)

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Allison Moorer – Blood

(VÖ: 25.10.2019)

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Old Crow Medicine Show – Live At The Ryman

(VÖ: 04.10.2019)

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LeAnn Rimes – Live At Gruene Hall

(VÖ:25.09.2019)

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Kiefer Sutherland – Reckless & Me

(VÖ: 26.04.2019)

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Ned LeDoux – Next In Line

(VÖ: 08.11.2019)

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Hootie And The Blowfish – Imperfect Circle

(VÖ: 08.11.2019)

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Sarah Lee Langford – Two Hearted Rounder

(VÖ: 08.11.2019)

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Miranda Lambert – Wildcard

(VÖ: 01.11.2019)

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Jon Pardi – Heartache Medicine

(VÖ: 27.09.2019)

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The Cumberland River Project – The Cumberland River Project

(VÖ: 06.03.2020) !!! – Vorankündigung –

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Lady Antebellum – Ocean

(VÖ: 15.11.2019)

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Luke Combs – What You See Is What You Get

(VÖ: 08.11.2019)

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Clint Black – Still Killin‘ Time

(VÖ: 08.11.2019)

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Micky & The Motorcars – Long Time Comin‘

(VÖ: 01.11.2019)

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Livewire – Wired!

(VÖ: 25.06.2009)

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The Oak Ridge Boys – Down Home Christmas

(VÖ: 25.10.2019)

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Wade Bowen – Twelve Twenty-Five

(VÖ: 08.09.2019)

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Jason Aldean – 9

(VÖ: 22.11.2019)

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Florida Georgia Line – The Acoustic Sessions

(VÖ: 18.10.2019)

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King Calaway – Rivers

(VÖ: 04.10.2019)

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Lainey Wilson – Redneck Hollywood

(VÖ: 13.09.2019)

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BaCoN – Sizzling at the Rattlesnake Saloon

(VÖ: 2019)

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Tim Grimm – Heart Land Again

(VÖ: 27.09.2019)

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Eric Paslay – Live In Glasgow

(VÖ: 20.09.2019)

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Kevin Daniel – Things I Don’t See

(VÖ: 20.09.2019)

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Home Free – Dive Bar Saints

(VÖ: 06.09.2019)

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Jenny Anne Mannan – Carnies & Cowboys

(VÖ: 03.09.2019)

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Trisha Yearwood – Every Girl

(VÖ: 30.08.2019)

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Riley Green – Different `Round Here

(VÖ: 20.09.2019)

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T.G. Sheppard – Midnight In Memphis

(VÖ: 20.09.2019)

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The Grascals – Straighten The Curves

(VÖ: 20.09.2019)

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Lakeside – Moving On

(VÖ: 13.09.2019)

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Crystal Gayle – You Don’t Know Me

(VÖ: 06.09.2019)

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Zac Brown Band – The Owl

(VÖ: 20.09.2019)

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The Highwomen – The Highwomen

(VÖ: 06.09.2019)

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Kevin Fowler – Barstool Stories

(VÖ: 23.08.2019)

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Justin Moore – Late Nights And Longnecks

(VÖ: 23.08.2019)

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Heartland – I Loved Her First – The Heart Of Heartland

(VÖ: 26.07.2019)

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Midland – Let It Roll

(VÖ: 23.08.2019)

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Ty Herndon – Got It Covered

(23.08.2019)

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Rodney Crowell – Texas

(VÖ: 16.08.2019)

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CAAMP – By And By

(VÖ: 26.07.2019)

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Tanya Tucker – While I’m Livin‘

(VÖ: 23.08.2019)

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Vince Gill – Okie

(VÖ: 23.08.2019)

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Tracy Lawrence – Made In America

(VÖ: 16.08.2019)

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Willie Nelson – Ride Me Back Home

(VÖ: 21.06.2019)

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William Lee Golden – My Life’s Work

(VÖ: 19.07.2019)

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Malenco – Berries For The Old Town
(VÖ: 26.07.2019)

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Zane Williams – The Oak Tree And The Weed
(VÖ: 17.06.2019)

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Jared Rogerson – Branch Of The Tree
(VÖ: 02.07.2019)

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Aaron Watson – Red Bandana
(VÖ: 21.06.2019)

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Bruce Robison & Kelly Willis – Beautiful Lie
(VÖ: 21.06.2019)

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Dale Watson – Live Deluxe…Plus
(VÖ: 19.07.2019)

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Jim Lauderdale – From Another World
(VÖ: 21.06.2019)

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The Steel Wheels – Over The Trees
(VÖ: 11.07.2019)

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Darryl Worley – Second Wind: Latest And Greatest
(VÖ: 26.04.2019)

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Lonesome River Band – Outside Looking In
(VÖ: 24.05.2019)

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Rodney Atkins – Caught Up In The Country
(VÖ: 09.05.2019)

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Blue Moon Rising – After All This Time
(VÖ: 17.05.2019)

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Liam Kennedy-Clark – Another Habit
(VÖ: 24.05.2019)

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Ian Noe – Between The Country
(VÖ: 31.05.2019)

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Dustin Sonnier – Between The Stones And Jones
(VÖ: 24.05.2019)

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Tim Bluhm – Sorta Surviving
(VÖ: 29.03.2019)

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Steve Earle & The Dukes – Guy
(29.03.2019)

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Adam Carroll – I Walked In Them Shoes
(VÖ: 12.04.2019)

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Horse Mountain: Songs From The Attic
(VÖ: 2019)

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Reba McEntire – Stronger Than The Truth
(VÖ: 05.04.2019)

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Aaron Lewis – State I’m In
(VÖ: 12.04.2019)

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Brooks & Dunn – Reboot
(VÖ: 05.04.2019)

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Randy Rogers Band – Hellbent
(VÖ: 26.04.2019)

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Markus Rill & The Troublemakers – Songland
(VÖ: 03.05.2019)

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Marty Brown – American Highway
(17.05.2019)

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Brent Moyer – Doing Better Now
(VÖ: 26.04.2019)

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George Strait – Honky Tonk Time Machine
(VÖ: 29.03.2019)

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Clay Walker – Long Live The Cowboy
(VÖ: 21.01.2019)

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Detentions – Yes It Is
(VÖ: 11.01.2019)

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Thomm Jutz, Eric Brace, Peter Cooper – Riverland
(VÖ: 8. Februar 2019)

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Joe Nichols – Never Gets Old – Traditional Country Series
(VÖ: 31. August 2018)