WHEEL jetzt und die letzten 20 Jahre  

Das gedruckte Magazin in Papierform wurde nach genau 20 Jahren eingestellt. Nun begeben wir uns auf die Online-Plattform. Bei der Gestaltung unterstützte mich Dr. Peter Kührt. Weiterhin sind die bewährten Mitarbeiter Manfred Hesse, Rudi Hildel, Jürgen Stier und Monika Rosensprung an meiner Seite. Herbert Arnold

20 Jahre WHEEL – das gedruckte Magazin

So war es, das war es

Viele Abonnenten und Leser sind von Anfang an dabei gewesen, bei 20 Jahren WHEEL dem Country Music Magazin aus Franken.

Im März 1999 starteten wir, nach vielen Treffen von Leuten die gerne wieder eine (fränkische) Country-Zeitung wollten. Zirka ein halbes Jahr vor unserem Start beendete die Fränkische Countrypost ihre Tätigkeit. Nachdem ich dort schon mit schrieb und mit arbeitete, ich stellte auch ein mal eine „Notausgabe“ zusammen, außerdem beim Online Magazin „Country Home“ als Reporter dabei war, lag für viele Leute der Szenen nahe, dass ich an einer neuen Zeitung mitwirken sollte. So mancher Plan entstand mit dem ich mich nicht identifizieren konnte. Nach langem Hin und Her packte ich es an und hatte Veronika Stucke, Heinz Haffki und Rudi Hildel an meiner Seite. Ohne sie hätte das ganze nie geklappt! Sehr holprig fing alles an, so mancher Stein war im Wege. Etliche nicht geahnte Probleme und Altlasten stellten sich ein. Die erste Ausgabe erstellte ich in einem für die Druckerei nicht geeigneten Programm. Vom „Junior-Chef“ Mike Schlager unserer ersten und langjährigen Druckerei bekam ich einen Workshop, dieser Druckerei gebührt heute noch großer Dank für Alles, wir waren mehr wie Geschäftspartner. Ohne die Schlagers wäre wohl gleich am Anfang etliches in die Hose gegangen. Langsam und stetig „wurstelten“ wir uns rein, in das Zeitungswesen. Wir alle schrieben Berichte und Artikel, ließen uns viele Ideen einfallen. Rudi Hildel kümmerte sich zudem, wie auch heute, um die Veranstaltungstermine, Heinz Haffki war mit dem Versand an die Abonnenten beschäftigt, Veronika Stucke, bemühte sich, wie auch heute noch, um den Verkauf der Zeitung. Ich war mit der Gestaltung, dem Layout, der Abonnentenverwaltung und dem finanziellen Teil beschäftigt. Dazu gesellten sich dann noch Roswitha Eiselbrecher mit ihrem Linedance-Kurs, Karl Friedrich als unermüdlicher Korrekturleser und Wilma Aldridge mit manchen Bericht und Zeitungsverkauf im Bamberger Raum. Zwei Jahre später drehte dann auch Jürgen Stier mit am WHEEL und tourte so manchen KM ab. Viele Jahre tippte meine Tochter Jana Tournay meine handschriftlichen Aufzeichnungen in den Computer. Sie kümmerte sich, wie auch meine Schwiegertochter Nina Arnold, in der Zeit als Rudi Hildel weg war, um die Rubrik der Termine. Viele freie Fotografen lieferten uns Fotos zu den Artikeln und Berichten.

Unser „Blatt“ entwickelte sich zunehmend und wurde über die Grenzen Frankens und Nordbayerns hinaus bekannt. Damals zogen auch noch viele Musiker und Veranstalter mit, so dass die Kosten gesichert werden konnten. Etliche freie Mitarbeiter gesellten sich dazu. Nach 5 Jahren konnten wir schon ein großes Fest im Gesellschaftshaus Gartenstadt feiern, aufgrund des Engagements des damaligen Wirts Werner Franz konnten wir uns voll auf unsere Veranstaltung konzentrieren. Heinz Haffki als routinierter Moderator half mir dabei die Show zu gestalten und professionell zu moderieren. Viele freiwillige Helfer waren sofort dabei, dieses Miteinander war ein Traum.

 

Motiviert wurden weitere Aktivitäten angepackt. So trafen sich 2003 die Herausgeber und Förderer von vier deutschen Country Music Magazinen in der Westernstadt Pullman City in Hasselfelde. Der Ort lag am zentralsten für alle, denn sie kamen aus Berlin, Hamburg, Kassel und ich aus Nürnberg. Eine Zusammenarbeit wurde angestrebt um die Country Music in und aus Deutschland zu fördern. Der Plan ging auf. Weitere Kontakte konnte ich dort knüpfen, da ich bei der Country Music Trophy in der Jury saß. Kai Ulatowski, wir wurden später noch richtige Weggefährten in Sachen Country Music (und manchen mehr), war damals der Veranstalter dieser Trophy. Diese vier Country Music Magazine aus dem Norden, Westen, Osten und Süden der Republik führten den Country Music Förderpreis durch. Von 2004 bis 2007, also vier Mal, fanden an jeweils zwei Wochenenden die Finalkonzerte mit vier Bands/Musikern statt. So konnte WHEEL sein 5-jähriges Jubiläum mit dem Finale 2004 verbinden, das übrigens Texas Lightning gewann (die Band wurde dadurch erst bekannt). Wieder kamen zusätzliche Kontakte zustande und die Leserzahl, sprich die Auflage, stieg stetig an. Aktivitäten folgten, wie die Country Music Messe Nürnberg von 2006 bis 2012, wobei die letzte Messe in Bayreuth statt fand. 2005 veranstalteten wir ein Benefizkonzert zur Hilfe der Flutopfer des Tsunamis in Sri Lanka. Viele Musiker unterstützen die Initiative  der Greyhounds und WHEEL.

Zusammen mit Kai Ulatowski, der das Country Music Magazin Western Mail heraus gab, startete ich etliche Leserreisen in die USA. Hauptziel war immer das großartige CMA Music Fest in Nashville. Von 2006 bis 2013 konnten die mitgereisten Leser sich mit Kai Ulatowski und mir ein Bild von der Country Music City USA, von Teilen Tennessees, Alabamas und auch zuweilen von Texas machen. In Texas entdeckten wir Cody Jinks. Wir lernten ihn kennen und waren sofort von seiner Stimme begeistert. So holten wir ihn als Erste nach Deutschland und machten ihn hier bekannt. So kam er im Februar 2008, zum 9. Geburtstag von WHEEL, im September 2008 und im Mai 2009 nach Nürnberg. Im Oktober 2008 veranstalteten Kai Ulatowski und ich ein Country Festival auf der Messe Americana in Augsburg. Mit dabei ebenfalls Cody Jinks.

Nachdem die Zusammenarbeit mit mehreren anderen Publizisten gut funktionierte entwickelte sich ein gutes Netzwerk. Speziell mit Kai Ulatowski, der auch die Original Country Music Messe in Berlin durchführte, entwickelte sich eine Freundschaft und eine intensive Zusammenarbeit. Wir arbeiteten an vielen Projekten, so auch am Deutschen Countrypreis.

Große Unterstützung und faire Zusammenarbeit bekamen wir von einigen Rundfunk- und Tageszeitungsleuten. So waren Thomas Susemihl (damals Nürnberger Zeitung) und Klaus Schrage (Nürnberger Nachrichten, Sonntagsblitz) geschätzte Zeitungsredakteure die über das Cowboy-Klischee hinaus dachten. Vom Rundfunk unterstützten uns, unter anderem auch als Jurymitglieder beim Country Music Förderpreis, Frank Rickal (damals Radio Ostallgäu), Loman (Radio MDR Thüringen), viele Leute von Radio F Nürnberg (u. A. Michael Lein) und last but not least Joe Hermann (alias Achim Graul). Mit Joe Hermann verbindet mich noch heute eine Freundschaft. Ich – wir alle – erinnern uns gerne zurück an die Zeiten des Radio F Country Clubs, das war echte Kooperation. Darüber könnte man ein Buch schreiben.

Doch die Jahre zeigten auch, dass das Internet und die sozialen Netzwerke (Facebook und Co) Spuren hinterließen und hinterlassen. Viele die mit uns zusammen arbeiteten sprangen auf diesen Zug auf und verließen die auf Papier gedruckte Plattform. Das Printmedium, also unser gedrucktes Magazin musste mit weniger Einnahmen auskommen und das gesparte anpacken. Wir, bzw. ich mussten an der Kostenschraube drehen. Die guten Jahre neigten sich zu Ende. Andere Magazine gaben schon lange vor uns auf, nicht nur im Bereich Country Music. Zum Schluss waren wir das einzige gedruckte Country Music Monatsmagazin in Deutschland. Ein paar Vereinsbroschüren gibt es wohl noch, die sind den Vereinsmitgliedern vorbehalten. So die Country Friends aus Kötz, die echt gute und faire Partner waren.

Mit Wehmut, aber auch mit Stolz beenden mein Team und ich nun die Ära „WHEEL, das Country Music Magazin  aus Franken“ nach 20 Jahren..

Wir, Veronika Stucke, Jürgen Stier, Monika Rosensprung, Rosi Eiselbrecher, Anita Arnold, Rudi Hildel, Dan Leinemann, Manfred Hesse und meine Wenigkeit sagen nun „Ade“, good bye und Servus.

Vielen Dank an die treuen Leser für das Interesse. Vielen Dank an unsere Geschäftspartner und Musiker die mit uns waren. Vielen Dank an meine Familie, die 20 Jahre dieses zeitaufwändige Unterfangen nicht billigte, sondern aktiv unterstützte.

Ihr / Euer Herbert Arnold